Was haben die Schlachtskandale mit Kälber-Milch zu tun?

Sie liefern ungefähr 50 Liter Milch am Tag, zigtausende Liter in ihrem kurzen Leben und sind der Stolz der deutschen Kälber- Milchindustrie: Die HF Kühe (Holstein Friesische).


Erkennbar sind sie an ihrer schwarz-weißen Zeichnung. Optimiert auf maximale Milchleistung, jährlich geschwängert, auf dass der Milchfluss nicht versiegt, bevor das ausgelaugte und auf die Knochen abgemagerte Tier nach wenigen Jahren zusammenbricht.


Die Tiere sind meist schon nach vier Jahren erledigt. Expert*Innen betrachten die Rasse als eine Qualzucht, damit wären die Nutzer eigentlich ein Fall für die Polizei, wenn da nicht die mächtige Industrie und ihre Profite wären. Die Kälber sehen ihre Mütter nur Sekunden und ihre Fahrt geht oft quer durch Europa in einen fernen Tod.


Für die Mütter, die nicht mehr können, kommt dann die Stunde der „spezialisierten Schlachter“. Im Leid durch wunde Euter, geschwollene Gelenke und eiternde Hufe, werden sie in Anhänger gezwungen und ihre Fahrt endet an Orten wie: Bad Iburg, Hohengöhren, Düdenbüttel oder Flintbek.


Die Großschlachter nehmen auch massenweise die wandelnden Gerippe ab. Ist das Tier aber zu schwach, zu verletzt oder gar am Boden liegend, mit gebrochenen Beinen, kommen die Spezialschlachter und ihre „Kadavertaxis“ (Branchensprech) zum Einsatz.


Es ist also hauptsächlich die Kälber-Milch für den Menschen, die dieses Leid und dieses Geschäftsmodell erschafft.

Es ist unser Kälbermilchkonsum, im Käse, in der Frischmilch, im Backwerk, in der Butter und im Joghurt. Und ja, wir sagen Kälbermilch, denn diese Milch gehört dem Kalb. Der erwachsene Mensch ist abgestillt und stellt sich seine Milch selber her. Einfach aus unserem Hafer. Also reicht es nach den schrecklichen Bildern aus Flintbek nicht aus zu sagen: Ich esse kein Fleisch mehr. Denn die Milch machts.





Foto: Kuh im Schlachthof Bad Iburg.