top of page
Anker 1

2024-02-21

SOKO Tierschutz deckt Messi Metzger auf. Räume voller verwester Kadaver in Wolferode.

In Wolferode, Sachsen Anhalt deckten SOKO Ermittler auf, dass ein Direktvermarkterbetrieb mit eigener Schlachtung seine Tiere seit mindestens mehreren Monaten verwahrlosen und grausam sterben lässt.
Die Böden der Räume direkt hinter dem Metzgerei Verkaufsraum waren bedeckt mit stark verwesten Schweinekadavern. Tiere waren angefressen und der Boden mit vertrockneter Leichenflüssigkeit bedeckt. In Behältnissen befanden sich große Mengen stark verwester Schlachtabfälle und von Ratten abgenagte Knochen. Die Tiere sind vermutlich verdurstet oder verhungert.
Auf einem anliegenden Grundstück entdeckten die Aktivisten weitere tote Gänse, Hühner, Kaninchen und verwahrloste Pferde. Die Tiere hatten auch kein Wasser.

SOKO Tierschutz konfrontierte gestern den Täter, der keinerlei Schuldbewusstsein zeigte und die Zustände leugnete. Das verantwortliche Veterinäramt das bereits eingeschaltet wurde zeigt sich wortkarg und verweigert Auskünfte über die Vorgeschichte des Betriebes. SOKO Tierschutz hat Strafanzeige gegen den Halter und den amtlichen Veterinär gestellt, der für die Kontrollen in der Schlachterei zuständig war.
„Es kann doch nicht wahr sein, dass da ein Tierarzt zur Tier und Fleischkontrolle ein und ausgeht und nicht merkt, was für ein Grauen wenige Meter entfernt stattfindet. Das muss Konsequenzen haben“, so SOKO Sprecher Mülln.

SOKO Tierschutz fordert, dass dem Verantwortlichen sofort ein umfassendes Tierhalte-, Tierbetreuungs- und Schlachtverbot erteilt wird.

2023-09-01

Schächtskandal - SOKO Tierschutz fordert Haftstrafen bei Prozess.

Im Schlachthof Prott wurde systematisch täglich und ausschließlich geschächtet. Hunderte Tiere, vor allem Schafe und auch Rinder, erlebten das Aufschlitzen und Ausbluten bei vollem Bewusstsein. Die Behörden wollen davon nichts mitbekommen haben.

Nun stehen mehrere Verantwortliche am Amtsgericht Lünen wegen Tierquälerei vor Gericht, denn betäubungsloses Schlachten ist in Deutschland, bis auf seltene Ausnahmen, verboten.

„Wir fordern nicht weniger als die Höchststrafe, also drei Jahre Gefängnis. Speziell für die zwei einheimischen Chefs, die das perfide System organisiert haben. Leider stehen die zweitwichtigsten Verantwortlichen für das Grauen nicht vor Gericht: Die für die Kontrolle zuständigen Veterinäre. Denn ohne ein konsequentes Wegsehen wäre dieses Verbrechen nicht möglich gewesen“, so SOKO Tierschutz Sprecher Friedrich Mülln.

Der Fall ist für SOKO Tierschutz bezeichnend für einen Trend zu illegalen Schwarzschlachtungen und Behörden, die das nicht stoppen können oder wollen. „Die Strafen für Tierquälerei sind in Deutschland üblicherweise lächerlich gering. Hier kann und muss das Amtsgericht Lünen mit aller Härte gegensteuern. Sonst geht das Schächten an der nächsten Ecke weiter.“, fordert SOKO Tierschutz Sprecher Mülln.

2023-08-23

Gewalt und Sadismus: SOKO Tierschutz deckt extreme Qual an Hühnern auf.
LK Emsland/Niedersachsen

In einem niedersächsischen Hühnermastbetrieb im Landkreis Emsland mit mehr als 200.000 Hühnern entlarven Undercover Aufnahmen unfassbare Zustände. Schwache, verletzte und kranke Tiere werden nicht etwa separiert und gepflegt, sondern illegal mit einer selbst gebastelten Pike erstochen. Dabei dürften viele Tiere erst langsam im Kadaverbehälter an den schweren Stichverletzungen verenden.

Beim Verladen der Tiere setzen sich die Exzesse fort. Der übliche rücksichtslose Umgang wie das Werfen der Tiere und das Stopfen in die Transportkisten gipfelt hier in purem Sadismus. Verletzte Tiere werden durch die Halle getreten und die Arbeiter schubsen sich zum Spaß in die Massen von Hühnern, die sich erschöpft von der Turbomast kaum bewegen können und deren Knochen bei geringster Belastung brechen. Das Schubsen kommt immer wieder vor und wird von den Mitarbeitern vergolten, in dem man sich mit lebenden Hühnern bewirft. „Hier sehen wir ein extremes Maß an Verrohung und die Folge ist brutale Tierquälerei. Das ist nur möglich, da das Ausstallen in Deutschland nicht überwacht wird und die Folgen wie Knochenbrüche zwar von Schlachthöfen statistisch erfasst werden, aber keine juristischen Folgen haben. So öffnet man solchen Sadisten, aber auch der systematischen Tierquälerei bei Selektion und Verladung Tür und Tor.“, erklärt Friedrich Mülln von SOKO-Tierschutz.

Am Ende zeigt das Undercover Video ein Leichenfeld quer durch die ganze Halle. Einige Tiere sind zerquetscht und wurden mutmaßlich von dem Ausstallertruck überfahren. Andere verwesen schon seit Tagen im Stall oder sind frischen Knochenbrüchen und inneren Verletzungen erlegen.
„Was wir hier sehen, ist der ganz normale Alltag in einer Industrie, die keinerlei Rücksicht auf Lebewesen nimmt. Es verwundert nicht, dass hier solche Rohheit eskaliert. SOKO-Tierschutz hat in den letzten Jahren zahlreiche Austallungen bei Geflügelställen in der ganzen Republik dokumentiert. Wir sehen immer wieder Gewalt, Verrohung und zahlreiche Tierschutz Verstöße. Der Staat sieht weg, da er insgeheim weiß, dass die Industriemast gar nicht anders geht und jeder Eingriff das System Geflügel Massentierhaltung gefährden würde“, analysiert der SOKO Tierschutz Sprecher.

SOKO-Tierschutz hat Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gestellt und das Beweismaterial vor der Veröffentlichung den Behörden zur Verfügung gestellt. Die Hühner aus der hier dokumentierten Schwermast sind besonders für ein Maximum an Brustfleisch gemästet. „Da der Staat diese katastrophale Haltung zulässt und sie offenbar unkontrollierbar ist, sollte die Konsequenz sein, die tierquälerische Hühnerhaltung zu beenden. Es gibt sehr gute pflanzliche Alternativen in jedem Supermarkt, die einem Huhn diese Qual ersparen.“, kommentiert der SOKO Tierschutz Geflügelexperte Mülln.

2023-08-03

Zweiter Schlachthofskandal erschüttert Bayern. Tierquälerei führt auch zu Gefahr für Menschen – kranke Kühe misshandelt und zu Fleisch gemacht.

Die Schlachterei Horn im unterfränkischen Hobbach bei Miltenberg ist ein Hinterhof-Betrieb. Es ist der Metzger von nebenan, auf den sich so viele Menschen berufen - und hier geraten sie in die Falle und die Tiere in einen Abgrund aus Tierquälerei. Im Gegensatz zu dem vor zwei Wochen nach einer SOKO Tierschutz-Aufdeckung geschlossenen Schlachthof Aschaffenburg werden hier nur dutzende Tiere wöchentlich geschlachtet.

Die Metzgerei hat aber einen großen Wettbewerbsvorteil. Sie nimmt in den frühen Morgenstunden gezielt kranke, verletzte und sterbende Milchkühe und Fleischrinder an, sogenannte Downer. Diese Tiere sind nicht transportfähig, können nicht oder nur unter immensen Schmerzen laufen und dürfen nicht geschlachtet werden. Man spricht von illegalen Krankschlachtungen. Diese sind aber gerade für kleine und mittlere Betriebe ein lukratives Geschäftsmodell: “Die Bauern, wollen die schwer leidenden, kranken Tiere schnell loswerden und verramschen sie an skrupellose Metzger. Diese machen gute Gewinne, da sie das Fleisch zum normalen Preis verkaufen. Es finden sich immer skrupellose Viehhändler, die diese Tiere in die Hänger schleifen, man nennt sie im Branchenjargon Kadavertaxis“, erklärt SOKO Tierschutz-Ermittler Mülln die kriminelle Praxis.

SOKO Tierschutz hatte schon mehrere solcher Schlachtereien aus dem Verkehr gezogen. Der Fall Bad Iburg machte jahrelang Schlagzeilen. Seit der Zerschlagung solcher Großabnehmer kranker Kühe hat sich das Geschäft in immer kleinere Strukturen verlagert. Gemeinsam mit dem Fall Bad Iburg hat der Fall Hobbach die extreme Brutalität gegenüber den Tieren. Tiere werden mit Seilen aus den Transportern gezerrt und erst viel zu spät oder völlig unzureichend betäubt.

Eine Szene zeigt einen Viehhändler, der eine offensichtlich schwer verletzte Milchkuh mit fast 100 Stromstößen aus einem Elektroschocker und Fußtritten misshandelt, um das Tier zu zwingen, liegend mit wunden Gelenken die Rampe herunter zu kriechen. Dann versagt noch mehrfach das Bolzenschussgerät. Andere Szenen erinnern an die Schächtszenen durch Betäubungsversagen im Fall Aschaffenburg. Tiere wehren sich heftig nach dem Kehlschnitt und versuchen sogar, mit aufgeschnittener Kehle zu brüllen. Man hört noch lange das blubbernde Atmen beim Ausbluten der Tiere. Der Schlachter steht daneben und testet mit einem Wasserstrahl, ob das Tier reagiert. „Eingreifen tut er nicht“, beschreibt Mülln eine der schlimmsten Szenen.

Das Eingreifen fehlt auch beim Veterinäramt. In kleinen Betrieben müssen Leute vom Veterinäramt die Kontrollen der Landeskontrollbehörde gar nicht verraten, denn diese ist nicht zuständig und die Sichtung der vier Wochen Beweisaufnahmen zeigt überdeutlich, dass die amtliche Veterinärin für Sekunden zu sehen ist und die vorgeschrieben Lebendbeschau der Schlachttiere offenbar nicht stattfindet. „Damit ist das ganze Fleisch untauglich und müsste entsorgt werden. Wegen der kranken Tiere besteht auch akute Gefahr für Menschen, besonders für Kinder und Ältere, die das Fleisch essen. Damit haben wir den nächsten Behördenskandal“, so Mülln.

Dabei schlachtet der kleine Betrieb immerhin um die 1.500 Rinder im Jahr und macht einen Umsatz von 600.000 EUR.

SOKO Tierschutz fordert ein sehr hartes Vorgehen gegen die kriminellen Netzwerke hinter dem Handel mit Downer-Kühen und hat das Beweismaterial bereits am Montag der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt, sowie Strafanzeige gestellt. Der Betrieb wurde zwischenzeitlich durchsucht und müsste sofort geschlossen werden.

SOKO Tierschutz stellt heute Lösungen zur Milderung der katastrophalen Zustände in der Schlachtbranche vor. „Nach 16 Schlachtskandalen in sechs Jahren, die alleine SOKO Tierschutz aufgedeckt hat, sollte die Politik diese Punkte ernst nehmen und endlich handeln.“
Forderungen:

1. Personelle Konsequenzen in der Führung des Veterinärämter, wenn Aufsichtspflicht versagt.
2. Sofortige Entbindung der KBLV von der Pflicht, sich vor Kontrollen bei örtlichen Behörden anzumelden.
3. Vier-Augen-Prinzip bei Schlachthofkontrollen. Es müssen immer zwei amtliche Tierärzte gemeinsam kontrollieren.
4. Bodycams für Veterinärpersonal bei der Arbeit.
5. Videoüberwachung, die der KBLV untersteht und nicht dem Schlachthof.
6. Sofortige, rechtlich verbindliche Zertifizierung und Prüfpflicht für Betäubungsgeräte.
7. Ausweitung überregionaler Kontrollen der KBLV auf alle Schlachtbetriebe, um zu verhindern, dass sich Betriebe aus der Kontrolle der KBLV herausschrumpfen.
8. Keine Förderung von kommerziellen Fleischfirmen oder Schlachthöfen durch Steuerzahler-Finanzmittel.
9. Schnelle strafrechtliche Verfolgung der Täter, um Abschreckung zu schaffen.
10. Verbot von elektrischen Treibhilfen, da diese routiniert missbraucht werden.
11. Anhebung der Höchststrafe für Tierquälerei auf mindestens 5 Jahre.
12. Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen statt Bauernopfern.

„Diese Forderungen werden das Tierleid nicht beenden, aber helfen, die Kontrollen zu schärfen und die schlimmsten Tierquälereien abzuwenden. Die Politik muss jetzt handeln!“, fordert der SOKO-Sprecher.

2023-07-25

Tierqual und verratene Amtsgeheimnisse in Aschaffenburg. Tiere geschächtet, Augen herausgerissen und Kontrollen verraten.

Der Schlachthof Aschaffenburg geriet bereits vor 10 Jahren durch Tierquälerei in die Schlagzeilen. Ein SOKO Tierschutz-Ermittler dokumentierte Straftaten, die nie geahndet wurden. Den Preis für das Justizversagen von damals zahlen die Tiere heute. Neue Aufnahmen aus den letzten vier Wochen, die SOKO Tierschutz der ARD und den Behörden zur Verfügung gestellt hat, zeigen eine neue Dimension des Grauens. Massenhafte Fehlbetäubungen, Mitarbeiter, die mehrere Kühe bei Bewusstsein aufschlitzen und Tiere, die mit dutzenden Stromstößen hintereinander gequält werden.

In einer Szene tritt ein Arbeiter einer, sich in der antiquarischen Betäubungsbox verzweifelt wehrenden Kuh gegen die Schnauze. Danach muss er ihr dreimal in den Kopf schießen und dennoch ist das Tier offensichtlich noch wach. Es blinzelt, verdreht die Augen und atmet. Anstatt das Tier ordentlich zu betäuben, wird es kurzerhand bei vollem Bewusstsein geschächtet. Das Tier erlebt also das Verbluten und wird von dem Arbeiter beschimpft und geschlagen.

Ein weiteres Tier reagiert noch, als man versucht, ihm die Beine abzuschneiden. Auch bei den Schweinen ein ähnliches Bild. Ein fehlbetäubtes Tier nach dem anderen und illegale Eingriffe. Den Schweinen werden systematisch während des Ausblutens für ein Labor die Augen herausgerissen. Das passiert auch bei Tieren, die nicht ausreichend betäubt sind. Dazu kommt Quälerei mit Elektroschockern und Personal, das nicht weiß, wo man in den Hals stechen muss oder wie man betäubt.

In einer Szene versagt die Betäubung bei mehreren Zuchtsauen. Eine Person ohne Sachkundenachweis soll nachbetäuben. Dies klappt bei zig Versuchen nicht, während die Schweine Höllenqualen durchleiden. Erst dann merkt man, dass das Betäubungsgerät nicht eingeschaltet ist und beginnt schallend zu lachen.

Außer Kontrolle
Die amtliche Tierärztin und ihre Mitarbeiter stehen nur wenige Meter entfernt und sehen den Vorfall. Dass es in dem Betrieb Personen gibt, die keine Sachkundenachweise haben, wissen sie und sie versuchen, es zu vertuschen. So warnte die amtliche Veterinärin den Schlachthof mehrfach vor Kontrollen der Landesbehörde KBLV. Danach konnten die gleichen Arbeiter weiterquälen. Auch ein Täter, der schon vor 10 Jahren bei der ersten SOKO-Aufdeckung Tiere quälte. Auch der Tierschutzbeauftragte ist in die Quälereien direkt involviert.

Eigentlich sollte alles gut beweisbar sein, denn der Schlachthof wird von einem Dutzend Kameras mit Nachtsichtfunktion überwacht. Aber offenbar werden diese nicht zum Schutz der Tiere, sondern zum Schutz vor Tierschützern genutzt. Am Mittwoch kam es nach Hinweisen von SOKO Tierschutz an die Behörden zu einer Razzia. Aber anstatt den Schlachthof endlich und sofort zu schließen, plant man einfach mit neuen Billigarbeitern weiter zu machen und unter dieser Führung sogar mit Millionen Steuergeldern einen neuen Schlachthof zu bauen. „Das wäre ein unglaublicher Skandal und ein Freischein für weiteres Leid. Wer Tiere quält, der darf nie wieder mit Tieren zu tun haben. Wir fordern Schlachtverbot für immer für alle Verantwortlichen!“, fordert SOKO-Sprecher Mülln.

„Aber auch die Bürgerinnen und Bürger sollten nachdenken und sehen, dass die Ausreden vom Metzger um die Ecke und Regionalität zu genau solchen Grausamkeiten führen“, so Mülln.

2023-01-18

Tierarzt-Prozess legt Fleischskandal offen. SOKO Tierschutz fordert Rücktritt von Amtschef.

Die juristische Aufarbeitung des größten Tierschutzskandals Deutschlands geht voran. Zahllose schwer kranke und verletzte Tiere aus der ganzen Republik waren in Bad Iburg illegal geschlachtet worden. Die Tierärzte müssen sich wegen des Verdachts auf Tierquälerei verantworten.

Doch der Tierschutzskandal weitet sich durch Aussagen der angeklagten ehemaligen, amtlichen Tierärzte des Landkreises Osnabrück zu einem massiven Fleischskandal aus.

Aussagen der Tierärzte und das Beweismaterial von SOKO Tierschutz weisen darauf hin, dass nicht nur die kranken und verletzten Kühe, sondern nahezu alle Tiere nicht wie vorgeschrieben lebend durch die Tierärzte begutachtet wurden. Vor Gericht schilderten die Anwälte der zwei angeklagten Tierärzte aus Glandorf und Melle, dass es eine Absprache zur Unterlassung dieser absolut wichtigen und gesetzlich unumgänglichen Kontrolle mit dem Amt in Osnabrück gegeben habe.

Die Verteidiger sprachen sogar davon, dass es in anderen Landkreisen wie Cloppenburg ähnliche Absprachen zum Rechtsbruch gäbe. Die vorgeladenen Veterinäre des Landkreises behaupteten von einer solchen Absprache nichts zu wissen. Eine Überwachung der prekär angestellten Privat-Tierärzte zur Schlachthof Kontrolle gab es in Osnabrück nicht.

Ohne Lebendbeschau keine Freigabe

"Das bedeutet, dass kein Gramm dieses Fleisches in den menschlichen Verzehr hätte gehen dürfen. Das betrifft tausende Tonnen produziertes Fleisch. Vieles davon von schwer kranken Tieren. Selbst verwesende Kadaver wurden angeliefert. Das ist ein katastrophales Versagen vom Amt, dass personelle Konsequenzen haben muss", fordert SOKO Tierschutz Sprecher Mülln.

SOKO Tierschutz bereitet nun rechtliche Schritte gegen die Leitung des Veterinäramtes vor und fordert, dass die Verantwortlichen sofort von ihrem Dienst entbunden werden.

Der Prozess offenbarte auch andere heikle Details. Amtliche Stempel die zur freien Verfügung offen herumlagen, Schlachter die staatlichen Tierärzte bedrohen und rauswerfen oder auch einen Biohof aus Telgte, der auch mal ein Tier mit dem Vorschlaghammer totschlägt und dann den Schlachter fragt, ob sowas auffällt.

"Das zeigt, dass das staatliche Überwachungssystem der Fleischbranche völlig versagt und von der Politik dringend eingegriffen werden muss. Der Kunde hat es in der Hand. Der Tofuburger hat solche Probleme nicht," so Friedrich Mülln.

Der Prozess wird nach drei Verhandlungstagen am 25.01.2023 abgeschlossen werden.

2022-12-19

10 Jahre Jagd auf Tierquäler.
SOKO Tierschutz feiert Geburtstag.

Das Konzept klang 2012 nach Scheitern: Kein Fundraising, keine Drücker, kein Büro, anonyme Masthühner und Schweine statt süßer Pandas oder Welpen und sehr mächtige Gegner aus der Agrarindustrie.

Ein Jahrzehnt später sind wir stolz auf 10 Jahre für die Tiere und dass wir bewiesen haben, dass gute Arbeit auch für die Schwächsten von den Menschen honoriert wird", freut sich SOKO Tierschutz Gründer Friedrich Mülln.

Die Augsburger Tierschutzorganisation hat viele Erfolge erzielt. Vier geschlossene Tierversuchslabore, 14 geschlossene Schlachthöfe und Metzgereien, nerzölfreie Supermärkte, 4 geschlossene Mast- und Zuchtanlagen und über 100 Gerichtsurteile gegen Tierquäler. Darunter auch Freiheitsstrafen.

"SOKO Tierschutz hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Tierquäler nicht mehr schadlos davonkommen. Unsere Zusammenarbeit mit der Polizei und hieb- und stichfeste Recherchen zahlen sich vor Gericht aus", erläutert SOKO Sprecher Mülln.

Die Einsätze gingen von Niederbayern und Schleswig-Holstein bis nach Ungarn, Polen oder China. "Wir finden trotz unserer Auslandseinsätze, dass man erst vor der eigenen Haustür kehren muss, anstatt auf fremde Länder zu schimpfen. Wird Tierqual aber verlagert, wie bei Daunen oder Pelz, sind wir da", so Mülln.

Unvergessen sind auch die Demonstrationen gegen Tierversuche, bei denen friedlich mehr Menschen auf die Straße gingen, als jemals zuvor in Deutschland. Als Folge konnten hunderte Hunde, Katzen und Mäuse aus Laboren gerettet werden.

"Für uns war immer wichtig, dass wir den Wandel in der Gesellschaft friedlich schaffen und dass Tierschutz, Umweltschutz und Menschenschutz zusammen gehört", erklärt der SOKO Sprecher.

Wie geht es weiter?

Der Wandel zu einer rein pflanzlichen Lebensweise ist aus Sicht der Tierschützer von SOKO nicht aufzuhalten. Die Massentierhaltung im Niedergang wird aber noch mehr Katastrophen verursachen und SOKO Tierschutz wird dort sein und diese an die Öffentlichkeit bringen. Nach wie vor als kleines Team, ohne Fundraising und im Einsatz für die schwächsten Tiere.

2022-12-15

Lasche Justiz verursacht neue Tierqual, Fleischindustrie sieht weg. Deutschlands schlimmster Tierhändler misshandelt weiter Tiere.

SOKO Tierschutz deckt mit einer aktuellen Recherche auf, dass die schwachen Strafen gegen kriminelle Viehhändler durch Staatsanwälte wie Bernhard Lucks aus Oldenburg neue Quälereien schaffen. Die einschlägig bekannte Firma Hunecke aus Westerkappeln flog durch Ermittlungen der Münchner Tierschutzorganisation SOKO Tierschutz 2018 durch unfassbare Gewalt an illegal transportierten, schwer kranken Kühen auf.

Die Verantwortlichen erhielten nur Geldstrafen. Die Quittung folgte mit einer erneuten Aufdeckung von illegalen Tiertransporten kranker und verletzter Tiere durch Hunecke in 2021. Die Aufnahmen eines aus dem letzten Tierschutzskandal bekannten Hunecke-Mitarbeiters, der einem zusammengebrochenen Bullen immer wieder in den Bauch tritt, sorgten für Entsetzen und ein neues Strafverfahren.

Aktuelle Filmaufnahmen aus den letzten Monaten zeigen, dass die Abschreckung der Justiz wieder versagt hat.

Die Aufnahmen zeigen die gleichen Täter von Hunecke wieder mit kranken und verletzten Tieren auf Tiertransporten zu deutschen Schlachthöfen. Kühe werden geschlagen, getreten oder mit dem Dampfstrahler oder Schmerzgriffen gequält.

Versandetes Behördenverfahren.

Dabei hatte das zuständige Veterinäramt nach den Grausamkeiten der Firma im April 2022 endlich ein Verfahren angestrengt, um der Firma Hunecke den Tierhandel zu untersagen. "Das Eilverfahren versandet jetzt schon 8 Monate und als wir die aktuellen Beweise dem Amtsleiter Dr. Brundiers übergeben wollten, wurde ich unter Androhung der Polizei hinausgeworfen. Das lässt tief blicken, wie es zu Jahren an Tierquälereien im Landkreis Steinfurt durch Hunecke kommen konnte. Wir haben jetzt wieder Strafanzeige erstattet und sehen das als letzte Chance für das Amt", sagt SOKO-Sprecher Mülln.

Eine große Mitverantwortung für kriminelle Viehhändler wie Hunecke sieht die Tierschutzorganisation bei den Schlachtkonzernen. "Wir haben Tönnies, Vion, Westfleisch, Danish Crown und alle anderen angeschrieben. Wir haben sie gebeten sich zu verpflichten, verurteilte und unverbesserliche Tierquäler als Lieferanten auszuschließen. Von den Firmen Tönnies und Steinemann gab es positive Signale. Die meisten zaudern aber, da sie wohl fürchten, dass mächtige Viehhändler mit ihren Mengen an Tieren zur Konkurrenz abwandern", erklärt der SOKO Sprecher. Einer der wichtigsten Partner des kriminellen Viehhändlers Hunecke ist der Versandschlachthof Unterweser Cordts in Bremerhaven.

Auch der deutsche Einzelhandelsverband HDE sagte ab. Hier fühlt man sich nicht zuständig und verkauft lieber tote Tiere, auch wenn sie von vorbestraften Tierquälern geliefert wurden.

"Wir finden es unfassbar, dass die schlimmsten Tierquäler immer wieder davonkommen. Die Fleischindustrie, eine lasche Justiz und die Supermärkte wollen diese Leute nicht stoppen." sagt SOKO-Sprecher Mülln.

2022-11-29

SOKO Tierschutz begrüsst gerechte Strafe im Bad Grönenbach Prozess.
Historisches Urteil gegen Tierquäler.

In dem ersten großen Prozess um die von SOKO Tierschutz 2019 ins Rollen gebrachten Aufdeckungen auf Milchviehbetrieben im Allgäu ist ein wegweisendes Urteil gefallen: Zwei Jahre und 10 Monate Gefängnis für den einen Täter und zwei Jahre auf Bewährung für den zweiten Täter, sowie ein fünf Jahre langes generelles Tierhalteverbot.

Die Täter hatten zahlreiche Kühe und Kälber unter Schmerzen und Leiden zugrunde gehen lassen und auch direkt misshandelt.

"Das zeigt, dass die Justiz in Bayern Tierschutz ernst nimmt und Fälle öffentlich aufgearbeitet werden. Tierquälerei muss Gefängnis bedeuten. Hier am Landgericht Memmingen wurde Tierschutzgeschichte geschrieben", so SOKO Tierschutz-Sprecher Mülln.

Wegweisend waren auch die Einschätzungen der Staatsanwaltschaft. Wonach ganz klargestellt wurde, dass Leid und Niedergang von Tieren aus Unterlassen gleichwertig wie aktive Taten gelten und länger anhaltende Leiden auch bei kurzen Schmerzen gegeben sind. "Leiden sind bei Tieren als erheblich zu bewerten, wenn sie über geringe Schmerzen beim Menschen hinausgehen", erklärte der Staatsanwalt.

"Hier ging es um Leiden und Schmerzen, Niedergang und Siechtum, Alltag in vielen Milchviehbetrieben. Dass das jetzt endlich angemessen geahndet wird, ist ein großer Erfolg für den Tierschutz und schafft endlich Abschreckung", erläutert Mülln.

Leider ist dieses Urteil noch eine Ausnahme. Im Rest der Bundesrepublik, speziell im Hort der Massentierhaltung in Niedersachsen, werden Tierschutzfälle immer noch massenhaft eingestellt, von der öffentlichen Aufarbeitung ausgeschlossen und mit lächerlichen Strafen geahndet.

2022-11-21

Kranke Tiere misshandelt und geschlachtet. Haftstrafen im Schlachthof Skandal von Stade.

Eine Recherche von SOKO Tierschutz deckte das kriminelle Netzwerk auf. Die Verantwortlichen des Schlachthofs Maretzki in Düdenbüttel bei Stade ließen systematisch kranke und schwer verletzte Kühe bei Milchviebetrieben in Niedersachen einsammeln. Dabei wurden die Tiere brutal mit Mistgabeln, Schaufeln und Elektroschockern mißhandelt. Die nicht transportfähigen Tiere wurden unter extremen Schmerzen per Seilwinde in die Transporter gezogen und dann illegal geschlachtet.

Besonders schockierend war eine Szene, bei der ein krankes Rind mit der Seilwinde in den Transporter geschleift wurde. Dabei wurde das Hanfseil durch das Auge des Tieres gezogen und dem Tier extreme Schmerzen zugefügt.

Tierärzte bekamen angeblich nichts mit.

Die zwei amtlichen Tierärzte des Landkreises Stade waren angeblich bei der Anlieferung der kranken Tiere nicht dabei. Bei ihren Zeugenaussagen verwickelten sie sich in enorme Widersprüche. So waren sie nicht in der Lage das System aufzudecken, weil sie nicht aufklären konnten, warum abends mehr Tiere geschlachtet waren, als sie selber begutachtet hatten. Man habe auch die Ohrmarken der Tiere nicht ablesen können, da sie schmutzig oder beschädigt waren. "Diese entweder völlig unfähigen oder eingebundenen Tierärzte hätten genauso auf die Anklagebank gehört", fordert SOKO Tierschutz-Sprecher Mülln.

Angeklagt wurden 15 Fälle von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und 9 Fälle von gewerbsmäßigem Betrug durch den Handel mit dem illegal erzeugten minderwertigen Fleisch.

Der Geschäftsführer und sein Sohn wurden zu einer Haftstrafe von einem Jahr und 10 Monaten und 9 Monaten zur Bewährung, und jeweils Geldstrafen von 4000 Euro und 1000 Euro verurteilt.

Damit blieb das Gericht weit unter der Forderung der 40 demonstrierenden Tierschützer vor dem Gericht. "Wir fragen uns, was man Tieren antun muss, dass endlich jemand ins Gefängnis muss. Die schwachen Urteile werden Nachahmer im lukrativen Geschäft mit den kranken Opfern der Milchindustrie auf den Plan rufen." so SOKO Tierschutz-Sprecher Friedrich Mülln.

SOKO Tierschutz hatte 2019 die schockierenden Aufnahmen von den Tiertransporten der Firma veröffentlicht. Der Schlachthof wurde geschlossen. Der Prozess war dieses Jahr nach dem Fall Bad Iburg der zweite große Schlachthofskandal um illegale Krankschlachtungen vor Gericht.

2022-10-07

Tierschützer fordern Absetzung von Skandal Staatsanwalt. Strafanzeige gegen Oberstaatsanwalt.

SOKO Tierschutz demonstriert am Freitag den 07.10 zwischen 11.00 und 13.00 in Oldenburg vor der Staatsanwaltschaft gegen die lasche Justiz in Sachen Tierschutz in Niedersachsen.

Tierschutzverfahren werden durch die von Bernhard Lucks geführte Schwerpunkt Staatsanwaltschaft seit Jahren eingestellt, von der öffentlichen Aufarbeitung fern gehalten oder mit lächerlichen Strafen bedacht. So kamen viele Tierquäler davon und das in dem Bundesland in dem die industrielle Tierhaltung mit ihren Abgründen zu Hause ist wie in keinem anderen. Das System der Unterdrückung einer kompetenten und erfolgreichen Justiz zur Durchsetzung des Tierschutzes hat einen Namen: Oberstaatsanwalt Lucks bewies zum Beispiel bei Deutschlands größten Tierschutzskandal, dem Fall Bad Iburg, dass selbst bei grauenhaftester organisierter Agrarkriminalität, nach jahrelanger Verschleppung der Ermittlungen, keine ernsten Folgen drohen und Tierquäler einfach weiter Recht brechen.

"Den Preis für diese Mischung aus Inkompetenz, Desinteresse und Schutz von Tierquälern zahlen die Tiere und die Verbraucher. Es ist erschreckend zu sehen, dass das Wirken von Herrn Lucks keinerlei Abschreckung erzeugt. Darum haben wir uns entschlossen juristisch gegen den Staatsanwalt vorzugehen.", so SOKO Sprecher Mülln.

SOKO Tierschutz hat daher eine Strafanzeige wegen des Verdachts auf Rechtsbeugung und Strafvereitelung im Amt gegen Oberstaatsanwalt Bernhard Lucks vorbereitet.

SOKO Tierschutz fordert, dass das Tierschutzgesetz ausgeschöpft wird und Tierquäler Verfahren nicht vom Tisch gewischt oder über Jahre verschleppt werden. "Hier steht auch die Glaubwürdigkeit der Politik in Niedersachsen auf dem Spiel, die CDU und SPD legen ja gerne Wert darauf, dass der Staat den Tierschutz regelt, dann sollte man aber dem Staat auch die Anwälte geben, die das können und wollen", so Mülln.

2022-09-27

Das schmutzige Geschäft mit kranken Mutterschweinen. SOKO Tierschutz deckt grausame Tiertransporte bei Viehhändler in Baden-Württemberg auf.

Das Gebiet Schwäbisch Hall ist eine Schweinemast und Zucht Region. Hier operiert die Viehhandlung Berger aus Ilshofen. Versteckte Kamera-Aufnahmen aus vier Monaten beweisen ein skrupelloses Geschäftsmodell.

Regelmäßig wurden schwer kranke, gelähmte oder schwerverletzte Tiere von Bauern aus der Region Schwäbisch Hall abgeholt und zu Schlachthöfen in Süddeutschland gebracht. "Dieses Schicksal traf vor allem Mutterschweine, die in der Schweinezucht ohnehin schon das schlimmste Leben haben und nach wenigen Jahren krank und unrentabel sind", erklärt SOKO Tierschutz-Sprecher Mülln.

Dabei wurde extreme Gewalt angewendet. Tiere mit gelähmten Hinterläufen wurden herumgeschleift und mit Elektroschockern misshandelt. Manchem Tier hing während dem Transport der Darm aus dem Körper. Dabei dürfen solche kranken Tiere nicht transportiert oder geschlachtet werden. Werden solche Tiere zu Fleisch, spricht man von illegalen Krankschlachtungen. Im Stall der Viehhandlung wurden die Tiere eng an eng regelrecht "gelagert" und der beißende Gestank war für die Tierschutz-Ermittler kaum zu ertragen.

Unter den sechs Abnehmern der Berger-Schweine sind auch die zwei größten Schweineschlachter des Bundeslandes. "Wir werden die Firmen an ihre Verantwortung erinnern und sie auffordern die Zusammenarbeit mit kriminellen Viehhändlern umgehend zu beenden", so Friedrich Mülln.

Auch die restlichen Tiere in der Viehhandlung trafen ähnliche Schicksale. Wahllose Stromschläge, auch ins Gesicht, selbst bei kleinen Ferkeln. Eine Szene zeigt, wie ein Ferkel aus dem Stall des Bauern am Ohr in den Transporter geschleift wird. Zudem gibt es zwei erschreckend dilettantische Tötungen durch den Chef der Firma, bei denen die Tiere einen langwierigen Todeskampf durchleiden.

Besonders prekär: Der Skandal-Stall der Viehhandlung befindet sich gerade einmal zwei Minuten vom zuständigen Veterinäramt entfernt. Der Betrieb durfte weiter machen obwohl er bei den Behörden seit Jahren einschlägig bekannt war.

Der Fall Berger ist der zweite Tierschutzskandal im Bundesland innerhalb weniger Wochen. Der Viehhändler war ein wichtiger Schweinelieferant für den Schlachthof Kühnle in Backnang, der wegen Tierquälerei in die Schlagzeilen geriet. Ob auch kranke Tiere an den Schlachthof geliefert wurden, muss die Polizei klären.

SOKO Tierschutz informierte das zuständige Veterinäramt schon im Februar über die Zustände. Zwei weitere Warnungen im Juli blieben ebenfalls unbeantwortet. Von der Strafanzeige am 8. Juli vergingen vier Wochen bis die Staatsanwaltschaft Ermittlungen beauftragte.

"Das zeigt, dass Tierschutz unter Ministerpräsident Kretschmann und seinem Minister Hauk absolut keine Priorität hat, obwohl das schon der vierte Skandal in Folge ist. Darum fordern wir, dass Landwirtschaftsminister Hauk von seiner Verantwortung für Mensch und Tier entbunden wird. Hier muss ein Neuanfang her!", fordert Mülln.

2022-08-29

Schwarzer Tag für den Tierschutz.
Tierquäler von Bad Iburg kommen mit milden Strafen davon. Keine Gerechtigkeit für geschundene Milchkühe.

Die Ermittlungen nach der Aufdeckung von SOKO Tierschutz um den Horror Schlachthof von Bad Iburg zogen sich jahrelang in die Länge, immer wieder kamen Täter mit kleinen Strafen davon, nun kam es zum "kurzen" Prozess gegen die Haupttäter.

Dort waren über Jahre illegal schwer verletzte und kranke Rinder geschlachtet und unter großen Profiten zu Fleisch gemacht worden. Auch Kadaver von längst verstorbenen Tieren landeten in der Zerlegung. Die Tierärzte vom Amt aus Osnabrück deckten die Straftaten systematisch. Die Tiere wurden dabei hundertfach mittels Seilwinden bei vollem Bewusstsein trotz gebrochener Beine umhergeschleift und massiv mit Stromschlägen und grober Gewalt misshandelt.

Die Strafen nach einer kurzen Verhandlung von knapp fünf Stunden machen nicht nur Tierschützer sondern auch Experten und Pressevertreter sprachlos. Nachdem sich der Richter um zu langsame Festplatten der Tierschützer beschwert hatte und die Lügen der Beklagten, im Sinne von "man habe Qualen für Tiere vermeiden wollen" als Reue gewertet hatte und auch noch das verbummelte Verfahren von vier Jahren als strafmildernd eingestuft hatte, gab es für den Schlachthof Chef zwei Jahre auf Bewährung und 3000 Euro für seine Mittäter je 9 Monate und einmal 2000 und 1500 Euro Strafe.

"Das war die Chance zum ersten mal in der deutschen Geschichte beim größten Tierschutzskandal dieses Landes die Höchststrafe nach Tierschutzgesetz zu verhängen. Man hat diese Chance vertan, schlimmer noch man gibt damit das Signal, dass man selbst mit den schlimmsten Taten gut davon kommen kann. Das wird auf schlimme Art und Weise Schule machen", erklärt SOKO Sprecher Mülln.

Tierschützer protestierten mit Trauerkranz im Gedenken an das Tierschutzgesetz vor dem Gericht. Auf den Schildern forderten sie "Gefängnis für Tierquäler" und "Gerechtigkeit für Tiere".

Fraglich ist auch, was in vier Jahren Ermittlungen gemacht wurde, da nur das Beweismaterial von SOKO Tierschutz genutzt wurde, das völlige Fehlen eigener Ermittlungen und wichtiger Zeugen durch die Staatsanwaltschaft Oldenburg führte fatalerweise auch zur Einstellung der Verbraucherschutzvorwürfe. So konnte nicht geklärt werden, was aus den in den Schlachthof zerlegten Kadavern bereits lange verstorbener Tiere geworden war.

"Die Politik schweigt, die Justiz lässt die Aufklärung versanden, die Veterinärämter schauen weiter weg und Täter kommen selbst mit monströsen Taten davon. Damit ist das Tierschutzgesetz beerdigt und der nächste Skandal in der Schlachtbranche vorprogrammiert." sagt der sichtlich betroffene SOKO Tierschutz Sprecher.

Die Frage die bleibt: Was muss man in Deutschland Tieren antun um ins Gefängnis zu kommen?

2022-08-28

Tierschützer fordern Gerechtigkeit im Fall Bad Iburg. Größter Schlachtskandal der deutschen Geschichte vor Gericht.

Es war eine kriminelle Vereinigung aus hunderten Bauern, einem Dutzend Viehhändlern und einem kleinen Schlachthof, der über Jahre schwer verletzte und kranke, aber auch längst verstorbene Tiere in Bad Iburg illegal zu Fleisch machte. Das passierte unter den Augen der Behörden, die die Straftaten vertuschten. Am Montag dem 29.08.2022 kommt der Haupttäter vor Gericht.

Auf dem Videomaterial von SOKO Tierschutz ist er und sein Team wochenlang, Tag für Tag bei brutalen Übergriffen auf Tiere zu sehen. Die Milchkühe hatten gebrochene Beine oder schwersten Wunden.

Diese Tiere wurden systematisch bei Bewusstsein mit einer Seilwinde abgeladen.

Nach zahlreichen Urteilen gegen Mittäter, die alle weit unter den Erwartungen verliefen, hoffen Menschen endlich auf Gerechtigkeit für die Tiere und ein Urteil, was dem Tierschutzgesetz Geltung verschafft. "Das kann angesichts dieser bisher beispiellosen Grausamkeiten nur die Höchststrafe von drei Jahren Gefängnis sein, die in der bundesdeutschen Geschichte noch nie verhängt wurde. Alles andere wäre eine Justizschande und würde das deutsche Tierschutzrecht endgültig zur Lachnummer verkommen lassen", erklärt SOKO Sprecher Friedrich Mülln.

Die Zeichen stehen schlecht.

"Bisher hat man alles unternommen um diesen Skandal fern der Öffentlichkeit zu beerdigen und hat verhindert,dass sich z.B. die verantwortlichen Tierärzte öffentlich rechtfertigen mussten. Die geringen Strafen sorgten bei den Tätern für Erheiterung. Abschreckung ist gleich Null. SOKO Tierschutz überführte mehrere der Bad Iburg Täter erneut der Tierquälerei",kommentiert Mülln.

SOKO Tierschutz wird mit einer Mahnwache vor Ort sein. Bereits am Donnerstag demonstrierten über 200 Aktivisten in Osnabrück für Gerechtigkeit und forderten die Höchststrafe, mit Bildern von 230 Opfern.

2022-08-23

Totalversagen beim Schutz der Tiere im Schlachthof. Undercover Aufnahmen zeigen Tierquälerei vor Augen der Behörden in Backnang.

Nach drei Schlachtskandalen in Baden-Württemberg sollte Minister Hauks Aktionsplan Schutz vor Tierquälerei bringen. Videokameras, strengere Kontrollen vom Amt, moderne Technik, finanziert vom Steuerzahler. Die traurige Realität zeigen Aufnahmen des Schlachthofes Backnang aus den letzten Monaten.

Vor den Augen des amtlichen Veterinärs und Überwachungskameras kommt es zu brutalen Übergriffen auf die Tiere. Der amtliche Veterinär macht sogar mit und quält ein Rind illegal mit Stromschlägen.

Regelmäßig werden Tiere nicht richtig betäubt, manche Schlachtungen gleichen regelrecht einer Schächtung. "Die Mitarbeiter haben keine Ahnung, die Tiere erwachen im Todeskampf, der Veterinär bleibt untätig oder macht sogar mit. Das zeigt, dass die Regierung absolut gescheitert ist", so SOKO Sprecher Mülln. Die Aufnahmen gleichen den Zuständen, der in Vergangenheit aufgedeckten Schlachthöfen Tauberbischofsheim, Biberach und Gärtringen.

Die als Schutz für Tiere angepriesenen Kameras stellten sich als völlig sinnlos heraus. Die Kameras hatten kurioserweise eine Nachtsichtfunktion. Scheinbar um zu verhindern, dass Tierschützer Kameras installieren.

Mitarbeiter des Schlachthofes stachen bis zu 200-mal hintereinander mit einem Eschocker zu. Dabei wurde auch auf die Genitalien und das Euter gezielt.

Das Bildmaterial zeigt Schweine, die Gewalt und Todespanik in der hochmodernen Betäubungsanlage erleben. "Die neue Technik zeigt genau die gleichen Probleme wie die Alte, die Tiere leiden weiter" , stellt der SOKO Tierschutz Sprecher fest.

Und auch in Sachen Hygiene machen die Bilder Sorgen. Schwerst verdreckte Tiere, mit Zentimeter dicker Fäkalschicht werden zerlegt, die Hygieneregeln nicht eingehalten. Hinter dem Betrieb lagerten hunderte Schuss Munitionen, Elektroschocker und Bolzenschussgeräte in einem unverschlossenen Schuppen. "Das ist brandgefährlich für spielende Kinder und rundet das schaurige Bild eines weiteren Schlachthofes außer Kontrolle ab. Mit der eiligen Selbstschließung des Betriebes durch den Eigentümer, versucht man nun zu verhindern, dass die Behörden den Schlachthof endgültig dicht machen. Das Amt wusste von vielen Problemen, hatte lange zu gesehen und war schon vor sechs Wochen ausdrücklich durch uns gewarnt worden",so Mülln.

SOKO Tierschutz fordert, dass sofort Maßnahmen ergriffen werden. "Wir brauchen ein Rotationsprinzip der Tierärzte, um aus dem Filz rauszukommen, wirklich unabhängige verbeamtete Überwacher und einen Weg raus aus einem System, dass Tiere ausbeutet und zu Tode quält.", fordert Mülln.

SOKO Tierschutz hat Strafanzeige gestellt. Es ist der 13. durch die Tierschutzorganisation zur Schließung gezwungene Schlachthof, in den letzten vier Jahren. Eine Zahl die das Ausmaß der Zustände in deutschen Schlachthöfen erschreckend eindrucksvoll belegt.

2022-07-29

Grauenhafte Zustände in Schlachterei aufgedeckt. SOKO Tierschutz fordert die Schließung des Betriebes.

Der Schlachtbetrieb Horn in Flintbek wirbt mit handwerklicher Schlachtung, Qualität und Sicherheit. Bildmaterial aus den letzten drei Monaten zeigt, dass dort Tierquälerei und Hygienechaos herrscht. Rinder werden nicht ausreichend und unsachgemäß betäubt. Es kommt zu langen Todeskämpfen. Die Metzger zeigen dabei keinerlei Anteilnahme. Die Technik vor Ort ist völlig unzulänglich. Der Metzger greift auch zu brutaler Gewalt gegen Rinder und Schafe. Das Geschäftsmodell des Betriebes ist das Schlachten von alten, gebrechlichen Kühen, vorwiegend aus der Milchindustrie. Dabei sind scheinbar auch kranke und verletzte Tiere, die nicht einmal den Viehtransporter verlassen können. Sie werden per Seilwinde in den Schlachthof geschleppt. Das stand im starken Widerspruch zu der Werbung. Auf der Homepage wurde mit Fleisch von der eigenen Musterherde auf grüner Wiese geworben. Von kaputten abgemagerten Milchkühen, mit gewaltiger Gelenkentzündung war dort nichts zu lesen. "Das ist aus unserer Sicht ein krasser Fall von Verbrauchertäuschung, zeigt aber mal wieder, wie man buchstäblich aus den Schrott-Tieren, guten Profit machen kann. Ein gängiger Trick des Metzgers von Nebenan", erklärt Mülln."Hier besteht der Verdacht auf illegale Krankschlachtungen. Das würde eine große Gefahr für die Verbraucher*innen bedeuten", so SOKO Tierschutz Sprecher Mülln. Im Betrieb herrscht Hygienechaos. Auf dem Material sind Blutpfützen am Boden, mit Fleischfetzen verstopfte Abläufe, am Boden liegende Organe und mit Fett und Fleisch verunreinigte Maschinen außerhalb der Arbeitszeiten zu sehen. Der Gestank vor Ort ist ekelerregend. Das Bildmaterial wurde durch das Magazin Spiegel und mehreren Experten geprüft. Das Fazit der Veterinäre ist verheerend. SOKO Tierschutz fordert die sofortige Schließung des Betriebes. Es wäre dann der 12. Schlachthof, der nach solchen Recherchen von der Organisation geschlossen wurde. Alle Fälle haben mit diesem auch gemeinsam, dass die örtlichen Veterinärkontrollen krachend versagt haben.

2022-02-13

Brutaler Angriff auf Mahnmahl. Unbekannte versuchen Hamburger Stadtmusikanten zu zerstören.

Gestern Nacht griffen unbekannte Täter das Mahnmahl für die Versuchstiere an der Hamburger Alster an und zerstörten das Fundament mit roher Gewalt.

SOKO Tierschutz verurteilt diesen Hass, der mit krimineller Energie die Erinnerungskultur an die zahllosen Opfer der Tierversuche auszulöschen versucht. Die Bronze-Statue eines Beagle Hundes, eines Makaken Affen, eines Kaninchens und einer Ratte hatte sich in den letzen Monaten zu einem Ort der Andacht und Trauer für tausende Tierfreund*innen und normale Passanten entwickelt.

Die Zerstörungstat erinnert an die Angriffe auf ein ähnliches Denkmal, den Brown Dog in London Anfang des 20. Jahrhunderts. Auch der Brown Dog wurde zerstört, er war den Menschen ein Dorn in Auge die meinen Tiere als Messinstrumente verbrauchen zu können.

SOKO Tierschutz wird dieses wichtige Anliegen unterstützen und den Tätern zeigen, dass ihre Gewalt vergeblich war und die Hamburger Stadtmusikanten auch in Zukunft wieder standfest an der Alster mahnen werden. Die Stadt Hamburg hatte jüngst eine Sondernutzungserlaubnis erteilt.

Der Brown Dog steht in London bis heute. Das sollte auch den Hamburger Stadtmusikanten vergönnt sein.

"Es ist eine Schande, dass Deutschland viele Millionen Tiere in unnötigen und grausamen Tierversuchen opfert. Da braucht es einen Ort, in dem sich das Andenken, die Trauer und das Mitgefühl der Menschen zeigen kann. Darum sind die Hamburger Stadtmusikanten so wichtig", sagt SOKO Sprecher Friedrich Mülln.

2022-01-21

Schockierendes Jägervideo. Schwere Tierquälerei durch Jäger in Hinterhof.

SOKO Tierschutz erhielt ein Jägervideo aus anonymer Quelle. Das Video das auch Bild Live vorliegt zeigt einen Jäger, der ein Wildschwein, das offenbar nach einem Transport panisch erwacht, auf brutalste Art und Weise mit einem Taschenmesser in einem dörflichen Hinterhof tötet. Das Tier kämpft schreiend um sein Leben, während der Täter auf es einsticht. Die dabei anwesenden Komplizen lachen und rufen "Waidmannsheil".

Bei dem Todeskampf des Tieres handelt es sich aus Sicht von SOKO Tierschutz um einen entsetzlichen Fall von Tierquälerei. "Wir haben sofort Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg erstattet, denn was hier an Rohheit und Brutalität passiert, ist entsetzlich und ein klarer Fall für die Polizei, der ins Gefängnis führen muss. Wahrscheinlich wurde das Tier davor schon schwer verletzt transportiert. Wir vermuten den Tatort in Niedersachsen", so SOKO Sprecher Mülln.

Das Video erinnert auf fatale Art und Weise an einen ähnlichen Fall von vor einem Jahr. Eine Jägerin hatte damals eine Hauskatze nahe Augsburg in einer Falle mit mehreren Schüssen äußerst stümperhaft getötet. Wie so häufig in Tierschutzverfahren ist der Fall bis heute nicht geahndet und die Täter auch nach wie vor bewaffnet. "Das aktuelle Video zeigt, dass es sich bei solchen sadistischen und brutalen Taten durch Jäger*innen in Wald und Flur wohl eher um die Spitze des Eisbergs handelt. Politik und Justiz müssten eine deutlich härtere Gangart gegen Jäger-Kriminalität anschlagen", folgert Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Die gespielte Empörung der Jagdverbände ist unglaubwürdig. Die Videos zeigen, was Jäger*innen in Deutschland als amüsante Normalität ansehen. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Jagdverbände sich aktiv gegen Gewalt durch Jäger*innen einsetzen, diese Fälle verfolgen und ahnden.

Die Tierschutzorganisation fordert ein Verbot der Hobbyjagd und gewaltfreie, fortschrittliche Konzepte für den Umgang mit der Natur und ihren Bewohnern.

2021-12-14

Das Haimassaker vor unserer Haustüre. Ampel muss Grundschleppnetzfischerei beenden. ARD Report Mainz zeigt schockierende undercover Aufnahmen.

SOKO Tierschutz schleuste auf Nordseefischkuttern undercover ErmittlerInnen ein, die auf britischen und französischen Trawlern unfassbare Tierquälerei und Zerstörung dokumentierten. Die Opfer sind Millionen Haie, die wie alle anderen Meerestiere entweder teils über Stunden ersticken oder bei vollem Bewusstsein geschlachtet werden. Nicht willkommener Fang wird brutal zertreten oder wie zahllose Jungtiere illegal tot ins Meer gekippt. Oft werden den Tieren durch den hohen Druckunterschied die Augen aus dem Schädel gedrückt. Meereskrabben werden die verwertbaren Scheren bei vollem Bewusstsein ausgerissen und die verstümmelten Körper ins Meer zurück geschmissen und die Tiere einem grausamen Tod überlassen. Und das passiert nicht auf den gigantischen Fischereifabrikschiffen Asiens, sondern auf "idyllischen" 15-m-Kuttern in unseren europäischen Meeren. Kontrolle und Gesetze - Fehlanzeige: Obwohl Tierschutzgesetze eine Betäubung von Wirbeltieren vorsehen, wird diese bei Fischen einfach ausgesetzt, da sie ja nicht praktikabel wäre. Obwohl "Beifang" in der EU angelandet werden muss, findet diese Anlandung flächendeckend ebenso wenig statt wie ernstzunehmende Kontrollen. Dabei werden alleine im "Beifang" bei einem kleinen Trawler hunderttausende Tiere pro Fahrt grausam getötet. Hunderte Haie in 3 Tagen auf See:"Der Todeskampf der Tiere, besonders bei den starken Haien und Rochen ist fürchterlich. Die Verachtung der Fischer für diese fühlenden Lebewesen ist grenzenlos. Die Politik versagt auf ganzer Linie. Dabei ist die Grundschleppnetzfischerei mit ihrer totalen Zerstörung unserer Meere mit dem Brandroden der Regenwälder gleichzusetzten", erklärt Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz. Die aktuelle Aufdeckung wird auch von dem Schauspieler und Umweltschützer Hannes Jaenicke unterstützt, der wie SOKO Tierschutz ein Verbot der Grundschleppnetze fordert. SOKO Tierschutz hat die deutschen Handelsketten kontaktiert und fordert von Rewe, Edeka, Metro, Aldi und Co. einen sofortigen Verkaufsstopp von Meerestieren aus Grundschleppnetzfischerei. "Die Menschen müssen sich bewusst werden, dass Fische, Krabben, Tintenfische und all die anderen Lebewesen des Meeres eben keine Meeresfrüchte sind, sondern fühlende und unter massiven Qualen getötete Opfer und es keinen Grund gibt, diese Tiere zu Weihnachten oder sonst einem Tag sich einzuverleiben.", so Mülln.

2021-07-28

Kranke Kühe systematisch misshandelt. Tierschützer decken Metzger-Schlachthof auf. Polizei Razzia gegen Tierquäler aus NRW.

Polizeibeamte durchsuchten mehrere Standorte aus dem Umfeld der Metzgerei Mecke aus Werne NRW. Die Werbung der Firma aus dem Landkreis Unna spricht von "Achtung vor Tieren" - Recherchen von SOKO Tierschutz zeigen die traurige Realität.

In einer Tierhaltung aus dem Firmengeflecht Mecke wurden Tiere die letzten Monate systematisch misshandelt. Arbeiter verprügeln bis auf die Knochen abgemagerte Tiere auf das brutalste und bis zur Bewusstlosigkeit, ein krankes Kalb wird getreten und an den Ohren herumgeschleift, Stromschläge werden illegal ausgeteilt, Kühe werden mit der Seilwinde bei vollem Bewusstsein umhergeschleift , und es besteht sogar der Verdacht auf Tierversuche, denn die Firma handelt scheinbar mit dem Blut der geschwächten Tiere.

Das Blut wird den Tieren bei lebendigen Leibe literweise abgezapft, die Tiere dabei noch gequält. Ein Vorgang, der als meldepflichtiger Tierversuch gilt. Die Mecke-Mitarbeiter kommentieren das als "leer machen" und wissen, dass Tiere nach dieser Tortur fertig sind und oft nicht mehr aufstehen können.

Das Bildmaterial aus dem Zeitraum Mai bis Juli erinnert auf fatale Weise an die Skandale um Schlachthöfe, die sich auf die illegale Schlachtung kranker und verletzter Milchkühe spezialisiert haben. Während z. B. der Fall Bad Iburg vor Gericht verhandelt wird, tauchten Täter aus diesem Skandal bei der Schlachterei Mecke auf und betrieben das grausame Geschäftsmodell weiter.

Unter den Lieferanten ist die Firma Hunecke aus Westerkappeln (NRW). " Jetzt zeigt sich, dass die lächerlichen Strafen in den Tierschutzprozessen null abschrecken. Die grausamsten Täter wie Hunecke zogen einfach ein paar Kilometer weiter, und das Veterinäramt weiß mal wieder von nichts - Ein Großversagen von Politik und Justiz", so SOKO-Sprecher Friedrich Mülln.

Das Veterinäramt Unna war erst vor wenigen Monaten in einen gewaltigen Skandal um illegales Schächten verstrickt. "Offenbar ist die staatliche Kontrolle der Tierhaltung in NRW praktisch nicht existent und wird von kriminellen Strukturen und Tierquälerei geprägt", beschreibt Mülln die Lage.

SOKO Tierschutz hat Strafanzeige gegen den Betrieb und seine Beteiligten gestellt, auch beim Jugendschutz. Auf dem Material sieht man, dass Kinder regelmäßig sehen, wie Tiere verprügelt werden, und die Kinder sogar zur Tierquälerei angestiftet werden. So fordert ein Arbeiter Minderjährige auf, Tieren auf den Kopf zu schlagen, und es folgen Szenen, die zeigen, dass der Missbrauch die Kinder geprägt hat. "Die Polizei hat sehr schnell und stark reagiert. So eine Reaktion erwarten wir uns auch von dem Landratsamt und der Politik, die bisher bei Tierschutzfällen Desinteresse zeigen", so Mülln.

Der Fall Mecke zeigt erneut, dass sich hinter Metzgern, auch mit bestem Ruf, Leid und Qual verbirgt. Der Skandal zeigt auch, wie falsch es ist, so genannte handwerkliche Schlachtbetriebe von Veterinärkontrollen weitgehend auszunehmen. SOKO Tierschutz fordert eine permanente Kontrolle aller Schlachtungen, insbesondere in Metzgereien, personelle Konsequenzen im Veterinäramt und klare politische Pläne zum Ausstieg aus diesem Qualsystem. "Dass Ministerpräsident Laschet die Stabsstelle gegen Umweltkriminalität zerschlagen hat, rächt sich nun. Die Politik sollte die Strukturen bei der Polizei und den Behörden stärken und nicht schwächen", fordert der SOKO Tierschutz Sprecher.

2021-07-20

SOKO Tierschutz kritisiert Staatsanwaltschaft Oldenburg. Kriminelle Tierärzte im größten Tierschutzprozess Deutschlands werden geschont. Behördenversagen soll unter den Teppich gekehrt werden.

Der Fall Bad Iburg ist der grösste Tierschutzprozess der deutschen Geschichte. Die kriminelle Vereinigung aus Bauern, Viehhändlern und Schlachtern, die systematisch über Jahrzehnte illegal kranke und schwerst verletzte Kühe schlachteten, war nur möglich, weil die Veterinäre des Landkreises Osnabrück nie einschritten.

Zu diesem Skandal von überragendem öffentlichen Interesse und krimineller Energie um die staatlichen Tierärzte passt nicht, dass die Staatsanwaltschaft keinen öffentlichen Prozess gegen die Veterinäre anstrebt. "Offenbar versucht man das krachende Versagen der Behörden bewusst aus der öffentlichen Aufarbeitung rauszuhalten. Das ist nach den lächerlich niedrigen Strafen gegen Täter des Falles ein weiterer Schlag ins Gesicht der unzähligen Opfer. Wenn selbst hier kein Prozess gegen die Mittäter vom Amt kommt braucht man sich nicht wundern, wenn die massiven Verstrickungen von Behörden in Tierschutzverbrechen weitergehen", kritisiert Friedrich Mülln von der Augsburger Tierschutzorganisation SOKO Tierschutz.

Die von der Staatsanwaltschaft Oldenburg angestrebten Strafbefehle gegen die Tierärzte ersparen die peinliche öffentliche Verhandlung und den Behörden Fragen, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte.

Strafbefehle sind für Taten von geringem öffentlichen Interesse und geringer Härte. Also z.B zu schnelles Fahren, Ladendiebstahl und Schwarzfahren. Nichts davon trifft auf den grössten Tierschutzskandal der deutschen Geschichte zu, der eben auch ein Behördenskandal ist", so Mülln.

SOKO Tierschutz fordert für alle Haupttäter die Höchststrafe von drei Jahren Haft und für die Tierärzte ein Berufsverbot.

"Wenn diese Tierquäler nicht lange eingesperrt werden, kann man sich in Zukunft juristische Wege sparen, da sich der Staat beim Schutz der Tiere aufgegeben hat", erläutert der SOKO Sprecher.

2021-06-02

Tierschutz fordert Verbot grausamer Erstickungsbetäubung. SOKO Tierschutz Recherchen beweisen massenhaften Rechtsbruch bei Schweinebetäubung.

Aktuelles Bildmaterial aus den Schlachthöfen Kulmbach und Landshut zeigen das volle Ausmaß des entsetzlichen Todeskampfes, den ca. 40 Millionen Schweine in Deutschland jedes Jahr erleben müssen. "Die Tiere schlagen ihre Köpfe panisch gegen die Gitter bis sie bluten, schnappen nach Luft und schreien entsetzlich und dann ist nicht einmal die Betäubung sicher", beschreibt SOKO Sprecher Mülln die undercover Videos.

Dabei war das Versprechen der Industrie ein sicheres, natürliches und qualfreies Einschlafen in den Gasgondeln. So wurden die heutigen Mega-Schweineschlachthöfe erst möglich. Denn nur mit CO2 kann man solche Mengen an Lebewesen betäuben und töten. Das Problem: CO2 ist ein Reizgas. Das Gas wird auf den Augen und Schleimhäuten zur Säure und die Tiere empfinden durchschnittlich 40 Sekunden Höllenqualen.

Besonders unangenehm sollten die Bilder dem Schlachthof Kulmbach sein. Der Betrieb gilt als Vorzeigeschlachthof mit hohem Bio-Anteil und fungiert auch als Forschungsschlachthof der Bundesrepublik. Die staatliche Überwachungsbehörde KBLV und die Bundesanstalt für Fleischforschung sind in der Nachbarschaft. Im Schlachthof herrscht zusätzlich zum grausamen Ende im CO2 noch pure Gewalt. Die Schweine werden mit dem Elektroschocker regelrecht in den Vergasungsapparat geprügelt und ins Gesicht getreten. "Es ist mal wieder kein amtlicher Tierarzt zu sehen, es kommt zu Tierquälerei und auch das Leben vieler Bioschweine endet in Gewalt und Qual", so Friedrich Mülln.

Im Megaschlachthof Landshut des Vion Konzerns werden täglich tausende Tiere mit CO2 betäubt. Die Tiere schreien entsetzlich in der gewaltigen Gas-Maschine. In beiden Schlachthöfen kommen Tiere mit Blutungen aus der Betäubung. Auffällig ist, dass es in Landshut um die Betäubungssicherheit nicht zum Besten steht. Auf den versteckten Kamera -Aufnahmen müssen Arbeiter nach Kontrollen immer wieder nachbetäuben. In Vergangenheit war dort auch schon einmal ein Tier "durchgerutscht" und es drohte der Tod im Brühbad.

Als große Alternative handelt Industrie und Forschung die Betäubung mit Helium. "Das ist leider ein reines Ablenkungsmanöver um Kritiker zu beschwichtigen. Auf dem ganzen Planeten gibt es nicht genügend Helium, um die Schweine zu betäuben. Sparsamkeit mit dem 4-mal teureren Edelgas und Mixturen mit anderen Gasen führen wieder zu neuen Tierschutzproblemen. Nur ein Ende des Massenschlachtens und ein Umdenken zu einer pflanzlichen Ernährung werden die Gräuel beenden", so Mülln.

Diese Qualen, die jetzt in Landshut und Kulmbach dokumentiert wurden, sind Alltag in jedem Betrieb, der diese Methode einsetzt. "Das Landwirtschaftsministerium hat hier mal wieder ein perfektes Beispiel von legalisierter Tierquälerei geschaffen, um den großen Schlachtkonzernen ihr Geschäft zu ermöglichen", so der SOKO Sprecher. Die Politik muss diesen Irrweg beenden und die CO2-Betäubung verbieten. Großbritannien bereitet so ein Verbot bereits vor. So erreicht man zwei Ziele in einem: Der Todeskampf im Gas wird beendet und man entzieht den großen Fleischkonzernen der Schweinefleischindustrie die Grundlage für ihr massenhaftes Töten.

2021-04-26

NABU-Skandal um Tierversuche mit geretteten Krähen. SOKO Tierschutz fordert Freiheit für die Opfer und erstattet Strafanzeige.

Recherchen von SOKO Tierschutz und dem Magazin Spiegel deckten die jahrelange Praxis des Naturschutzbundes NABU auf, zahme und geschädigte Fundkrähen an das Tierversuchslabor des Instituts für Neurobiologie der Uni Tübingen abzugeben. Mit den Tieren wurden jahrelang auch invasive Tierversuchsstudien durchgeführt.

Die Schädel von Tieren wurden aufgebohrt und Leitungen ins Gehirn verlegt. Manche der Tiere wurden in sogenannten Finalversuchen getötet.

"Die Aussagen des NABUs, wonach man nicht gewusst hätte, dass die Tiere in einem Tierversuchslabor auch invasiven Tierversuchen ausgesetzt sind, passt zu dem Schweigen über den Umgang mit den offenbar lästigen Fundtieren in den letzten Jahren. Der NABU versteckt sich hinter vorgegebener Naivität und verweigert Transparenz.

Aussagen des NABUs, wonach man aus solchen Tierversuchen viel für den Schutz der Tiere lernen könnte, sprechen jeglichen Tierschutzgedanken Hohn, denn es gibt zahllose, ausgezeichnete, nicht-invasive Verhaltensstudien an diesen hochintelligenten Vögeln, welche die Intelligenz dieser Tiere eindrucksvoll belegen, ohne den Tieren dazu die Schädel aufzubohren. Damit stellt sich auch die Frage nach der Alternativlosigkeit der Experimente Nieders, denn ein Tierexperiment darf dem Gesetz nach nur genehmigt werden, wenn es keine Alternativen gibt", so Mülln von SOKO Tierschutz.

Der verantwortliche Experimentator der Universität, Prof. Nieder, warb 2015 gegenüber der Behörde, er könne jährlich an die zehn fehlgeprägte oder irreparabel geschädigte Tiere erhalten. Selbst 2020 teilte Nieder der Behörde mit, er setze die NABU-Krähen auch für "Finalversuche" ein.

Das lässt die Aussage des NABUs zu dem angeblichen Ende der Krähenlieferungen an die Uni fragwürdig erscheinen.

Aus der Sicht von SOKO Tierschutz waren die Versuche mit den Krähen des NABUs illegal, da Versuche mit Tieren, die nicht speziell für den Tierversuch gezüchtet wurden, ebenso wie Versuche mit Wildtieren, oder Versuche mit zahmen, herrenlosen oder verwilderten Haustieren besonders strengen Sondergenehmigungen unterliegen.

SOKO Tierschutz zweifelt daran, ob und wann die notwendigen Sondergenehmigungen für die NABU-Krähen durch das Regierungspräsidium Tübingen erteilt wurden.

"Eine rückwirkende Legalisierung der Tierversuche mit den NABU-Tieren wäre ein Skandal und würde die gesamte Kontrolle solcher Versuche ad absurdum führen", erklärt Mülln.

Besonders verstörend ist der akute Verdacht, dass selbst nach Jahren der grausamen Tierversuche immer noch Tiere aus dem Vogelschutzzentrum im Tierlabor der Uni Tübingen leben könnten, ihnen neue Eingriffe drohen und sie keine Aussicht auf Freiheit haben.

Woher kamen am 15.05.2020 die Krähen "Yoko", "Harrison" und "Ringo Star"?

In der Versuchstierhaltung der Uni Tübingen befinden sich mehrere Tiere mit der unbekannten Herkunft "Forst" von denen die Uni nach SOKO Tierschutz vorliegenden, internen Unterlagen kein Geburtsdatum und keine Herkunft kennt. SOKO Tierschutz fordert die Offenlegung der Herkunft dieser nach den Beatles benannten Krähen.

"Wir fordern, dass diese Tiere umgehend echten Tierschützern übergeben werden und das Leid der Versuche sofort endet. Die Tierversuche an Krähen an der Uni Tübingen bringen keinen herausragenden Erkenntnisgewinn und sind daher ohnehin unzulässig. Die Tierversuche sind sofort zu stoppen" fordert Mülln.

2021-04-13

SOKO Tierschutz erstattet Strafanzeige gegen Veterinäramt Unna. Tierschützer fordern sofortige Suspendierung von Amtsführung.

Die Aufnahmen des systematischen betäubungslosen Schlachtens im Schlachthof Prott erschütterten die Bevölkerung. Der deutsche Schlachthof Prott quälte die Tiere täglich zu Tode. Das Veterinäramt war, trotz zahlreicher Hinweise, 20 Jahre nicht in der Lage die kriminellen Schlachter zu stoppen.

"Das Veterinäramt hält immer noch an dem Märchen fest, es hätte in dem Schlachthof eine geheime Parallel-Produktion gegeben. Das ist bewiesenermaßen falsch. Denn dort wurde zu den ganz normalen Schlachtzeiten Tag für Tag geschächtet. Eine normale Schlachtung unter Kontrolle des Vet-Amtes gab es nicht. Das gleiche gilt für die absolut verpflichtende Lebendbeschau der Tiere. Darum muss das jetzt harte Konsequenzen haben. Wer so unfähig oder aus anderen Gründen nicht handlungswillig ist, der darf keine Verantwortung für Tiere und Menschen tragen!" fordert SOKO-Sprecher Mülln.

Indem sie nicht einmal bei den Schlachtungen anwesend waren, hat das Vet-Amt seine Garantenpflicht größtmöglich verletzt und die Tierquälerei dadurch begünstigt. SOKO Tierschutz hat daher gegen den amtlichen Veterinär, sowie die Amtsführung Strafanzeige wegen des Verdachtes der Tierquälerei durch Unterlassen gestellt.

Zudem liegen SOKO Tierschutz Informationen vor, dass Erkenntnisse aus einer Behördenkontrolle, die zu Beginn des Opferfestes im Jahr 2020 stattfand, vertuscht wurden.

"Ich frage mich, wann die Landesregierung ihre Rückendeckung für diese katastrophale Behörde, die nun seit Wochen die Öffentlichkeit belügt, fallen lässt. Das wirft ein sehr bezeichnendes Licht auf den Tier- und Verbraucherschutz in NRW", bekräftigt Mülln.

SOKO Tierschutz deckte mit dem Skandal in Selm den zwölften Schlachthof auf und sieht massive Probleme in den deutschen Schlachthöfen. "Hier haben wir eine völlig entfesselte Branche, die systematisch Recht bricht, Tiere quält und die Politik sieht zu. Das muss sich jetzt ändern.", so der SOKO-Sprecher.

2021-03-24

Systematisches Schächten aufgedeckt. Deutscher Schlachthof quält Tiere zu Tode. NRW-Behörden versagen beim Tierschutz.

SOKO Tierschutz Ermittler*innen können anhand von aktuellem Bildmaterial aus den letzten Wochen beweisen, dass im Fleischzentrum Prott in Selm NRW an jedem Schlachttag systematisch Tiere bei vollem Bewusstsein geschlachtet wurden. "Die Schafe wurden brutal aufgeschlitzt und auf einen Haufen geworfen, Rinder kämpften blutend und an der Kette baumelnd um ihr Leben und brüllten vor Schmerzen", beschreibt SOKO Tierschutz Ermittler Friedrich Mülln die Zustände. Die Behörden waren seit fast 20 Jahren vorgewarnt und versagten dabei das Schächten zu stoppen.

Das Schächten von Tieren ist in Deutschland illegal und nur unter sehr hohen Auflagen in Ausnahmen möglich. Ausnahmegenehmigungen dazu gibt es in NRW aber nicht. Der Schlachthof Prott, der von Deutschen geleitet wird, hat sich dagegen auf betäubungsloses Schlachten spezialisiert. Dazu kommen noch andere Rechtsbrüche und Grausamkeiten: Tiere müssen die ganze Nacht in der blutverschmierten Tötungsbox verbringen und werden, zusammengebrochen aufgrund von Wassermangel und Erschöpfung, in der Früh mit Stromschlägen geweckt. Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal. In einer Szene schöpft ein Schlachter Blut vom schmutzigen Boden der Tötungsbox in einen Eimer, mutmaßlich zur Weiterverarbeitung.

Auffällig ist, was man nicht sieht: Die Veterinärkontrolle, die bei Betrieben dieser Größe vorgeschrieben ist, findet scheinbar nicht statt. Auf dem 24/7 Bildmaterial sind keine Kontrolleure zu sehen. Eine Lebendbeschau fand scheinbar nicht statt und schon dann hätte das Fleisch verworfen werden müssen.

Recherchen beweisen, dass die Behörden schon seit fast 20 Jahren von Schächtungen in dem Betrieb wissen und immer wieder über diese Grausamkeiten informiert wurden. Die Behörden versagten auf ganzer Linie und in einem Ausmaß das aus unserer Sicht strafbar ist.

Der Betrieb strotzt selbst nachts vor Fleischfetzen und Blut. Es herrschen ekelhafte und gesundheitsgefährdende Zustände. "Da das Veterinäramt Unna jetzt behauptet, alle Schlachtungen hätten unter amtlicher Kontrolle und mit Betäubung stattgefunden, stellt sich nur noch die Frage, ob da totale Unfähigkeit oder Bestechung im Spiel ist. In diesem Veterinäramt gehört aufgeräumt!", so der SOKO Sprecher.

Die Tiere stammen aus ganz Deutschland, und kommen selbst aus dem fernen Bayern. Zu den Kunden gehörten Metzgereien und Supermärkte in der ganzen Ruhr-Region und auch Bürger*innen, die direkt ab Hof einkauften.

SOKO Tierschutz hat am 18.03.2021, wenige Stunden nachdem die letzten Videoaufnahmen gefilmt wurden, Strafanzeige erstattet und das Beweismaterial der Staatsanwaltschaft, der Polizei und dem Ministerium übergeben.

"Leider handelten die Behörden trotz mehrfacher Appelle erst abends, was für weitere Tiere den schrecklichen Schächttod bedeutet hat. Das ist ein krachendes Versagen des Veterinäramts Unna und des LANUV (Ministerium), denn die unfassbaren Zustände waren unübersehbar und bestens bekannt. "Die verantwortlichen Veterinäre gehören genauso vor Gericht wie die verantwortlichen Schlachter und sollten mit aller Härte bestraft werden", fordert der SOKO Tierschutz Sprecher.

Der Schlachthof Prott ist der elfte deutsche Schlachtbetrieb, den SOKO Tierschutz aufdeckt. Neun mussten geschlossen werden. Das zeigt, dass die deutsche Kontrolle von Schlachthöfen von einem Totalversagen geprägt ist, auf Kosten von Tieren, die Höllenqualen erleiden, und auch von Menschen, deren Gesundheit gefährdet wird. Eine Lösung sieht SOKO Tierschutz nur in einer Abkehr von der völlig entfesselten Tierausbeutung mit all ihren katastrophalen Konsequenzen für Erde, Mensch und Tier.

2021-02-11

Nach schlimmsten Tierschutzskandal Deutschlands Prozess: Tierschutz fordert endlich harte Strafen gegen Tierquäler. Protestaktion am Freitag vor dem Gericht. Tierschützer fordern Gefängnis.

Sie gehörten zu einem kriminellen Netzwerk, dass bundesweit schwer kranke und schwer verletzte Kühe illegal über den Schlachthof Temme in Bad Iburg Niedersachsen in die Fleischproduktion einschleuste. Der Schlachthof in Bad Iburg galt als Geheimtipp um solche leidenden Tiere illegal loszuwerden. Bauern und Tiertransportfirmen aus ganz Deutschland machten damit Profit und die Tiere erlitten auf langen Tiertransporten mit z.B. gebrochenen Beinen Höllenqualen. Im Schlachthof kam es zu grauenhaften Szenen von Gewalt und Leid, die von versteckten Kameras dokumentiert wurden.

Morgen steht auch der Geschäftsführer einer großen Tiertransportfirma vor Gericht. Die Firma Schmäing aus Velen steuerte den Spezialschlachthof in Bad Iburg regelmäßig an und brachte die Ermittler von SOKO Tierschutz auf die Spur des Grauens. SOKO Aktivisten verfolgten die grünen Transporter der Firma mit kranken Tieren bis nach Niedersachsen. Dort wurden die Tiere, die nicht mehr gehen konnten mit Gewalt getrieben und mit einer Seilwinde in den Schlachthof geschleift.

Der Fall Bad Iburg ist der größte Tierschutz und Schlachtskandal der deutschen Geschichte. Es gab hunderte Täter, Bauern, Tiertransportfahrer, Viehhändler und Schlachter. Über 100 werden nun zur Rechenschaft gezogen. Am Freitag steht der Chef einer der Firmen vor Gericht. "Die Transporte zum Horrorschlachthof waren häufig Chefsache, man hatte Angst, dass etwas durchsickert. Diese Transporte nannte man in der Branche die Kadavertaxis, weil die Tiere mehr Tod als lebendig waren.", berichtet SOKO Ermittler Mülln, der den Skandal mit seinem Team aufdeckte.

In mehreren Fällen kam es bisher zu geringen Strafen zwischen 300 EUR und wenigen Tausend EUR. "Das ist ein Witz und wird dort aus der Portokasse bezahlt. Das waren schwerst mögliche Verbrechen gegen den Tierschutz und wir fordern, dass das Tierschutzgesetz endlich ausgeschöpft wird. Solche Leute gehören ins Gefängnis und dürfen nie wieder an Tiere Hand an legen!", fordert Mülln.

Die Tierschutzorganisation SOKO Tierschutz bekräftigt ihre Forderung mit einer Demo, mit der Forderung "Tierquäler hinter Gitter - Gerechtigkeit für die Opfer!" vor der Verhandlung, die am Freitag um 9.00 Uhr am Amtsgericht Bad Iburg Niedersachsen statt findet.

2021-01-03

Schock-Video: Jägerin tötet Hauskatze qualvoll in Falle. Jäger töten pro Jahr hunderttausende Hauskatzen - die Tiere verschwinden spurlos. SOKO Tierschutz fordert Verbot der Fallenjagd.

SOKO Tierschutz liegt ein Video vor, das die extrem grausame Tötung einer Hauskatze durch eine Jägerin zeigt. Das Video wurde vermutlich im Dezember im Umland von Augsburg aufgenommen. Die Aufnahme beginnt mit einer verängstigten Katze in einer sogenannten Lebendfalle. Das Tier ist eingesperrt, eine Frau nähert sich mit einer Pistole. Verunsichert fragt sie unter anderem, ob sie ins Gesicht schießen soll. Das Video zeigt Szenen, die bisher noch nie dokumentiert wurden, aber wahrscheinlich für das Schicksal vieler verschwundener Hauskatzen stehen. Die Jägerin verwundet die Katze mit drei Schüssen schwer. Das Tier springt angeschossen von einer Ecke der Falle in die andere. Der Todeskampf des Tieres ist entsetzlich und die Jägerin stellt abgebrüht fest, dass sie nach drei Schüssen aus wenigen Zentimetern Entfernung immer noch lebt. Eine Person der Gruppe weist darauf hin, dass das Herz noch schlägt, aber die Munition knapp wird. In der Szene darauf wird die Katze mit einer schweren Kopfverletzung über eine Wiese und zu einem Weg geschleift. Man sieht, dass die Katze eine Plakette um den Hals trägt.

Die bayerische Gesetzgebung sieht aber keine Informationspflicht gegenüber Katzenbesitzern im Falle einer Tötung durch Jäger vor. Ab einer Entfernung von 300 m von Wohnhäusern gilt praktisch eine Feuer-frei-Zone für Katzen. In diesem Fall sieht SOKO Tierschutz einen Akt der Tierquälerei und wir werden Strafanzeige gegen die Jägerin erstatten, sowie allen anwesenden Komplizen, die in das Geschehen nicht eingegriffen haben. Zudem ist der Einsatz dieser Falle zum Fang von Katzen im Rahmen der Jagd in Bayern verboten.

"Dieser Jägerin gehört sofort Waffe und Jagdschein weggenommen", fordert SOKO Tierschutz Sprecher Mülln. Nach Aussagen von Insidern machten die Jäger Jagd auf die Katze, da diese teure, extra ausgesetzte, Fasane fressen würde. Auf einem Social-Media-Account ist das Aussetzen der gezüchteten Fasane durch die Jägerin zu sehen. "Dass eine Katze sterben muss, weil die Jägerin um ihre in Massentierhaltungen gezüchteten, lebenden Zielscheiben fürchtet, zeigt, wie irrsinnig diese Tat wirklich ist."

"Dieses Video zeigt, dass bei der Jagd unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit grausame Tierquälerei geschieht. Diese Menschen sind völlig verroht, inkompetent und außer Kontrolle", beurteilt Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz die Lage.

SOKO Tierschutz kritisiert die Jagd als einen völlig falschen Weg, der die Probleme, die man vorgibt zu lösen, erst schafft und Tierquälerei und Gefährdung von Menschen verursacht.

Das Schicksal dieser Katze steht stellvertretend für Hundertausende Tiere, die jedes Jahr in Fallen gefangen werden. Die wenigsten Leute wissen, dass die Wälder voll sind mit Lebend- und sogenannten Totschlagfallen und die Opfer und ihr Todeskampf im Geheimen bleiben. Darum fordern wir ein sofortiges Verbot der grausamen und unsinnigen Fallenjagd und nachhaltige, nicht-tödliche Wege im Umgang mit Wild- und Haustieren.

2020-12-16

Schock-Szenen aus der Gaskiste: SOKO Tierschutz deckt Tierqual in Pelzindustrie auf. Todeskampf der Nerze im Gas.

Undercover-Aufnahmen von SOKO Tierschutz und polnischen Tierschützern von VIVA! pl und Otwarte Klatki zeigen das Töten von Nerzen mittels Gas. Auf zwei Farmen in Polen, dem dritt größten Pelzproduzenten der Welt, zeigen exklusive Aufnahmen, wie Nerze das Vergasen überleben, brutal erschlagen werden und zwischen Kadavern langsam sterben. Es handelt sich um die weltweit ersten Aufnahmen aus den Vergasungsboxen.

Die sogenannte Ernte in einer polnischen Pelzfarm: Nerze werden reihenweise in eine Gaskiste geworfen, die mit Kohlendioxyd gefüllt wird. Eine versteckte Kamera in der Kiste beweist das Grauen. Die Tiere, welche gute Schwimmer sind, können bis zu fünf Minuten die Luft anhalten und rennen panisch in der Box umher. Die blutverschmierten Wände der Kiste sind stille Zeugen des Todeskampfes. Nach vierzig Minuten wird die Kiste geöffnet. Mehrere Tiere leben noch. Die Arbeiter versuchen sie zu zertreten oder zu erschlagen. Selbst nach dieser Tortur landen atmende Nerze auf dem Kadaverhaufen. Sie werden mit zerschmetterten Knochen langsam sterben. Alltag für die Arbeiter, die das Leid der Tiere zynisch kommentieren: "Da leben noch zwei. Vorsicht die leben, die beißen dich". Ein Arbeiter, der einen Nerz mit einem Fußtritt töten will, wird ermahnt nicht den Kopf und damit den Pelz zu zerstören. Das Tier wird dann gegen eine Holzkante geschlagen.

Auf einer zweiten Farm mit über 10.000 Tieren wiederholt sich das Drama. Auch hier werden Tiere gegen eine Kante geschlagen, kämpfen die Tiere verzweifelt im Gas und unter den Leichen befinden sich Nerze, die nach dem Vergasen, lebendig aus der Box kommen und erneut vergast werden.

In beiden Fällen stammt das Gas von dem Linde Konzern. Das Logo der Firma, welche einen Großteil des CO2 in Deutschland produziert, prangt auf den Gasflaschen. SOKO Tierschutz fordert Linde auf, die Versorgung der gesamten Pelzindustrie mit Gas sofort einzustellen. "Linde macht sich damit an diesen Quälereien mitschuldig. Es ist kein Geheimnis, wie schrecklich das Leben und Sterben für die nutzlosen Pelze ist. Linde ist Teil dieser Barbarei. Wir werden die Firma mit einer Kampagne an ihre Verantwortung erinnern", erklärt Friedrich Mülln , Sprecher von SOKO Tierschutz. Linde hat zwischenzeitlich erklärt, in Polen kein Gas an Pelzfarmen liefern zu wollen. SOKO Tierschutz drängt auf einen weltweiten Lieferstopp für die Tötungsgase der Pelzindustrie. "Wir werden in den nächsten Monaten auch gegen Mitbewerber von Linde vorgehen", kündigt der SOKO Sprecher an.

An Polens Regierung appelliert SOKO Tierschutz, die Pelzindustrie zu beenden und den bereits beschrittenen Weg zu einem Verbot der Pelzfarmen, trotz der massiven Gegenwehr der Pelzlobby, fortzusetzen. Polen ist für Pelztierzüchter aus den Niederlanden, Dänemark und Finnland zu einem Eldorado für gigantische Tierfabriken geworden, wo man machen kann, was in den Heimatländern verboten oder aufgrund von hohen Umweltstandards nicht möglich wäre. "Das muss ein Ende haben. Die EU braucht erst ein Verbot der grausamen Pelztierzucht und dann ein Einfuhrverbot für Pelze, denn nur so ist ein weiteres Ausweichen in Drittstaaten dieser Tierquäler effektiv zu unterbinden und das Leben der Tiere weltweit zu schützen", so Mülln.

2020-11-26

Schlachthof-Chaos in Baden-Württemberg. SOKO Tierschutz fordert LKA für Tiere.

Die Liste der Schlachthof-Skandale in Baden-Württemberg wird mit dem Fall Biberach wieder um ein trauriges Beispiel länger. Fraglich, wie lange man überhaupt noch von einzelnen Skandalen sprechen kann statt von einem Systemfehler.Wieder Betäubungsversagen, wieder Gewalt, wieder Geräte, die versagen und Arbeiter, die aus Unwissenheit oder Routine nicht einmal bemerken, in welchem Chaos sie arbeiten. In den Schlachthöfen von Kleinstbetrieben bis zum Großschlachthof herrscht eine Mischung aus schlecht geschultem Personal, schrottreifer Technik und einem eklatanten Versagen der lokalen Kontrollen. Daran hat auch das nach dem Fall Tauberbischofsheim großspurig angekündigte Schlachthof-Monitoring nichts geändert. Im Gegenteil, die Liste ist ein Beweis, eines jahrzehntelangen Kontrollversagens.

In anderen Bundesländern gibt es ähnliche Probleme. Deswegen fordert SOKO Tierschutz die Regierung von Baden-Württemberg auf, einen Blick nach Bayern zu werfen. In Bayern wurden 2015/2016 ähnlich verheerende Bedingungen aufgedeckt. Wie in Baden-Württemberg liegt die Wurzel des Problems in einer Mischung von krimineller Energie, schlechter Technik und Behörden, die ihrer Kontrollfunktion nicht nachkommen. In Vergangenheit legten SOKO Tierschutz Recherchen die Verflechtungen in den Landratsämtern bereits häufiger offen: Mäster, die nebenberuflich beim Amt arbeiten, Veterinäre, die Bauern vor Kontrollen warnen und Geflügelzüchter, die sich selber kontrollieren. Engagierte Veterinäre in den Landratsämtern werden gezielt ausgebremst und regelrecht gemobbt.

SOKO Tierschutz forderte aus diesen Gründen seit Jahren die Umstrukturierung der Tierschutzkontrollen: "Wir müssen weg von den überforderten, unfähigen und leider häufig sozial korrumpierten Landratsämtern, hin zu souveränen, überregional agierenden Behörden, in denen Expertise, Befugnisse und Schlagkraft gebündelt werden", fordert Friedrich Mülln. Genau diesen Weg hat Bayern mit der Schaffung der KBLV (Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen) , einer Sonderbehörde zur Kontrolle von Großbetrieben der Tierproduktion und Schlachtbranche, beschritten. Damit entstand massiver Druck auf die Branche. "Dieser kann nur durch unangemeldete Kontrollen erfolgen und zwar nicht von Leuten die sich vom Stammtisch kennen", bekräftigt der SOKO Sprecher..

Der bayerische Weg in der Kontrolle von Großbetrieben ist daher ein Vorbild für andere Bundesländer. "Nur wenn die Tierindustrie die Behörden genauso fürchtet, wie es andere latent kriminelle Strukturen tun, ist der Staat in der Lage die Kontrolle zurückzugewinnen und dem Tierschutzrecht, das eng mit dem Verbraucherschutz verbunden ist, Geltung zu schaffen.

Das alles setzt allerdings auch eine kompetente Führung voraus. Diese ist in Baden-Württemberg unter dem Landwirtschaftsminister Peter Hauk nicht gegeben. "Herr Hauk hat sein Versagen in den letzten Jahren auf erschreckende Art zur Schau gestellt. Er ist eine Fehlbesetzung. Wenn man einen Neuanfang anstrebt, muss die grün-schwarze Koalition auf kompetentes Personal setzen und auch im Landwirtschaftsministerium gegen Filz und Vetternwirtschaft vorgehen", so Mülln.

2020-11-25

Politik Versagen führt zu Höllenqualen für Rinder, Schweine und Schafe.
SOKO Tierschutz fordert Rücktritt von Minister nach neuem Schlachthof Skandal in Baden-Württemberg.

Die Tierschutzorganisation schlägt Alarm. Der Tierschutz und speziell die Betäubung der Tiere in Baden - Württembergs Schlachthöfen ist katastrophal. Nach dem Schlachthof Gärtringen, der nach SOKO Tierschutz Ermittlungen im September geschlossen werden musste, zeigt sich nun, dass sich nichts geändert hat. Im Schlachthof Biberach, einem Familienbetrieb und Metzgerschlachthof dokumentiert Bildmaterial von sechs Schlachttagen rechtswidrige Gewalt, mangelhafte Betäubung, schrottreife Technik und ein Personal, dass maximales Desinteresse zeigt.

Die Aufnahmen wurden im Zeitraum vom 05. Oktober 2020 bis 16. November 2020 an den jeweils zwei Schlachttagen der Woche aufgenommen und zeigen etwa 1.500 Schweine und 75 Rinderschlachtungen. Bei den Rinderschlachtungen prägt technisches Versagen, Überforderung und Inkompetenz das leidvolle Bild von Tieren, die fast ausnahmelos mehrfache Schussversuche ertragen müssen und ohne ausreichende Fixierung minutenlang Widerstand leisten können. Das Bolzenschussgerät versagt am laufenden Band. Das gesetzlich vorgeschriebene Ersatzgerät fehlt offenbar. Die Folge sind Rinder, die Angst und Panik in der Tötungsbox durchleben und die augenscheinlich nicht ausreichend betäubt sind. Von Nachbetäuben oder Eingreifen der teils anwesenden, amtlichen Veterinärin und Kontrolle der Betäubungssicherheit fehlt jede Spur. Manche Tiere sind mit abgetrockneten Kotklumpen bedeckt, ein Zustand der nicht zulässig ist und auf sehr schlechte Haltungsbedingungen in den Bauernhöfen hinweist. Beim Zutrieb setzen die Schlachter routiniert und rechtswidrig Elektroschocker ein. Kaum ein Tier geht einen Meter ohne Stromstoß.Das mündet in einer besonders erschreckenden Szene, bei der ein Rind nach längeren Treibversuchen unter einem extremen Schmerzensschrei scheinbar leblos in der Tötungsbox zusammenbricht. Das Tier wird in Folge pro forma am Boden liegend geschossen und in die Verarbeitung gegeben. Bei einem anderen Rind, werden bereits kurz nach der Betäubung die Vorderläufe abgetrennt. Ein Vorgang, der schreckliche Konsequenzen haben kann und nicht zulässig ist.

Bei den Schweinen kommt es regelmäßig zu mutmaßlichen Fehlbetäubungen. Aus der klaffenden Halswunde blutende Tiere leisten Widerstand, zeigen koordinierte Bewegungen, bis zu 30 Atemzüge und wehren sich so massiv, dass ein Tier beinahe versehentlich ins Brühbad stürzt. Dabei sind bereits drei Atemzüge ein Verdacht auf eine Fehlbetäubung und sollten Gegenmaßnahmen einleiten. Die einzige dokumentierte Nachbetäubung findet nach mehr als 10 Minuten ebenfalls kurz vor dem Brühbad statt.

Trotz der zahlreichen Hinweise auf ein Versagen der Betäubung und ein Wiedererwachen der Tiere findet die vorgeschriebene Kontrolle der Betäubung bei nur einer von ca. 1.500 Schweineschlachtungen statt. Schlachter beginnen völlig routiniert mit unzulässigen Eingriffen an den noch lebenden, betäubten Tieren und durchtrennen Sehnen. Bei großen Zuchtsauen vor dem Brühbad werden die Vorderbeine abgeschnitten. Die amtliche Veterinärin glänzt durch weitgehende Abwesenheit. Auch bei einer Schafschlachtung kommt es zu einem Vorfall, bei der ein Schaf offensichtlich bei Bewusstsein ist, den Kopf hebt, die Ohren bewegt und dann das Aufschlitzen erleben muss.

Im sogenannten Schlachthof Monitoring des Landes Baden - Württemberg , dass von Minister Hauk stolz als ohne nennenswerte Beanstandungen bekannt gegeben wurde und sich später als eine Liste des Grauens quer durch die Schlachtbranche des Landes entpuppte, sind diese Zustände bereits wohl dokumentiert. In den Betrieben wird falsch betäubt, Tiere erwachen unter Höllenschmerzen, schrottreife Technik versagt und verlängert Leiden. Das unfähige, überforderte Personal und befangene, amtliche Kontrolleure runden das Bild einer Schlachtung aus Tierqual und Chaos ab.

"Das zeigt, dass Minister Hauk die Lage alles andere als im Griff hat und nicht bereit ist die Tiere vor der heimischen Schlachtbranche zu schützen. Er verhinderte im Fall des nach SOKO Aufdeckungen im September geschlossenen Schlachthofes Gärtringen entscheidende Tierschutz Maßnahmen, belog die Öffentlichkeit über die Probleme in den Betrieben, hangelt sich seit Monaten von einem Tierschutzskandal zum nächsten und steht jetzt erneut vor dem nächsten Schlachthof außer Kontrolle. SOKO Tierschutz fordert Herrn Minister Hauk darum zum Rücktritt auf. Das Politik Versagen beim Tierschutz der grün - schwarzen Koalition in Baden - Württemberg hat Höllenqualen für zehntausende Tiere zu verantworten. Damit muss endlich Schluss sein .

SOKO Tierschutz e.V. hat Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gestellt und das Beweismaterial wurde den Behörden bereits übergeben. SOKO Tierschutz deckte in den letzten Jahren 10 Schlachtbetriebe in fünf Bundesländern auf, von denen sieben geschlossen werden mussten.

2020-10-07

Tierschutz-Skandal in badischem Lobbyistenstall. Erschütternde Zustände und Gewalt gegen Schweine - Hauk, Klöckner und Co. posierten mit dem Tierquäler.

In dem Schweinezuchtstall des Bauern-Obmanns von Rottweil und Ortsvorstehers von Flözlingen herrschen grauenhafte Zustände: Hunderte, verletzte Tiere, viele mit schwersten Verstümmlungen, sowie zahllose, kranke Tiere - ausdrücklich nicht isoliert. Schwache Tiere werden von ihren gestressten Artgenossen bei lebendigem Leib aufgefressen, Kadaver zerfetzt und im Stall stapeln sich die toten Körper der Schweine. Im Bereich der Zuchtsauen lagen Tiere eingezwängt in engen Kastenständen in einer wässrigen Brühe aus Fäkalien. Im Stall befanden sich sterbende und stark abgemagerte Tiere, wie zum Beispiel Ferkel oder eine von Wunden übersäte Zuchtsau, und schwerstverletzte Jungschweine. Der Landwirt misshandelt auf versteckten Kameraaufnahmen Schweine. Er trägt sie an einem Fuß umher, schlägt sie und wirft die Tiere. Der Stall ist verdreckt, voller Fliegen und Kot.

Der Bauernlobbyist zeigt sich gerne mit Politprominenzen wie Landwirtschaftsminister Hauk, Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner, Ex-Landwirtschaftsminister Schmidt, Volker Kauder und auch grünen Politikern. Er wirbt für das Projekt des Landes Baden-Württemberg "Natürlich von daheim" und stellt sich mit Aussagen wie, man dürfe nicht hinter jedem Landwirt ein Ungeheuer vermuten, als Vorbild hin. Sein Betrieb gilt als Musterbetrieb und wurde für gläserne Produktion ausgezeichnet. "Die Realität der Aufnahmen aus dem Juli und September 2020 ist ungeheuerlich und nur mit dem Fall Merklingen 2016 in Baden-Württemberg vergleichbar. So viele Verletzte und Tote belegen einen Stall außer jeder Kontrolle" so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Die Zustände sind den Behörden nicht unbekannt. Schon Anfang Juli wurde der Betrieb angezeigt. Dem Zeugen wurde signalisiert, dass ein Vorgehen gegen den mächtigen Bauern problematisch wäre. Ähnliche Erfahrungen machte SOKO Tierschutz. Die Organisation zeigte den Stall am 18.08.2020 an, ohne sich direkt zu erkennen zu geben. Der Bauer wurde bereits wenige Minuten nach dem Anruf gewarnt und das Leid ging weiter. Erst nachdem SOKO Tierschutz das ARD-TV-Magazin Report Mainz informierte, reagierten die Behörden und schlossen den Betrieb im Rahmen einer Polizeiaktion am letzten Freitag. "Dass man sich bei den Behörden wundert, dass die Zustände erst jetzt aufgefallen sind, ist scheinheilig. Der Betrieb bekam regelmäßig Besuch von verschiedensten Kontrolleuren und auch der zuständige Tierarzt wusste z.B. schon vor Jahren von den massiven Kannibalismusproblemen im Stall. Hier zeigt sich nach dem Fall des Schlachthofs Gärtringen schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen, dass in Baden-Württemberg ein extremer Filz aus Spitzenpolitik, Massentierhaltern und Schlachtern massive Tierquäler geschehen lassen und bewusst vertuschen. Bauern werden von Behörden gewarnt, Rechtsbrüche ignoriert und jahrelang nicht geahndet. Das ist unfassbar und bedeutet nicht nur schreckliches Leid für die Tiere, sondern auch Gefahren für Mensch und Umwelt" so SOKO Tierschutz Sprecher Mülln.

SOKO Tierschutz hat Strafanzeige gegen den Landwirt wegen Tierquälerei gestellt und behält sich rechtliche Schritte gegen das Veterinäramt vor. Das Bildmaterial liegt der Staatsanwaltschaft bereits vor.

2020-09-29

Schlachthof Skandal wird zum Politkrimi. SOKO Tierschutz zeigt Landwirtschaftsminister Hauk an.
Tatvorwurf: Verdacht auf Beihilfe zur Tierquälerei

Die Szenen von Schweinen, die aus der Betäubung erwachen und im Schlachthof Gärtringen grausam misshandelt wurden, waren kaum zu ertragen und führten Anfang September zur Schließung des Schlachthofes und massiver Kritik am Landkreis Böblingen.

Jetzt zeigt sich: Das Leid wäre zu verhindern gewesen, aber der Landkreis Böblingen wurde von höchster Stelle ausgebremst. So wurden amtliche Strafmaßnahmen von Hauk persönlich gestoppt, die erlassen wurden um das Leiden bei den Schweinebetäubungen zu beenden.

"SOKO Tierschutz sieht in der Einmischung und Blockade wichtiger Tierschutzmaßnahmen im Schlachthof Gärtringen durch das Landwirtschaftsministerium von Herrn Hauk einen offensichtlichen Fall von CDU-Vetternwirtschaft und den Verdacht auf Beihilfe zur Tierquälerei", sagt SOKO Sprecher Friedrich Mülln.

Das Eingreifen des Ministeriums zu Gunsten des Schlachthofes mit seiner miesen Betäubungsanlage hatte nichts mit Corona zu tun, dieser Vorwand wurde damals beim Eingreifen Hauks nicht mit einem Wort erwähnt und das Virus muss jetzt nur als billige Ausrede herhalten. Die Hauk Aktion verursachte im Zeitraum zwischen April und August zahllose Fehlbetäubungen und damit Höllenqualen der Schweine. Das Leid wäre zweifellos weiter gegangen, wenn SOKO Tierschutz nicht eingegriffen hätte. "Es gibt nichts Schlimmeres, als während des Schlachtvorgangs zu erwachen und damit haben das Ministerium und der Minister Hauk billigend Tierquälerei in Kauf genommen, um Schlachthof-Chef und CDU-Mitglied Dengler zu schützen", so Mülln.

SOKO Tierschutz sieht in dem Fall ein besorgniserregendes Muster, denn auch in den Aufdeckungen um gequälte Schweine in Merklingen und untätige Amtstierärzte im Schlachthof Tauberbischofsheim hatte es politischen Druck aus dem Baden-Württembergischen Ministerium gegeben und zwar nicht im Sinne der Tiere. SOKO Tierschutz leitet nun im Fall Gärtringen rechtliche Schritte gegen Minister Hauk ein. Hier kommen der Verdacht auf Beihilfe zu Taten der Tierquälerei durch den Schlachthof Gärtringen und Anstiftung zum strafbaren Verhalten des Landrats von Böblingen in Frage. "Wer Tierqual fördert, durch Unterlassen in Kauf nimmt oder Recht beugt, wird angezeigt - Das gilt auch für Minister", bekräftigt der SOKO-Ermittler.

2020-09-22

Leidvolle Hitze - Tiertransporte
SOKO Tierschutz kritisiert irrsinnige Tiertransporte von Wiesenhof und Co.

Der PHW-Konzern (Wiesenhof) betreibt in Bayern einen gewaltigen Schlachthof. SOKO Tierschutz verfolgte gezielt Tiertransporte von mehreren Massentierhaltungen für Wiesenhof-Masthühner. Die Erkenntnis: Hunderttausende Hühner werden von Süddeutschland in der Hitze des Sommers und auch der Kälte des Winters auf grausame Transporte zu einem Schlachthof im Berliner Umland gefahren.
Diese Transporte, wie z. B. aus den Landkreisen Altötting, Rottal-Inn, Alb Donau Kreis und Landshut, die statt den möglichen 1,5 Stunden um die 10 Stunden und länger benötigen, haben System. In manchen Fällen wäre der nächste Geflügelschlachthof sogar im gleichen Ort und dennoch werden die empfindlichen Tiere, die keinen Anspruch auf Trinkwasser im Transporter haben, auf lange Reisen quer durchs Land geschickt.

So wurden Tiere aus Möckern in Sachsen-Anhalt und Lohne in Niedersachsen nach Niederlehme in Brandenburg gefahren, obwohl der Mastbetrieb z.B. in Möckern nur wenige hundert Meter vom Wiesenhof Schlachthof im gleichen Ort entfernt ist. Im Örtchen Massing in Bayern gäbe es einen unabhängigen Geflügelschlachter, dennoch gingen die Tiere nach Brandenburg. Dabei wurden auch zwei eigene Schlachthöfe links liegen gelassen.

Das System der grausamen Transporte geht aber nicht nur von Süden nach Norden. Der Geflügelkonzern lässt auch Tiere aus Norddeutschland in Niederbayern schlachten.
„Das verwirrt nicht nur ökonomisch, sondern ist in Sachen Tierschutz blanker Irrsinn und einfach nur grausam. Es entstehen immer neue Mastanlagen für Wiesenhof und den Preis für die dann heillos überlasteten Schlachthöfe zahlen die Tiere mit grausamen Transporten durch Hitze und Kälte.“ so Friedrich Mülln, der Transporte bei Hitze und Schneeregen durch Deutschland verfolgt hat.
Die PHW-Gruppe ist aber nicht der einzige Konzern, der solche Qualtransporte auf den Weg schickt. Die Süddeutsche Truthahn AG des Coop Bell Konzerns holt Puten aus Ungarn über 500 km nach Bayern zur Tötung und Tiertransportfahrer berichten von dem Leid der Tiere, die bei Hitze sterben oder im eisigen Fahrtwind erfrieren.

Für die Fahrer bedeuten diese Transporte ebenfalls extreme Belastungen. Die Folge sind grauenhafte Unfälle mit den Transportern der Geflügelkonzerne.
„Es ist ein Skandal, dass empfindliche Hühner oder Truthähne, statt den für Nutztiere üblichen acht Stunden sogar 12 Stunden und mehr umhergekarrt werden dürfen. An Hitze und Kälte hat der Gesetzgeber bei diesen Regeln nicht gedacht und Staus sowie das oft langwierige Be- und Entladen, werden nicht mal als Transportzeit eingerechnet“, so Mülln. Die Tierschutzorganisation hat Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gestellt.

SOKO Tierschutz fordert ein Ende dieser Tiertransporte und ein klares Umdenken bei der Tierausbeutung. Solange der Konsum diese Unmengen an Hühnern und Puten fordert, eine Mastanlage nach der anderen gebaut wird und selbst Schlachthöfe mit einer Tagestötungsleistung von 300.000 Tieren nicht reichen, wird sich das Problem der Transporte nicht lösen lassen.
Hier sind klare, rote Linien der Politik gefragt, ein Ausstieg aus der Tierausbeutung und der Konsum und die Förderung von nachhaltigen, pflanzlichen Alternativen.

2020-08-31

SOKO Tierschutz kritisiert Staatsversagen im Schlachthof. Fall des Metzgerschlachthofs Gärtringen steht für Systemfehler. Vertuschung befürchtet.

Im Rahmen einer Pressekonferenz versuchte das Landratsamt Böblingen heute auf die massive, öffentliche Empörung über die von SOKO Tierschutz aufgedeckte Tierquälerei im Metzgerschlachthof Gärtringen zu reagieren. Das Fazit von SOKO Tierschutz:

Erst durch eine Aufdeckung von SOKO Tierschutz vor zwei Jahren (Fall Tauberbischofsheim), welche eine landesweite Untersuchung von Schlachthöfen auslöste, wurde man auf massive Missstände im Schlachthof Gärtringen aufmerksam und war nicht in der Lage die Probleme bis auf kosmetische Änderungen (Hinweisschilder und Putz) bis heute zu beheben. Bei den baulichen Mängeln bedeutet das Tierleid seit Jahrzehnten. "Wir kennen das Muster. Man weiß von den Problemen, kann oder will sich aber gegen die Schlachter nicht durchsetzen. So entsteht Tierleid durch Unterlassen. Selbst Bußgelder gelten scheinbar als undenkbare Zumutung für den Schlachtbetrieb und bleiben aus", erklärt SOKO-Sprecher Friedrich Mülln.

Einige Aussagen in der Pressekonferenz zeigten auch deutlich, wie die Veterinärüberwachung tickt: "Denn bei Elektroschockern davon auszugehen, dass sie keine Batterien haben und bei Stichen mit Holzstangen in den After von Stärke und Position solcher Übergriffe zu fabulieren, zeugt von einer erheblichen Verrohung und einem großen Interesse im Zweifel für den Schlachter zu argumentieren", so Mülln.

Wir fordern die Schließung des Betriebes. Tierquälerei muss mit aller Härte geahndet werden. Ansonsten ist es ein Signal an die Branche, dass man tun kann, was man will. Rechtsbrüche und Gewalt gegen Tiere werden nicht sanktioniert.

Die Veterinärüberwachung muss grundsätzlich umgebaut werden: Weg von quasi eingebetteten Tierärzten aus dem lokalen Filz, hin zu unabhängig und schlagkräftig agierenden Kontrollen durch überregionale Behörden nach bayerischem Vorbild. "Das Staatsversagen im Schlachthof muss ein Ende haben. Den Menschen bleibt nur der Ausstieg aus einem System, das irreparabel ist und unfassbares Leid für Tiere, Umweltzerstörung und Gefahr für Menschen bedeutet."

SOKO Tierschutz deckte mit dem Metzgerschlachthof Gärtringen den neunten Schlachtbetrieb auf. Darunter waren acht Schlachthöfe seit 2017 und sechs Betriebe die geschlossen wurden.

2020-08-31

SOKO Tierschutz deckt Tierqual im Metzger-Schlachthof auf: Katastrophale Zustände im Schlachthof Gärtringen.

Regional, oft sogar bio und trotzdem rohe Gewalt, schrecklicher Todeskampf, Rechtsbrüche und Totalversagen von staatlicher Kontrolle.

Der Schlachthof, eine Genossenschaft aus Metzgern in Gärtringen nahe Stuttgart, wirbt damit anders zu sein als die Mega-Schlachthöfe.

SOKO Tierschutz liegt Bildmaterial aus 12 Tagen im Juni und Juli 2020 vor. Die Aufnahmen zeigen Erschreckendes:

Tieren werden beim Treiben regelmäßig Holzstangen in den After gestoßen, Elektroschocker werden hemmungslos und illegal eingesetzt. Die Metzger schlagen auf Gesichter von Tieren ein, Schafe werden an einem Bein durch die Halle geschleift, ein Ferkel wird aus dem Transporter geworfen. In einer besonders schockierenden Szene wird ein Schwein brutal ins Gesicht getreten, geschlagen und ein Schlachter quetscht einen Hartplastik-Stock mit voller Wucht in das Auge des vor Todesangst und Schmerzen kreischenden, eingeklemmten Schweines.

Die Betäubung der Rinder und speziell der Schweine geht häufig schief. Schweine erwachen regelmäßig aus der Betäubung und werden nicht oder nur nach entsetzlichen Leiden nachbetäubt. Selbst in der Betäubungsbox werden die Tiere mit Elektroschockern misshandelt. "Es ist entsetzlich zu sehen, wie eine Tierärztin zuschaut, wenn ein Schwein in die Betäubungsbox eingeklemmt wird, offensichtlich nicht betäubt ist und sie selbst dann nicht eingreift, als der Schlachter das Tier bei Bewusstsein abstechen will", beschreibt Mülln eine Szene. Die Schlachter scheinen desinteressiert und agieren stümperhaft. Bei 304 dokumentierten Schweinebetäubungen wurde bei lediglich 4 Ferkeln und 2 Schweinen die Betäubung überprüft.

Bei vielen dieser Übergriffe und Grausamkeiten sind amtliche Tierärzte anwesend. Sie sehen zu, greifen nicht ein oder drehen sich weg. Mehrfach werden verletzte Tiere angeliefert. In einem Fall kann ein Schwein nicht gehen und eine ganze Herde Schweine wird über das leidende Tier getrieben. Ein Ferkel mit einem massiven Nabelbruch wird von der Tierärztin nicht beanstandet. Tierärzte sehen auch zu, als Tiere falsch betäubt werden und klare Zeichen des Erwachens oder von Schmerzen zeigen oder rechtswidrig Elektroschocker und Schläge eingesetzt werden - Szenen, die an den Schlachthof Tauberbischofsheim erinnern. In diesem Fall war es zu ähnlich schlimmen Situationen gekommen und staatliche Tierärzte hatten tatenlos zugesehen. Die Staatsanwaltschaft Mosbach stellte alle Verfahren ein, da sich staatliche Veterinäre im Schlachthof ohnehin nicht durchsetzen könnten und damit auch nicht für ihre Untätigkeit haftbar gemacht werden könnten und Rechtsbrüche an der Tagesordnung wären.

"Mit dem nächsten Skandal in Gärtringen bekommt die Justiz in Baden-Württemberg die Quittung für diese fatale Entscheidung, die nichts anderes war als die Bankrotterklärung des deutschen Staates bei der Schlachthofüberwachung", so Mülln.

SOKO Tierschutz deckte in den letzten drei Jahren 8 Schlachtbetriebe in 5 Bundesländern auf. Sechs der meist mittelständischen Betriebe wurden geschlossen. "Das zeigt, dass es keine Lösung für die Probleme bei Megaschlachtbetrieben sein kann, auf kleinere Schlachthöfe zu setzen. Das Leid bleibt das gleiche oder ist sogar schlimmer. Darum brauchen wir eine klare Strategie, wie wir aus der Ausbeutung und Schlachtung mit all ihren Problemen für Tier, Umwelt und Mensch heraus kommen" so Mülln. SOKO Tierschutz hat Strafanzeige gestellt und fordert harte Maßnahmen gegen den Betrieb.

2020-08-24

Neue Quälerei: Rot-Grün verrät den Tierschutz in Hamburg. SOKO Tierschutz verurteilt die Wiederaufnahme der Tierversuche im Skandallabor LPT auf das schärfste.

Das LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) mit seinen drei Tierversuchslaboren in Hamburg Neugraben, Minenbüttel (Niedersachsen) und Löhndorf (Schleswig-Holstein) gilt seit den Aufdeckungen durch SOKO Tierschutz und Cruelty Free International im Jahr 2019 weltweit als Inbegriff des Leids der Versuchstiere.

SOKO Tierschutz konnte mittels einer 4 Monate andauernden undercover Recherche und mit Hilfe von 4 Whistleblowern aus allen drei Laboren des LPT belegen, dass in den Laboren Tierqual, die Verfälschung von Studien und Chaos herrschten. Die Behörden waren über Jahre unfähig oder unwillig diese Machenschaften zu enttarnen. Die SOKO Ermittlungen bewiesen zum Beispiel, dass der grausame Tod eines Affen in einer Tierversuchsstudie vertuscht wurde.

Nach den größten Tierschutzprotesten der deutschen Geschichte mit 15.000 Demonstrierenden und zahlreichen Strafverfahren wurden die Labore in Hamburg und Niedersachsen geschlossen.

"Dass sich Hamburg von billigen Personalrochaden des LPT offenbar beschwichtigen lässt und nicht einmal die Strafverfahren, insbesondere wegen über ein Jahrzehnt lang, mutmaßlich gefälschten Tierversuchsstudien abwartet, ist ein Skandal.

Das zeigt, dass im rot grünen Hamburg der Profit mit überholten Tierversuchen vor dem Schutz der Menschen und Tiere steht", fasst Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz die aktuelle Situation zusammen.

Die nun angekündigten "Verbesserungen" im Labor werden von SOKO Tierschutz als reine Kosmetik betrachtet um die weltweit entsetze Öffentlichkeit davon abzulenken, dass Hamburg Politik für die Tierversuchsindustrie macht. Damit steigt auch die Gefahr, dass bald wieder Hunde, Affen und Katzen in den grausamen und unzuverlässigen Versuchen leiden und sterben müssen.

"Das LPT gilt weltweit als Schande der Arzneimittelentwicklung und auch als Schande für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland. SOKO Tierschutz wird nun Maßnahmen gegen alle Firmen einleiten, die wieder Tiere im LPT vergiften lassen. "Wir bereiten eine schwarze Liste vor, die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, welche Pharma- und Chemiefirmen im LPT Tiere quälen lassen", so Mülln.

2020-06-04

Ein Jahr nach dem Tierschutzskandal Bad Grönenbach: Das Leid der Kühe geht weiter und der Staat schwächelt angesichts der Agroindustrie.

Vor einem Jahr deckte SOKO Tierschutz katastrophale Zustände in einer monströsen Massentierhaltung für Milch im Allgäu auf. Kühe wurden umhergeschleift, kranke Tiere misshandelt, grausam getötet oder einem langsamen, qualvollen Sterben überlassen.

Bilder von Haufen toter Kälber und Kühe, sowie von Mitarbeitern, die Kühe schlagen und stechen, schockierten die Öffentlichkeit.

Es folgten massive Polizeiaktionen und politische Versprechen, die auf ein Ende des "weiter so" und des Staatsversagens beim Tierschutz hindeuteten. Ein Jahr danach zieht SOKO Tierschutz eine durchmischte, eher pessimistische Bilanz. "Man merkt zwar, dass die Polizeiaktionen Eindruck hinterlassen haben und Tierhalter angesichts zahlreicher, weiterer Razzien inzwischen Zweifel an ihrer Unantastbarkeit haben, aber leider lag der Fokus zu sehr auf dem Allgäu und man hat völlig außer Acht gelassen, dass die Grausamkeiten in Bad Grönenbach ihre Wurzel in der überall wuchernden Massentierhaltung und der Milchproduktion selbst haben. Die Ausbeutung für Milch macht die Tiere krank. Die Probleme sind struktureller Natur. Folgen sind Gewalt und Siechtum, nicht nur in Bad Grönenbach, sondern in ganz Bayern und Deutschland. Wenn man das Leid der Kühe beenden will, muss man an die Kernprobleme ran. Es sind traurige Tatsachen, dass Kühe nach wenigen Jahren der Milchproduktion kaputt sind, dass sie nach wie vor zu Millionen angekettet werden und Kälber nur noch als Abfall angesehen werden.", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Ein wichtiger Punkt, in dem es Fortschritte gibt, war die Ankündigung Bayerns, die Kompetenzen für die Überwachung industrieller Milchbetriebe ebenso wie die der Schlachthöfe einer übergeordneten Landesbehörde zu übertragen und somit den verfilzten, unfähigen und überforderten Veterinärämtern zu entziehen. "Ob das wirklich schon gut funktioniert, können wir nicht beurteilen, da die neue Behörde sehr verschlossen ist und wenig transparent agiert. Aber es ist ein wichtiger Schritt, denn die Landratsämter haben sich nicht nur mit diesem Tierschutzskandal auf ganzer Linie disqualifiziert. Leider herrscht immer noch wenig Erfahrung mit Tierschutzrecht bei Behörden und auch Staatsanwaltschaften schrecken gerne zurück vor dem "unentdeckten Land" Tierschutzgesetz. Das muss sich ändern, denn der Rechtsstaat steht dem Moloch aus organisierter und institutionalisierter Kriminalität in der Landwirtschaft nach wie vor zahnlos gegenüber.", so Mülln.

Die Tierschutzorganisation kritisiert, dass die Täter im Fall Bad Grönenbach immer noch auf Tiere losgelassen werden. Nicht einmal im Fall Bad Grönenbach war man in der Lage, diejenigen Personen mit einem Tierhaltungs- und Betreuungsverbot zu belegen, die z.B. eine Kuh traten, auf sie einstachen und sie herumschleiften. "Das zeugt schon von Ohnmacht oder beweist, dass man bei kleineren Betrieben zwar manchmal gerne Härte zeigt, vor der Agroindustrie, wie im Fall der Milchfarm mit über 3000 Tieren aber zurückschreckt.

SOKO Tierschutz fordert, dass der Fall Bad Grönenbach öffentlich und transparent aufgearbeitet wird und das geht nur vor Gericht. Eine Einstellung und Deals hinter den Kulissen wären fatal und ein schlimmes Zeichen für das ohnehin geschädigte Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat. "Das ewige Pardon gegen Tierquäler auf Kosten von Mensch und Tier muss endlich ein Ende haben. Wo der Staat versagt, können zumindest die VerbraucherInnen handeln und mit dem Kauf von Pflanzenmilch ein Zeichen gegen Tierqual setzen", so Mülln.

2020-05-22

Skandalentscheidung der Staatsanwaltschaft im Schlachthofskandal Tauberbischofsheim. Bankrotterklärung für die staatliche Schlachthofkontrolle.

Der "Mc Donald´s"- Schlachthof des Schlachtkonzerns OSI in Tauberbischofsheim wurde 2018 durch SOKO Tierschutz grausamer Tierquälerei überführt und geschlossen. Jetzt werden die Verfahren gegen die Mittäter vom Amt allesamt eingestellt. Die Begründung empört.

In dem Betrieb, der Mc Donald´s, Westfleisch und Tönnies belieferte, wurde z. B. eine Kuh über 80 mal vor allem an After und Kopf mit dem Elektroschocker gequält. Auch bei anderen Tieren gab es regelrechte E-Schocker-Orgien durch betrunkene Arbeiter. Ein weiteres Tier wurde mit gebrochenem Fuß gewaltsam in den Schlachthof gezwungen und ein Tier erwachte panisch aus der Betäubung und wurde ohne Nachbetäubung geschlachtet. Das alles geschah in Anwesenheit von amtlichen Kontrolleuren, die direkt dabei waren und nicht einschritten. "Diese Kontrolleure des Landratsamts hätten das Leid sofort stoppen müssen, sie blieben aber untätig und den Preis zahlten die Tiere mit Höllenqualen. Darum haben wir sie angezeigt: Tierquälerei durch Unterlassen", so SOKO Tierschutz Ermittler Mülln.

Die Staatsanwaltschaft Mosbach hat nun alle drei Verfahren gegen die Tierärzte und amtlichen Kontrolleure eingestellt. Die Begründung schockiert: Man könne die Veterinäre nämlich nicht belangen, weil sie ohnehin nicht in der Lage wären, solches Tierleid im Schlachthof zu stoppen. Ihnen fehle die Möglichkeit der Polizei direkt einzugreifen.

Diese Auslegung der Möglichkeiten, die im Rahmen der Garantenstellung von amtlichen Veterinären exakt geregelt ist, schockiert Rechtsexperten.

Denn die staatlichen Überwacher haben ein ganzes Sammelsurium an harten Maßnahmen um eingreifen zu können.

Die Staatsanwaltschaft Mosbach macht es sich also einfach, befreit die Behördenvertreter von aller Verantwortung und reagiert sich an den hilflosen, slowakischen Billiglöhnern ab. Das ist eine Schande und eine Bankrotterklärung der amtlichen Überwachung von Schlachthöfen. Momentan sind alleine durch SOKO Tierschutz Recherchen sechs ähnliche Fälle bei Schlachthöfen in strafrechtlicher Aufarbeitung. Wenn das Schule macht, kann man das Wort Tierschutz bei Tierärzten streichen.

SOKO Tierschutz hat Beschwerde gegen die Einstellung eingelegt und kündigt weitere Schritte an. "Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, selbst wenn wir wieder gezwungen sind eine untätige deutsche Staatsanwaltschaft wegen Rechtsbeugung anzuzeigen. Das Justizministerium und die gesamte Regierung in Baden Württemberg sollten sich ernsthaft fragen, ob man sich nach all den Skandalen in Schlachthöfen leisten kann dem Staat auch die letzte Glaubwürdigkeit bei Tier und Verbraucherschutz in der Fleischbranche zu nehmen", sagt Mülln.

Für die Tierärzte, die in Tauberbischofsheim weggesehen haben, geht der Skandal also bisher gut aus. Einer steht schon wieder an der Schlachtbank bei einem Bioschlachthof in der Region und ein zweiter kontrolliert weiter für das Amt im Landkreis.

2020-05-14

Kälberproblematik spitzt sich massiv zu. Wieder Funde von verwesten Kälbern in Bayern. 10.000 EUR Belohnung ausgesetzt.

Seit Jahren sind die Kälberpreise im Keller, besonders bei den Turbo-Milchrassen wie den Holstein Friesischen sind die Preise katastrophal. Männliche Tiere sind quasi unverkäuflich. 25 bis 50 Euro für ein Kalb sind nicht ungewöhnlich. Fütterung und Pflege sind unrentabel. Dafür sind die gigantischen Mengen an Kälbern aus der Milchproduktion, die Blauzungenkrankheit und die damit verbundenen Handelsbeschränkungen, sowie die Überzüchtung der Tiere und die Fleischpreise verantwortlich.

Durch Corona hat sich die Lage verschärft. Inzwischen weigern sich viele Viehhändler Kälber überhaupt abzuholen. Die Folge: Funde von toten Kälbern ohne Ohrmarken häufen sich. Die Tiere werden auf Misthaufen, in Güllegruben und Gräben entsorgt. In einem aktuellen Fall am Starnberger See im Landkreis Bad Tölz entdeckte SOKO Tierschutz zwei halb-skelettierte Kälberkadaver hinter einem Milchviehbetrieb. Es stank erbärmlich nach Verwesung, erinnert sich ein Zeuge. 14 Kälber im meldeverpflichtenden Alter in dem Betrieb hatten keine Ohrmarken und waren damit "nicht existent" und dem Tierhalter ausgeliefert. "Wenn solche anonymen Kälber verschwinden, merkt das niemand. Darum ist die Dunkelziffer so hoch", so Friedrich Mülln, der seit Jahren zu dem Thema Kälbermord ermittelt. Das nicht Anmelden von Kälbern ist auf vielen Höfen Standard, dabei ist es schon heikel, dass Bauern legalerweise eine ganze Woche lang Zeit haben, um ein Tier zu melden.

In den jüngsten Fällen in den Landkreisen Bad Tölz und Rosenheim ließen die Tierhalter die Tiere spurlos verschwinden. Insider sprechen von Biogasanlagen als letzte Ruhestätte der anonymen Kälber.

SOKO Tierschutz fordert die Politik auf, die Lücken bei der Meldung von Tieren zu schließen und die Sanktionen für nicht gemeldete Kälber massiv zu verschärfen. Die Augsburger Tierschutzorganisation hat eine Belohnung von 10.000 EUR für Hinweise ausgesetzt, die zur Überführung von Tierhaltern führen, die ihre neugeborenen Kälber illegal töten.

"Kälber sind die wehrlosesten Opfer der Milchindustrie. Wir alle haben es in der Hand, denn nur ein Umstieg auf Pflanzenmilch wird die Tierquälerei, das Chaos und die strukturellen Probleme in der Milchindustrie ernsthaft beenden", so Mülln.

2020-02-12

24 Glyphosat-Studien am Skandal-Tierlabor LPT. Betrugsverdacht und Tierquälerei bei LPT werden zum Desaster für Pestizid Lobby.

Die Studien sind geheim, geschwärzt, gut versteckt. Niemand soll sie sehen. Recherchen belegen aber eindeutig, dass mindestens 24 Tierversuchsstudien mit Glyphosat am LPT durchgeführt wurden. Jede siebte Studie für das umkämpfte Ackergift kam aus Hamburgs LPT. Der Schwerpunkt lag auf dem Standort in Schleswig Holstein Wankendorf.

"Das heißt, dass tausende Tiere für das gefährliche Pestizid grausam sterben mussten und die Sicherheit von Glyphosat für den Menschen maßgeblich an einem Labor hängt, das unter mehrfachen, Betrugsverdacht steht und dessen Tierlabor vom Land Niedersachsen wegen Manipulationen, Rechtsbrüchen und Tierquälerei geschlossen wurde", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz. Ehemalige Mitarbeiter berichten, dass über Jahre Studien gefälscht worden sein sollen. So berichten sie, dass z.B. der Verdacht auf Krebs bei einer Medikamentenstudie und die Gefährlichkeit eines Umweltgiftes vertuscht wurde. Dem verantwortliche Geschäftsführer Jost Leuschner wurde die Zuverlässigkeit abgesprochen, die Staatsanwaltschaft durchsuchte alle drei Labore.

Die sogenannten Contract-Research-Labore sollen Sicherheit für den Menschen garantieren. Die Ermittlungen zum LPT zeigen: Eine Mischung aus krimineller Energie, Grausamkeiten an Tieren und laschen Behördenkontrollen machen die angebliche 100%-Sicherheit für die Bevölkerung zu einem russischen Roulette. Jeder EU-Schlachthof wird in Deutschland zwar schlecht aber täglich amtlich geprüft, in diesen Laboren kommt nur alle drei Jahre eine Amtsperson angemeldet vorbei. Die staatliche Kontrolle der so genannten GLP Good Laboratory Praxis, des angeblich unfehlbaren Sicherheitssystems der Labore ist unzureichend und Manipulationen Tür und Tor geöffnet.

"Das alles zeigt, wie gefährlich das angebliche Sicherheitssystem um Chemikalien wie Glyphosat ist und dass die Politik gefordert ist, hier massiv einzugreifen. Denn erst sind Tiere in Gefahr und dann Menschen", so Mülln. SOKO Tierschutz fordert von Hamburg und Schleswig-Holstein die Schließung der LPT-Labore und einen Ausstiegsplan aus den veralteten, grausamen und unzuverlässigen Tierversuchen. Am 22.02 ruft SOKO Tierschutz zu einer Großdemonstration in Kiel auf um Menschen und Tiere vor der Tierversuchsindustrie zu schützen und das Giftlabor des LPT in Schleswig Holstein zu schließen."Wer in Niedersachsen eine Gefahr für Mensch und Tier ist und deswegen amtlich als unzuverlässig erklärt wurde, der darf in Hamburg und Schleswig Holstein nicht unbehelligt weiter auf Tiere losgelassen werden", bekäftigt der SOKO sprecher.

2020-01-17

SOKO Tierschutz begrüßt konsequentes Vorgehen gegen das Tierversuchslabor LPT. Staat entzieht Todeslabor die Betriebserlaubnis.

Hunde und Katzen kommen frei. Jetzt ist Hamburg und Kiel am Zug. Nach Aufdeckung von Tierquälerei, Manipulationen an Studien und den größten Protesten der deutschen Tierschutzgeschichte zieht das Land Niedersachsen den Schlussstrich. Die Bilder von verblutenden Hunden, Katzen im Müllsack und Gewalt gegen Affen schockierten die Menschen weltweit. Das Labor verlor heute die Betriebsgenehmigung, der Chef und Verantwortliche gilt als unzuverlässig. Verbliebene Tiere werden dem Tierschutz übergeben. "Ein einzigartiger Vorgang und ein fantastischer Erfolg des friedlichen Widerstandes gegen die grausamen und sinnlosen Tierversuche", erklärt Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Schon bisher konnten 50 Katzen und zahlreiche Hunde gerettet werden. Die letzten 96 Hunde werden in Kürze folgen. Für die Affen kam jede Rettung zu spät. Sie wurden an einen niederländischen Versuchstierhändler verkauft. Insgesamt werden gut 200 Tiere freikommen. Da das LAVES und der Landkreis Harburg seinen Job gemacht hat, liegt der Ball nun bei Schleswig-Holstein. Wir erwarten uns von den dortigen Behörden, die anderen zwei Tierversuchslabore des LPT in Neugraben (Hamburg) und Löhndorf (SH)ebenfalls zu schließen. Auch von dort berichteten ehemalige Mitarbeiter von Quälerei und manipulierten Studien. SOKO Tierschutz erstattete vor zwei Wochen Strafanzeige gegen die Verantwortlichen im LPT Labor in Schleswig-Holstein. Eine Zeugin berichtete, dass dort Kaninchen ohne Grund unter Todesqualen sterben mussten, weil die Betäubungsmittel nicht ausreichend verabreicht wurden und bei einer Studie die hohe Sterberate von Ratten durch die Substanz vertuscht wurde. Es kann nicht sein, dass jemand, der als Risiko für Mensch und Tier eingestuft wird, jetzt einige Kilometer weiter in Hamburg und Schleswig-Holstein auf die Tiere losgelassen wird, so der SOKO Tierschutz Sprecher.

Die Tierrechtsorganisation erwartet von der Politik eine Kehrtwende in Sachen Tierversuche. Denn die schrecklichen Zustände waren lange unentdeckt geblieben und das System Tierversuch mit allen Folgen für Mensch und Tier ist außer Kontrolle. "Wir fordern von der Politik die Kontrollen der Tierlabore massiv zu verstärken, nur noch Personal mit abgeschlossener Ausbildung zu erlauben und dass alle Versuche genehmigt werden müssen.

Deutschland braucht einen klaren Fahrplan zum kurzfristigen Ausstieg aus den Tierversuchen. Tierversuche sind sinnlos, teuer, gefährlich und grausam. Bisher werden Tierlabore nur alle paar Jahre, häufig mit Voranmeldung kontrolliert und die umstrittenen Giftigkeitstest müssen nicht einmal überprüft oder im Einzelfall genehmigt werden.

2019-12-06

Deutscher Engagementpreis für SOKO Tierschutz. Zivilgesellschaft steht für Schutz von Erde, Mensch und Tier.

SOKO Tierschutz e.V. wurde gestern mit dem Deutschen Engagementpreis (Publikumspreis) ausgezeichnet. Der sogenannte Preis der Preise wird vom Bündnis für Gemeinnützigkeit verliehen.

Förderer des Deutschen Engagementpreises sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung. Voraussetzung ist der Gewinn eines vorgelagerten Preises. Im Falle von SOKO Tierschutz der "taz Panter Preis" der Zeitung taz.

"SOKO Tierschutz ist die erste Tierschutzorganisation, der diese Ehrung zu Teil wird. Wir sind stolz darauf, dass der Schutz der Tiere, der untrennbar mit dem Schutz der Menschen verbunden ist, diese gesellschaftliche Würdigung insbesondere von der Politik erfährt.", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz. Der Preis ist gerade in Zeiten, in denen der Druck auf Organisationen gegen die Ausbeutung der Tiere und die Agrarindustrie auch von Seiten der Politik verstärkt wird, ein wichtiges Zeichen für ein Recht auf Widerstand und für den Schutz der Schwächsten in unserer Gesellschaft. In der Laudatio wies der internationale Kampagnendirektor Matthias Wolfschmidt von Foodwatch e.V. auf die Parallelen zwischen den heutigen Undercover-Recherchen und Dokumentationen aus Ställen und den ersten großen Protesten der Friedensbewegung hin. In beiden Fällen wurde die Stellung der kritischen Zivilgesellschaft gegenüber massiven gesellschaftlichen Problemen mühsam erkämpft, gestärkt und Rechte verbessert und neu definiert.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey unterstreicht in Berlin bei der Eröffnung der festlichen Preisverleihung im Deutschen Theater vor über 600 Gästen: "Mit dem Deutschen Engagementpreis ehren wir diejenigen, die einen Unterschied machen. Menschen die sich für andere einsetzen, für unsere Demokratie, gegen Missstände, für zwischenmenschlichen Dialog und ein gutes gesellschaftliches Miteinander. Sie stehen stellvertretend für die rund 30 Millionen Menschen in Deutschland, die sich auf vielfältige Art und Weise für den Zusammenhalt in unserem Land stark machen".

"Wir sind glücklich zusammen mit Projekten gegen Hass im Netz, für den Schutz der Gewässer, für Zivilcourage gegen Rechts und Schutz und Inklusion von Menschen ausgezeichnet zu sein. Momentan hat es die Zivilgesellschaft nicht leicht, auf der einen Seite droht Hass und Hetze auf der anderen Seite ein Staat, der meint ziviles Engagement für Tiere härter bestrafen zu müssen und Initiativen gegen Rechts die Gemeinnützigkeit entzieht. Hier hilft nur Zusammenhalt und Kraft, die den Preisträgern durch diese wunderbare Auszeichnung gewährt wird.", so Mülln.

SOKO Tierschutz bekräftigt, dass die Menschen ein Recht darauf haben zu erfahren, was hinter der verschlossenen Toren von Mastanlagen, Tierlabors und Schlachthöfen vor sich geht. Die Organisation feierte in den letzten Jahren große Erfolge, wie die Schließung von sechs Schlachthöfen, einem Primatentierlabor und jüngst der größten Tierschutzdemonstration der deutschen Geschichte gegen die grausamen Tierversuche am Labor LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) in Hamburg.

2019-11-15

Hamburg: Großdemo gegen Tierversuche am Samstag. LPT plant sogar Expansion. Es ist noch lange nicht vorbei.

Die Aufdeckung alltäglicher, legaler Quälerei von Tieren, sowie der Rechtsbrüche und des Verdachts auf jahrelangen Betrug bei Studien haben Millionen Menschen erschüttert. Tausende mobilisieren gegen das Tierleid. Die Politik verhält sich hilflos gegenüber dem Profitgeschäft mit dem Vergiften von Tieren.

Zur Großdemo am Samstag haben sich tausende Menschen angemeldet. Bürgerinnen und Bürger jedes Alters und jeder Herkunft werden ein Ende der Tierversuche fordern. Dieses ist nämlich leider noch nicht absehbar. SOKO Tierschutz vermutet hinter der kommunizierten Schließung einen Bluff, um die Behörden zu beschwichtigen und die Proteste abzuschwächen.

Das LPT versucht bewusst von den anderen Tierlaboren des Konzerns abzulenken. Dort plant man sogar Expansion. Ein internes Schreiben spricht von einer verstärkten Bewerbung und einem weiteren Ausbau der Aktivitäten. Das bedeutet, dass in den Laboren, in welchen bisher über 10.000 Tiere leiden müssen, alles ungebremst weiter geht.

Die Forderungen sind deshalb klar:

1) Wir fordern eine sofortige Schließung von Mienenbüttel, nicht
auf eventuell "guten Willen" in Monaten, sondern durch die
Behörden und zwar endgültig. Man darf dem LPT nicht die
Möglichkeit geben nach einer freiwilligen Schließung wieder neu
anzufangen.

2) Wir fordern die Freilassung der Versuchstiere. Für die Hunde,
Katzen und Kleintiere wurden Plätze organisiert. Es kann nicht
sein, dass Hunde und Katzen, die dort seit Jahren gefangen
gehalten werden und in Versuchen gelitten haben jetzt
verschachert und im Ausland zu Tode gequält werden,
insbesondere da die Affen und Hunde unter grausamen Bedingungen
und teilweise illegal gehalten wurden.

3) Wir fordern das Ende aller Standorte des LPT in Niedersachsen,
Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Hauptverantwortung liegt in
Hamburg. Der Betrugsverdacht liegt über allen Laboren, und zum
Schutz von Tier und Mensch muss sofort gehandelt werden.

4) Wir fordern von der Politik einen Ausstiegsplan aus den
gefährlichen, sinnlosen und grausamen Tierversuchen, einen
Stopp aller Förderungen und die wahrhafte Unterstützung
moderner Forschung ohne Tierleid.

Die Großdemo beginnt um 14:00 Uhr am Heidi Kabel Platz und geht in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt, über Mönckebergstraße, Jungfernstieg, Gänsemarkt und Rathausmarkt. Die Demonstration endet am Speersort. "Das wird die wahrscheinlich größte Tierschutzdemo der deutschen Geschichte. Wir haben in wenigen Wochen große Erfolge erzielt und wir werden nicht innehalten, bis das Leid an allen LPT-Standorten beendet ist", Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz.

2019-11-10

Skandal-Tierlabor LPT macht erstes Tierversuchslabor dicht. Tierschützer fordern JETZT Rettung der Versuchstiere.

Nach der Aufdeckung von massiven Rechtsbrüchen, Tierquälerei und dem Verdacht auf Betrügereien in den Tierversuchslabors des Hamburger LPT-Konzerns und den größten Protesten gegen Tierversuche der deutschen Geschichte, steht das Labor für Affen, Hunde und Katzen in Mienenbüttel bei Harburg vor der Schließung. Nach dem Abschluss einer großen Affenstudie der Firma Merck soll das Labor dicht gemacht werden. Damit würden fast 60 Jahre Grausamkeiten an diesem Ort enden. Aktuell lässt das Tierversuchslabor alle übrigen Affen zu einem Großhändler in die Niederlande schaffen. Das Schicksal der anderen Tiere ist unklar.

SOKO Tierschutz, Cruelty Free International, der Hamburger Tierschutzverein und ein Bündnis, dem sich auch zahlreiche Tierschutzvereine des Deutschen Tierschutzbundes angeschlossen haben, fordern die Übergabe der verbliebenen Tiere an den Tierschutz. "Es gibt für jedes Tier einen Platz. Die Zivilbevölkerung wird nicht zulassen, dass diese Tiere, die im LPT teilweise seit vielen Jahren leiden, verschachert oder getötet werden", so Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz.

Das LPT versucht mit diesem Manöver auch von den anderen Standorten in Neugraben Hamburg und Löhndorf in Schleswig-Holstein abzulenken und hofft, dass die Quälerei dort an Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen, Ratten, Schweinen und Fischen weitergehen kann. "Das werden wir nicht zulassen. Ich frage mich, wann die Staatsanwaltschaft endlich Konsequenzen zieht. Seit Wochen können Beweismittel verschwinden und die Staatsanwaltschaft wartet ab. Das ist ein Skandal, der nicht nur Tiere, sondern auch Menschen in Gefahr bringt", sagt Mülln.

SOKO Tierschutz ruft am 16.11.2019 zur Großdemo in Hamburg auf. "Am Samstag werden zahllose Menschen aus ganz Europa die Untätigkeit der Politik und die Unfähigkeit der Behörden anklagen. Das Ziel ist die Schließung aller drei Tierlabore des LPT und ein Ende der sinnlosen, grausamen und veralteten Tierversuche.

2019-11-06

Tierversuchsskandal weitet sich dramatisch aus. ARD FAKT: Mitarbeiter klagen jahrelange Fälschungen bei Tierversuchen an.

Ex-Mitarbeiter des LPTs in Hamburg und Schleswig-Holstein erheben schwere Vorwürfe. So sei es in Hamburg Neugraben über 10 Jahre üblich gewesen, dass Tierversuchsstudien an das Ziel angepasst wurden und die eigentlichen, aber problematischen Testergebnisse verheimlicht und verfälscht wurden. Eine Mitarbeiterin, die sich auch der Staatsanwaltschaft als Zeugin zur Verfügung stellt, spricht in der ARD-Sendung Fakt Klartext: "Ich habe es nicht nur erlebt, ich habe es auch gemacht, ich habe Dokumente gefälscht. Unsere Studien, wenn da Ergebnisse nicht unseren Erwartungen entsprochen haben, bin ich angehalten worden, dass zu verbessern."

Diese Vorgänge wecken Erinnerungen an den jüngst durch den Undercover-Ermittler von SOKO Tierschutz aufgedeckten Fall von der Vertuschung eines in einer Studie gestorbenen Affens. Auch hier passte der tödliche Zwischenfall wohl nicht in den Plan und der verdeckte Ermittler musste Informationen falsch eintragen. Seine Beschwerden darüber bis zur Führung der Anlage blieben wirkungslos.

Eine zweite Zeugin berichtet von einem ähnlichen Vorgang im LPT-Labor in Schleswig-Holstein. Hier werden Tests an potenziellen Gefahrstoffen für die Umwelt gemacht. In einer Rattenstudie wurden die hohe Todesrate und der grausame Tod der meisten Tiere laut der Zeugin vertuscht. Eine niedrigere Dosis erbrachte schließlich das gewünschte Ergebnis.

"Diese Aussagen belegen den Supergau eines völlig außer Kontrolle geratenen Systems. Hier stößt erlaubte Misshandlung, brutale Tierquälerei und massive kriminelle Energie auf einen Staat, der nur noch ein hilfloser Statist ist. Wenn so gefälscht wurde und das über Jahre, dann bedeutet das auch große Gefahr für die menschlichen Testpersonen in den auf die Tierversuche folgenden klinischen Studien. Wir haben Strafanzeige wegen Verdacht auf vielfachen, gewerblichen Betrug und erneut auch wegen Tierquälerei gestellt. Die Zeugen berichten auch von Übergriffen auf Tiere, zum Beispiel die grausame Tötung von Kaninchen", so Friedrich Mülln.

Mehrere große Pharmakonzerne wie Merck und Boehringer Ingelheim haben bereits Konsequenzen gezogen und beim LPT gekündigt. SOKO Tierschutz fordert von den Regierungen in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein die sofortige Schließung der LPT-Labore, die Beschlagnahme der Tiere und die Überprüfung aller Studien der letzten 15 Jahre. Am 16.11 ruft SOKO Tierschutz zur Großdemo nach Hamburg auf, zu der tausende Menschen erwartet werden. "Es reicht jetzt, die Behörden haben lang genug zugesehen, während jedes Tierheim wird besser überwacht als diese Labore. Wir werden so lange demonstrieren bis die Regierung dieses Todeslabor dicht macht, für Tier und Mensch", so SOKO Ermittler Mülln.

2019-10-22

Weltberühmte Primatenforscherin Dr.Jane Goodall verurteilt Tierlabor LPT.
"Einige der schlimmsten Misshandlungen, die ich je gesehen habe".

Zu den undercover Aufnahmen von SOKO Tierschutz und Cruelty Free International aus dem Tierlabor des Laboratory for Pharmakology and Toxikology (LPT) in Niedersachsen kommentierte die weltweit führende Primatologen Dr. Jane Goodall, ausgezeichnet mit der zweiten Stufe des britischen Ritterordens, Gründerin des Jane Goodall Instituts und UN-Friedensbotschafterin: "Die Aufnahmen zeigen einige der schlimmsten Misshandlungen, die ich je in Verbindung mit Tierversuchen gesehen habe"

Die Recherche, über die in der letzten Woche weltweit berichtet wurde, enthüllt ein schockierendes Ausmaß an Tierleid, welches eindeutig Europäische und Deutsche Gesetze verletzt. Verstörende, verdeckt gedrehte Aufnahmen von massiv blutenden Hunden und systematisch misshandelten Affen haben den Schleier der Geheimhaltung von vorgeschriebenen Giftigkeitstests gelüftet, und die Tierquälerei dahinter offenbart.

Zusammen mit ihrer Kollegin Dr. Koen Margodt, der Mitbegründerin des Jane Goodall Instituts in Belgien, hat Frau Dr. Jane Goodall ein besonderes Augenmerk auf die Not der Affen in der Einrichtung gelegt: "Manche der Affen lagen zusammengekauert auf dem Drahtboden ihrer kleinen Gefängnisse, während andere Stereotypie zeigten, sich im Kreis drehten und schnell hin und her liefen, was auf ein extrem hohes Stressniveau hinweist. Manche kauerten sich nieder, wenn sich ein Mensch näherte, eine ausgeprägte Angstreaktion. Manche schrien sogar. Jeder Affe hatte einen Ring aus Metall um den Hals. Manche Aufnahmen zeigten Affen, die mit zusammengebundenen Beinen zum Stehen gezwungen wurden, während ihre Arme ausgestreckt fixiert waren, nahezu gekreuzigt. Eine Szene zeigte, wie einem Affen gewaltsam der Mund geöffnet wurde, während ein Schlauch in den Magen geschoben und Flüssigkeit injiziert wurde."

Dr. Goodall sagt: "Der Eindruck, den diese Aufnahmen hinterlassen, ist dass ihre Behandlung nichts weniger als systematische Misshandlung für die Tiere bedeutet. Die Aufnahmen stammen nicht aus einem kleinen, obskuren Betrieb außer Reichweite von gesetzlichen Bestimmungen und am Rande der Welt. Das LPT Labor für Pharmakologie und Toxikologie GmbH & Co. KG arbeitet in einem der führenden und reichsten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. LPT stellt sich dar als 'ein exzellenter und erfahrener Partner im Bereich der Auftragsforschung in Übereinstimmung mit nationalen und internationalen Richtlinien.'"

"Kurz gefasst: Was ich in diesen Aufnahmen gesehen habe, gehört zu dem herzlosesten, inhumansten und brutalsten Verhalten von Menschen gegenüber Primaten, Hunden und Katzen dieses Labors. Es ist nichts anderes als die Hölle auf Erden. Solch eine Situation gehört nicht in das 21. Jahrhundert und muss beendet werden. Es sollten keine invasiven biomedizinische Tests mehr an empfindungsfähigen und komplexen Tieren wie Primaten, Hunden und Katzen durchgeführt werden. Sogar Ratten sind erwiesenermaßen hochintelligent und in der Lage, Angst und Schmerz zu fühlen. Tiere können nicht für sich selbst sprechen, also müssen wir ihre Stimme sein und ihr Leid an das Tageslicht bringen."

Michelle Thew, Vorstandsvorsitzende von Cruelty Free International kommentierte den Einsatz von Jane Goodall: "Niemand wird auf der Welt im Bereich mehr geschätzt als Jane. Wir freuen uns natürlich sehr, dass sie sich mit all ihrer Erfahrung und ihrem Wissen für die im LPT leidenden Tiere ausgesprochen hat. Wir hoffen, dass die Behörden dies zur Kenntnis nehmen und jetzt handeln werden. Sowohl, um diese Einrichtung zu schließen, als auch um die Praxis von Toxizitätstests an Tieren in Deutschland und in der gesamten EU zu prüfen." Die aktuellen Entwicklungen in dem Fall, wonach die Behörden vorerst neue Versuche gestoppt haben, alte aber weiter laufen lassen, kommentiert Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz als Versuch die wütenden Bürger und Bürgerinnen zu beschwichtigen und gleichzeitig der Tierversuchsindustrie die Stange zu halten. Das ist durchsichtig und die Politik wird merken, dass die Menschen darauf nicht hineinfallen. Nach der größten Tierschutzdemonstration der letzten Jahrzehnte mit 8000 Teilnehmern, zeichnet sich für den nächsten Protest am 16.11.2019 in Hamburg ein noch ein größerer Ansturm an. Nach einer Stunde hatten sich bereits über 2000 Menschen angemeldet.

"Besonders nachdem alle LPT und Aufdeckungsfotos gestern auf mysteriöse Weise von unserer Facebook Seite gelöscht wurden und wir dahinter einem einen Angriff auf die Arbeit von SOKO Tierschutz und die Meinungsfreiheit vermuten, werden wir und die Menschen unseren Einsatz noch einmal erheblich steigern", so Mülln.

SOKO Tierschutz und Cruelty Free International fordern von der deutschen Politik und der EU eine Kehrtwende und einen klaren Ausstiegsplan aus den grausamen, veralteten und sinnlosen Giftigkeitsversuchen an Tieren. Dieser Ausstieg sollte mit der Schließung des LPT beginnen, bekräftigen beiden Organisationen.

2019-10-16

Erschreckende neue Erkenntnisse im Tierlabor-Skandal. Tierlabor LPT vertuschte grausamen Todesfall in Studie.

Die durch die Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz und Cruelty Free International aufgedeckten Zustände führen zu ersten Konsequenzen. Nach der Strafanzeige von SOKO Tierschutz kommt es zu Ermittlungen und Strafverfahren, aber auch schwachen Dementis der für die Kontrolle zuständigen Behörden.

"Es ist schon sonderbar, dass die Veterinärbehörde jetzt zu kleine Käfige erkennt, die dort wohl schon seit Jahren hängen. Besonders empörend finden wir, dass das völlige Fehlen von rechtlich vorgeschriebenem Beschäftigungsmaterial bei den Affen damit entschuldigt wird, dass die Tiere ja schließlich die Vorhängeschlösser der Käfige zum Spielen hätten. Das lässt an den Kompetenzen und Einstellungen der verantwortlichen Kontrolleure zweifeln. Wir fordern keine Scheinlösungen, sondern einen sofortigen Schutz der Tiere, und das geht nur durch die Schließung des Tierlabors", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Diese Forderung dürfte durch die jüngste Aufdeckung von ARD Fakt und der Tierrechtsorganisation Auftrieb bekommen. Denn die Recherchen geben sehr konkrete Hinweise auf den Supergau bei den vorgeblichen Sicherheitstests im LPT:

Der SOKO Tierschutz Ermittler entdeckte in der Affenhaltung des Labors ein Tier, dessen Tattoo-Nummer nicht zu dem Etikett auf dem Käfig passte. Mehrere Mitarbeiter berichteten übereinstimmend und unabhängig voneinander, dass ein Affe ausgetauscht wurde. Das alte Tier war laut Aussage der Mitarbeiter unter grausamen Bedingungen an einem Mastdarmvorfall verendet. Offenbar passierte dieser Todesfall durch Versagen der Labormitarbeiter. Diese wurden danach angewiesen, die Nummer des Austausch-Affens zu verheimlichen und die Nummer des alten Affens weiter zu verwenden. Bis zur Tötung des Austausch-Affens wurde diese Praxis beibehalten. Die Mitarbeiter kommentierten das Ganze zynisch und meinten z.B. "Wird nachher einfach deine Tattoo Nummer ausgetauscht vor der Sektion, einfach die andere reingelegt ins Näpfchen, so läuft das hier". Die Leiterin der LPT Einrichtung in Mienenbüttel wurde von dem undercover Ermittler mit dem Austausch des Tieres konfrontiert und meinte, dass wäre gut.

Nach Recherchen von ARD Fakt liegen der verantwortlichen Kontrollbehörde, dem LAVES Niedersachsen, keine Informationen des Labors über den Tod des Affens oder zu einem Austausch vor. Diese Informationen hätten vom LPT aber verpflichtend gemeldet werden müssen.Die südkoreanische Pharmafirma, welche die 26 Wochen- Giftigkeitsstudie an dutzenden Affen beim LPT beauftragte, schweigt zu den Vorwürfen.

"Wenn sich der akute Verdacht bestätigt, dass im LPT eine gewaltige Primatenstudie auf diese Art und Weise manipuliert wurde, dann stellt das alles in Frage, und dem Labor muss sofort die Betriebserlaubnis entzogen werden. Das bedeutet dann nicht nur Qualen für Tiere, sondern auch ein Medikament für Menschen, dessen Entwicklung auf unterschlagenen Daten und einem verfälschten Studienablauf beruht", so Mülln. Darum haben wir Anzeige wegen Verdacht auf versuchten Betrug gestellt.

SOKO Tierschutz ruft nächsten Samstag, den 19. Oktober, zur Großdemonstration in Neugraben bei Hamburg auf. "Das System Tierversuch ist unmoralisch und gefährlich. Tausende Menschen fordern mit uns ein Ende der Grausamkeiten und dass die Politik endlich handelt. Dann würde Deutschland auch das äußerst peinliche Vertragsverletzungsverfahren der EU erspart bleiben. Denn Deutschland tötet zwar mitunter die meisten Versuchstiere, ist aber absolutes Schlusslicht beim Schutz der Tiere und der Einhaltung von EU-Recht.

2019-10-13

Undercover in Deutschlands geheimsten, privaten Tierversuchslabor. Erschütternde Beweise: Rechtsbrüche, Gewalt gegen Tiere und sterbende, blutende Hunde.

Das LPT in Mienenbüttel nahe Hamburg macht Giftigkeitsversuche an Hunden, Katzen, Affen und Kaninchen für Auftraggeber aus Deutschland und weltweit.

Das Labor agiert völlig abgeschottet. Einblicke, selbst durch die Politik, waren unerwünscht. Eine Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz und Cruelty Free International beweist unhaltbare Zustände, rechtswidrige Tierhaltung, grausame Versuche und Brutalität gegen die Tiere. Mit dieser Aufdeckung erhält das aktuelle Vertragsverletzungsverfahren der EU wegen der schlechten Zustände in deutschen Tierversuchslabors erschütternde Beweise für das Versagen der deutschen Politik beim Schutz von Versuchstieren.

Im Ermittlungszeitraum von Dezember 2018 bis März 2019 dokumentierte der Ermittler mehrfach, wie Hunde, nachdem ihnen Schläuche oder Kapseln in den Hals gezwungen wurden, entsetzlich bluteten. Das Bildmaterial zeigt blutverschmierte Zwinger. Die Hunde gingen teilweise grausam zugrunde und wurden nicht ausreichend überwacht und umsorgt. Die gesamte Hundehaltung verfügt über kein nach EU-Recht vorgeschriebenes Beschäftigungsmaterial. "Es ist erschütternd zu sehen, wie sich diese Hunde nach Zuneigung und Fürsorge verzehren und dann so erbärmlich in ihrem Blut sterben müssen", beschreibt SOKO Tierschutz Ermittler Mülln die Szenen.

Den schlimmsten Haltungsbedingungen in dem Labor sind die Affen ausgesetzt. Sie leben teilweise in engen Käfigbatterien und in keinem der Käfige gab es das gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsmaterial. Diese Wildtiere leiden unter Stress und Käfighaltung. Die Folgen sind Tiere, die sich wie verrückt im Kreis drehen und das sogar rückwärts. Ein Teil der Käfige verstößt gegen in Deutschland verbindliches EU-Recht.

Die Affen werden bei Versuchen mit äußerster Grobheit behandelt: Es kam zu blutigen Verletzungen und ein Mitarbeiter schlug einen Affen absichtlich krachend gegen die Türkante. Widerstand gegen solche Übergriffe ist nach Aussagen eines Mitarbeiters sinnlos. Die Person habe es versucht, es sei den Vorgesetzten egal. Unter den zahlreichen Arbeitern der Einrichtung befand sich nur ein ausgebildeter Tierpfleger. Der Rest der Arbeiter rekrutiert sich z.B aus Schlachtern, Mechanikern und einem Militärmusikanten.

In einer Katzenstudie für eine Tierarzneimittelfirma wurde ein Antibiotikum mit dem gleichen Wirkstoff, aber mit Geschmack, verglichen. Dazu wurden den Katzen die Beine an einem einzigen Tag 13-mal zerstochen. Auch hier mangelte es den Mitarbeitern an Fähigkeiten, mit Folgen für die Tiere.

Die Tiere müssen zu all dem Leid auch noch weltweite Tiertransporte ertragen: Katzen aus Spanien, Hunde aus den USA und Affen aus China.

Die meisten Studien enden mit dem Tod der Tiere. Das Video zeigt, wie Hunde regelrecht geschlachtet werden und Katzen in Müllsäcken landen.

"Jedes Jahr werden hunderttausende Tiere in Europa für regulatorische, toxikologische Tests vorsätzlich vergiftet. Unsere Recherche enthüllt entsetzliches Tierleid, unzulängliche Pflege der Tiere, schlechte Praktiken und Brüche europäischen und deutschen Rechts. Wir fordern eine umfassende Aufarbeitung dieses Falls und allgemein solcher Tierversuche in Europa", so Michelle Thew von Cruelty Free International.

In Deutschland sterben jedes Jahr mindestens 2,8 Millionen Tiere an Tierversuchen.

SOKO Tierschutz und Cruelty Free International fordern ein sofortiges Ende der veralteten, gefährlichen und grausamen Giftigkeitstests an Tieren und die Schließung des Labors durch die Behörden. "Es ist unverantwortlich, dass der Staat diese Versuche zwar anordnet, aber Giftigkeitstests z.B. an Hunden oder Kaninchen nicht genehmigungspflichtig sind. Hier zieht sich Deutschland aus der Verantwortung. Die angeblichen Sicherheitstests bringen zudem keine Sicherheit für den Menschen und Tieren nur einen grausamen Tod", sagt SOKO Sprecher Friedrich Mülln, der 2003 selbst undercover in einem solchen Labor arbeitete. Sein Fazit: "Leider haben sich die Zustände bei den Tierversuchen in diesem lang Zeitraum sogar verschlechtert. Es ist erschütternd zu sehen, dass Wildtiere wie Affen nach wie vor unter solch schrecklichen Bedingungen gehalten werden."

2019-08-08

Trotz Sommerhitze: Tierqual-Transporte aus Ungarn für Schlachtung in Bayern.
SOKO Tierschutz fordert Ende grausamer Tiertransporte für Billigfleisch der Süddeutschen Truthahn AG.

SOKO Tierschutz Ermittlern gelang es, Tiertransporte des Ampfinger Großschlachthofes Süddeutsche Truthahn AG zu verfolgen. Der Schlachthof gehört zur österreichischen Hubers Land Hendl und dessen Eigentümer, dem Schweizer Coop Bell Konzern. Fleisch der Firma ist in den Supermärkten, Metzgereien und der Gastronomie omnipräsent. Das Fazit: Puten werden in der Sommerhitze völlig unnötig bis zu 547 km durch Europa gekarrt. Bei einem Mastbetrieb in Ungarn filmten die Tierschützer erschütternde Gewalt gegen die empfindlichen Tiere. Puten wurden geschlagen, in Käfige eingeklemmt, mit brutaler Gewalt in Tiertransporter der Süddeutschen Truthahn AG geschleudert und mutmaßlich schwer verletzt oder getötet.

"Eine solch brutale Behandlung der Tiere hätte den amtlichen Tierärzten im Ampfinger Schlachthof eigentlich auffallen müssen, denn Prellungen, Schnittverletzungen und Brüche sind bei dieser Behandlung unvermeidlich. Scheinbar haben hier mal wieder die Kontrollen versagt", sagt SOKO Sprecher Friedrich Mülln, der vor Ort gefilmt hat.

SOKO Tierschutz liegen umfangreiche, interne Dokumente des Geflügelkonzerns vor, die beweisen, dass Tiertransporte von hunderten Kilometern nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind. Dabei kommt es sogar innerhalb von Deutschland zu Transporten über 500 km. Auch Bio Puten werden über 400 km weit transportiert. "Diese unnötigen Tiertransporte gehören sofort verboten. Für die Tiere, die schon beim Verladen misshandelt werden, ist der Transport über viele Stunden besonders in der Sommerhitze die pure Qual. In Frankreich wurden solche Transporte jüngst wegen Hitze verboten", sagt SOKO Tierschutz Ermittler Mülln. Das lasche EU-Kennzeichnungsrecht macht es der Branche einfach, das osteuropäische Putenfleisch zu verschleiern, denn auch dieses Fleisch darf das DE-BY Siegel tragen.

SOKO Tierschutz hat die tierquälerischen Praktiken der Süddeutschen Truthahn AG schon mehrfach aufgedeckt. 2014 kam es zu einem großen Skandal um illegale Tötungen, brutales Verladen und extremste Massentierhaltung. Die aktuelle Recherche beweist, dass die damaligen Versprechen der Besserung auf ganzer Linie gebrochen wurden.

2019-07-11

Tierschutzskandal im Allgäu. Behörden müssen endlich gegen Tierqualbetrieb durchgreifen. Gewaltige Steuerzahler-Subventionen müssen aberkannt werden.

Nach der Veröffentlichung der undercover Aufnahmen aus der Mega-Massentierhaltung für Kühe in Bad Grönenbach, die massivste Rechtsbrüche und Tierquälerei zeigen, fordert SOKO Tierschutz, endlich harte Maßnahmen zu ergreifen. "Es kann nicht sein, dass man diese Leute nach wie vor auf die Tiere loslässt. Wer Rinder so misshandelt, muss sofort ein Tierhalte- und Tierbetreuungsverbot erhalten. Das können die Behörden jederzeit veranlassen ohne auf einen Prozess in einigen Jahren zu warten", so SOKO Tierschutz Sprecher Mülln.

Zusätzlich erhielt der Betrieb allein im letzten Jahr 143.741,66 EUR an staatlichen Subventionen. Auch in den letzten Jahren gab es viel Steuerzahler-Geld von der EU. Laut Farmsubsidy.org wurden 542.545,37 EUR ausgezahlt. Die sogenannte Cross Compliance sieht aber vor, dass Subventionen zurück geholt werden müssen, wenn ein Betrieb geltendes Recht bricht. "An solche Tierquäler darf kein Geld von Steuerzahlern mehr fließen, und bereits gezahlte Subventionen sind kompromisslos zurück zu fordern", so Mülln.

Von Seiten des Landratsamtes fordert SOKO Tierschutz endlich Transparenz: Wann wurden die Kontrollen durchgeführt? Welches Ergebnis hatten sie? Wann wurden die Kontrollen in das TIZIAN System eingetragen? Welche Rechtsbrüche wurden festgestellt und welche Konsequenzen hatten diese? Wieviele Kontrollen waren angemeldet und warum waren die Cross Compliance Kontrollen angemeldet?

SOKO Tierschutz sieht ein gewaltiges Versagen beim Landratsamt und hat den massiven Verdacht, dass der Betrieb bewusst geschont wurde und wird. Darum erneuert die Tierschutzorganisation ihre Forderung, die nach jedem durch unfähige, unwillige oder sozial korrumpierte Behörden verursachten Tierschutzskandal gestellt wird: Den Landratsämtern gehört die Kontrolle über Nutztierhaltungen entzogen. "Wir brauchen eine Art LKA oder BKA für Tiere, das fern von regionalem Filz und mit hoher Kompetenz und Schlagkraft gegen die organisierte Kriminalität in der Landwirtschaft vorgehen kann", so Mülln.

2019-07-09

Tierschutzskandal um Massentierhaltungsmilch aus dem Allgäu. SOKO Tierschutz enttarnt Bayerns größten Milchbauern als Tierquäler. Käserei Champignon und Weihenstephan Produkte als Abnehmer.

30 Tage lang im Mai und Juni 2019 beobachteten versteckte Kameras den Mega-Milchviehbetrieb Endres in Bad Grönenbach, Allgäu. Auf dem Betrieb mit tausenden Kühen werden Tiere systematisch Durst, Hunger und Gewalt ausgesetzt. Der dokumentierte Todeskampf der Tiere dauert bis zu 9 Tage. Das Video zeigt wie der Betriebsleiter persönlich Kühe misshandelt. Dabei kommen Tritte, Stiche mit einem spitzen Gegenstand und Gewalt mittels eines Traktors zum Einsatz. Mit dem Traktor werden Tiere gewaltsam umhergeschleift und mutwillig schwer verletzt. Besonders grausam: Anstatt durch Entbluten nach Betäubung lässt man Kühe an den Kopfverletzungen des Bolzenschusses über Stunden grausam verenden.

Vor dem Betrieb häufen sich Kadaver. Die Kontrollen der Behörden sind entweder nicht in der Lage oder nicht Willens diese Grausamkeiten und Straftaten aufzudecken. Selbst nach einer Anzeige von SOKO Tierschutz am 10. Juni gingen das Leid und die Straftaten weiter.

Diverse Tiere aus dem Krankenstall wurden bei dem Großschlachthof Vion in Buchloe abgeliefert. Dabei ist das Schlachten von kranken Tieren eigentlich streng verboten.

Die Milch des Betriebes, ca. 40 Tonnen am Tag, geht zum größten Teil zur Käserei Champignon. Champignon ist ein Camembert-Spezialist mit Marken wie Cambozola und St.Mang und produziert auch Produkte für Weihenstephan.

SOKO Tierschutz erstattet Strafanzeige gegen VION wegen des Verdachts auf illegale Krankschlachtungen. Strafanzeigen wegen besonders schweren Fällen von Tierquälerei wurden letzte Woche gegen den Betriebsleiter und zahlreiche Mitarbeiter erstattet. Ebenfalls angezeigt wurde der Betreuungstierarzt, der unter Verdacht steht die Taten gedeckt und durch Unterlassen ermöglicht zu haben.

"Diese Recherche entzaubert den Mythos von der Milchproduktion im idyllischen Allgäu. Sie ist längst in der Massentierhaltung angekommen, mit schrecklichen Folgen für die Tiere. Jeder kennt inzwischen die grausamen Folgen der Massentierhaltung bei Geflügel und Schweinen. Die Konsumenten und Konsumentinnen von Milchprodukten müssen sich klar werden, dass der Konsum von Kuhmilchkäse die gleichen schrecklichen Folgen für Tiere hat und die Milchproduktion anderen Tierausbeutungs-Industrien an Grausamkeit in nichts nachsteht. Wir fordern ein hartes Durchgreifen der Behörden gegen die Tierquälerei in der Milchproduktion und appellieren an die Verbraucher auf tierleidfreie Pflanzenmilch zu setzen und dieser Barbarei damit ein Ende zu setzen", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz aus Augsburg.

2019-04-16

Staatsanwaltschaft Oldenburg schafft rechtsfreien Raum in der Tierproduktion. SOKO Tierschutz stellt Strafanzeige wegen Verdachts auf Rechtsbeugung gegen die Staatsanwaltschaft Oldenburg.

Hunderte Tierschutzverfahren eingestellt und ein Totalversagen im Fall von Bad Iburg - Der neue Fall von Tierquälerei in Stade ist die Folge des staatlichen Rückzugs aus der Durchsetzung des Tierschutzrechts in Niedersachsen.

Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Tierschutzfälle in der Landwirtschaft stellt nach aktuellen Informationen einer kleinen Anfrage der Grünen so gut wie jeden Tierschutzfall ein. So wurden in den letzten Jahren 18 von 18 Verfahren, die durch die Strafanzeigen von Tierschutzorganisationen zustande kamen, eingestellt. Hinzu kommen 450 weitere eingestellte Verfahren in Tierschutzfällen, die deshalb nie vor einem Gericht verhandelt werden konnten. So bleiben in Niedersachsen z.B das illegale Erschlagen von Ferkeln und Hühnern genauso folgenlos, wie das Quälen von Truthähnen.

Besonders auffällig ist das Desinteresse an Strafverfolgung im Fall des Schlachthofs Temme in Bad Iburg. Trotz umfassendem Beweismaterial gegen dutzende Landwirte und Viehhändler, die ihre schwer kranken, sterbenden und bereits verendeten Tiere zu hunderten an den Skandal-Schlachthof geliefert haben, verweigert sich die Staatsanwaltschaft diese Fälle aufzuarbeiten.

Während Ermittlungen gegen wenige Schlachthofmitarbeiter laufen, werden Viehhändler und Landwirte unbehelligt gelassen.Dabei sind diese Akteure die Haupttäter, welche die kranken Tiere erst zum Schlachthof bringen. "Diese Arbeitsverweigerung legt den Verdacht auf den Straftatbestand der Rechtsbeugung nahe. Es wird nicht gegen das System ermittelt, sondern gegen Einzelpersonen an der Spitze des Eisbergs", so Mülln.

Personalknappheit als Grund für dieses Versagen fällt aus. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft verfügt laut eigener Aussage über genug Kräfte.

"Die Quittung hat man jetzt in Form des nächsten Tierschutzskandals im Landkreis Stade erhalten. Erneut wurden kranke Tiere im großen Stil illegal transportiert und geschlachtet. Das ist eine direkte Folge der Untätigkeit der Staatsanwaltschaft Oldenburg. Denn die Bauern und Viehhändler sind sich seitdem sicher: Wenn ihnen nicht mal nach Bad Iburg Strafverfolgung droht, dann besteht eine Quasi-Immunität bei Verstößen gegen den Tierschutz", so Friedrich Mülln "Jedem Schwarzfahrer droht eine Strafe, bei systematischer Tierquälerei wird weggeschaut, das darf nicht sein." Alle Viehhändler und Tierhalter aus dem Skandal von Bad Iburg, wie zum Beispiel die Firma Hunecke aus Westerkappeln, sind nach wie vor im Geschäft, obwohl die Verantwortlichen der Firma Hunecke bei dutzenden, entsetzlichen Straftaten dokumentiert wurden: Das brutale Verladen kranker, sterbender Tiere, das Treten, das Stechen mit der Mistgabel, sowie die Quälerei mit Elektroschockern bleiben offenbar folgenlos.

Leider ist Niedersachsen kein Einzelfall. Bundesweit herrscht nach Ansicht von Experten wie Prof. Bülte aus Mannheim ein massives Vollstreckungsdefizit im Tierschutzrecht, das einen Sumpf aus Tierquälerei in der Landwirtschaft ermöglicht.

SOKO Tierschutz fordert von den deutschen Staatsanwaltschaften, das deutsche Tierschutzgesetz endlich anzuwenden und dem rechtsfreien Raum um Tiertransporte, Massentierhaltungen und Schlachthöfe ein Ende zu machen.

2019-04-10

Totalversagen von Behörden und Politik gegen kriminelle Schlachter und Bauern. SOKO Tierschutz fordert Rücktritt von Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast - ARD berichtet heute in Plusminus.

SOKO Tierschutz e. V. hat Strafanzeige gegen den Schlachthof Maretzki in Düdenbüttel bei Stade, 20 Landwirte aus der Region und das Veterinäramt Stade erstattet. Besonders das Versagen der Amtsleitung des Veterinäramtes wiegt schwer. Die amtlichen Tierärzte hatten systematisch weggeschaut und so nicht nur entsetzliche Tierquälerei, sondern auch eine massive Gefährdung der Verbraucher verursacht. Die Amtschefin Frau Witthöft verhinderte nicht einmal während der von SOKO Tierschutz ausgelösten Kontrolle des Betriebes, die Auslieferung von vielen Tonnen Fleisch in die Hamburger Region und in die Niederlande. Der Großabnehmer in Enschede bezog regelmäßig Fleisch von Maretzki und verteilte es in der gesamten EU. Es wurde unter anderem zu Döner, Spareribs, Burgern und Köttbullar verarbeitet.

Der Schlachthof hatte systematisch kranke, schwer verletzte Tiere und unter rechtswidrigen Umständen bereits tot angelieferte Tiere geschlachtet. Völlig zerstörte Milchkühe wurden bei vollem Bewusstsein von Schlachthof-Mitarbeitern mit Seilwinden in die Tiertransporter geschleift.

Versteckte Kameras im Schlachthof zeigen einen amtlichen Tierarzt, der beim Anblick von illegalen Transporten schnell umkehrt und verschwindet. Besonders pikant: Die versteckten Kameras an den Tiertransportern der Firma Maretzki zeigen zum ersten mal, wie Milchbauern ihre alten, kranken Milchkühe grausam und illegal entsorgen. Eine besonders schlimme Szene zeigt ein Hanfseil, das während dem minutenlangen Verladen mit der Seilwinde in das Auge des panischen Rindes schneidet. Das Bildmaterial stammt aus dem Zeitraum März und April 2019.

Das ist der zehnte Schlachthof-Skandal innerhalb von zwei Jahren im Bundesgebiet. Vier Fälle davon betrafen Niedersachsen. Damit verbunden ist ein kriminelles Netzwerk von hunderten Bauern, Viehhändlern und Tierärzten, die den illegalen und hoch profitablen Handel mit sogenannten Downer-Kühen betreiben und unterstützen. Diese Täter blieben nach Bad Iburg weitgehend unbehelligt und sind weiterhin in das System eingebunden. "Aus Quellen wissen wir, dass die Bauern und Viehhändler über den Staat lachen und sagen, sie müssten einfach nur ein paar Kilometer weiter fahren, um das lukrative Geschäft mit den kranken Kühen fortzusetzen", berichtet SOKO-Ermittler Mülln.

Der Fall erinnert an den Schlachthof Bad Iburg, der bis zur Schließung durch Recherchen von SOKO Tierschutz im Oktober 2018 das gleiche Geschäftsmodell verfolgte. "Nun zeigt sich das Totalversagen von Ministerin Otte-Kinast. Sie war besonders dadurch aufgefallen, investigativen Tierschutzorganisationen die Gemeinnützigkeit entziehen zu wollen. Es zeigt sich nun erneut mit EU-weiten Konsequenzen für die Lebensmittelsicherheit und weiteren Tierquälereien, dass die Ministerin trotz drei Skandalen in Niedersachsen innerhalb der letzten 7 Monate unfähig ist, die kriminellen Netzwerke in der Milchindustrie zu zerschlagen. Da liegt natürlich auch die Frage nahe, ob der Ministerin als Massentierhalterin von Milchkühen nicht der nötige Abstand fehlt, um gegen ihre eigene Branche vorzugehen. Darum sollte sie unserer Meinung durch eine Person ersetzt werden, die den nötigen Willen und die Unabhängigkeit hat, um diesen Sumpf auszutrocknen", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

2019-03-16

Tierquälerei: Drei Jahre Gefängnis für Gütesiegel-Schweinemäster. Historisches Urteil gegen den rechtsfreien Raum in der Massentierhaltung.

Am Freitag den 15.03.2019 verurteilte das Amtsgericht Ulm einen Massentierhalter aus Merklingen Baden-Württemberg zu einer Haftstrafe von drei Jahren ohne Bewährung wegen hunderter Fälle von Tierquälerei, besonderer Grausamkeit und Misshandlung der Tiere aus Profitgier. Das Urteil ist das erste seiner Art in der bundesdeutschen Justizgeschichte. Der Stall war 2016 von SOKO Tierschutz aufgedeckt worden und offenbarte ein Bild des Schreckens. Die von SOKO-Chef Mülln bei Nacht und mit versteckter Kamera geheim aufgenommenen Videos zeigen sterbende, verwahrloste Tiere, Haufen mit schlimm zugerichteten toten Tieren, hunderte, schwer verletzte Schweine und das brutale Töten der Tiere mit einem Vorschlaghammer. Ermittlungen der Polizei belegten zudem, dass der Stall massiv und über Jahre überbelegt war und dadurch massiver Kannibalismus und Todesraten von über 20 % ausgelöst wurden. "In dem Stall herrschte das pure Grauen, selbst in 26 Jahren als Tierschutzermittler, habe ich weltweit nichts Vergleichbares gesehen", berichtete SOKO-Ermittler Friedrich Mülln dem Gericht. Der Stall, dessen Fleisch EU weit im Handel war, schmückte sich mit diversen Fleischsiegeln wie Qualität aus Baden-Württemberg, QS und der Initiative Tierwohl.

Der Fall legte auch das massive Versagen der Behörden offen. Diese gaben vor Gericht an eine 50 m lange Halle mit hunderten, verletzten Schweinen direkt neben dem Hauptstall über Jahre "übersehen" zu haben und wollten von der Tierquälerei und den bis zu dreimal zu hohen Tierbeständen nichts mitbekommen haben. Die Zeugen von SOKO Tierschutz und Polizei gaben hingegen an, " dass selbst ein Blinder diesen Stall hätte finden müssen". Die Vernehmung der Amtsveterinäre zeichnete auch darüber hinaus ein erschreckendes Bild einer Behörde, die den Verdacht auf Unfähigkeit und sogar Korruption nährt. Einerseits arbeitete der Tierquäler neben der Haltung tausender Schweine selbst wenige Büros weiter im Landratsamt, anderseits verfügte die Behörde nicht einmal über Geräte zur Überprüfung der Stallluft, die selbst bei den Tierschützern zur Standard-Ausrüstung gehören und innerhalb von Sekunden beweisen konnten, dass die Luft in dem Stall toxisch und für die Tiere gefährlich war.

In der Urteilsbegründung übte der Richter massive Kritik an der Verquickung der Behörden mit der Massentierhaltungsindustrie, dem institutionalisierten Rechtsbruch in der Branche und sprach von einem rechtsfreien Raum, der von juristischer Verantwortung beraubt, Tierquälerei aus Profitstreben verursacht. SOKO Tierschutz begrüßt das Urteil ausdrücklich und sieht darin die Chance auf eine Zeitenwende, um den rechtsfreien Raum in den Ställen endlich zu beenden. "Bisher wurde jedes Verfahren gegen Tierquälerei in der Massentierhaltung eingestellt oder mit Mini- Bußgeldern ad acta gelegt. Das Urteil von Ulm ist ein Zeichen, das die Branche erschüttern wird, denn es berührt Rechtsbrüche wie die massive Überbelegung der Ställe, den Kannibalismus und Verwahrlosung schwacher Tiere, die in tausenden Ställen Alltag sind. Es bleibt zu hoffen, dass mehr Richter den nötigen Mut aufbringen, das deutsche Tierschutzgesetz endlich anzuwenden und damit dem Wildwuchs in der Tierhaltung ein für alle mal klar zu stellen, dass die Schonzeit vorbei ist und Tiere in Deutschland Rechte haben."

2018-12-19

Skandal um geplatzten Affenquäler-Prozess. Historischen Prozess um Max-Planck Laboraffen-Qual wird überraschend abgesagt. Grund: Dubioses Geheimgutachten.

Die Aufnahmen von gequälten und misshandelten Laboraffen im Tübinger Max Planck Institut machten weltweit Schlagzeilen und mobilisierten die Öffentlichkeit zu den größten Protesten gegen Tierversuche. Besonders das Schicksal der halbseitig gelähmten, schwer verletzten Äffin Stella, die sinnlos leiden musste, berührte Millionen Menschen. Dass die Behörden den Mut fanden, die hochrangigen Tierexperimentatoren wegen des Verdachts auf Tierquälerei vor Gericht zu stellen, war einmalig.

Die heutige völlig überraschende Absage des Prozesses ist damit ein Schlag ins Gesicht der Öffentlichkeit, die ein Recht auf eine saubere und öffentliche Aufarbeitung der Taten verdient hätte. Denn die Tierversuchsindustrie setzt traditionell auf Abschottung und totale Geheimhaltung. Das setzt sich jetzt fast 5 Jahre nach dem Beginn der Ermittlungen und 19 Tage vor dem Prozess mit einem überraschend eingereichten, Geheimgutachten fort, dessen Inhalt und Urheber unter Verschluss bleiben werden. "Das ist ein erneuter Fall, in dem die Öffentlichkeit ausgesperrt wird und fragwürdige geheime Gefälligkeitsgutachten der Tierversuchsindustrie die rechtsstaatliche Aufarbeitung ausbremsen. Da verwundert es kaum mehr, dass die Menschen ihr Vertrauen in das System verlieren.", so Friedrich Mülln, der für SOKO Tierschutz die Kampagne geleitet hat.

SOKO Tierschutz fordert ein Ende der sinnlosen, grausamen und gefährlichen Tierversuche, und den Einsatz fortschrittlicher Systeme zum Ersatz dieser veralteten Versuche auf Kosten von Millionen Tieren. Der für den 7. Januar geplante Protest der Organisation wird zu einem Protest für das Recht auf Information und Rechtsstaatlichkeit auch im Tierlabor umgewidmet. " Es kann nicht sein, dass Schwarzfahrer in Deutschland vor Gericht kommen und Tierquäler nicht", so Mülln.

2018-11-06

FDP plant Zensurgesetz gegen Tierschutz. SOKO Tierschutz warnt vor Gefahr für die Zivilgesellschaft. Agrarausschuss 07.11.2018 13:30 Landtag Niedersachsen - Hannover.

Tierschutz-Aufdeckungen von Schlachthöfen, Mastanlagen, Tiertransporten und Tierversuchslabors erschüttern seit Jahren Deutschlands Öffentlichkeit. Aktuell mussten Behörden zwei Schlachthöfe nach Undercover-Recherchen schließen. Die Aufdeckungen legen schonungslos systematische Tierquälerei und Behördenversagen offen. Die FDP plant nun den Gegenschlag im Sinne der Agroindustrie und will gegen Tierschutzorganisationen vorgehen. Die Folgen sind unkalkulierbar.

"Die geplanten Verschärfungen, die investigativ arbeitenden Vereinen die Gemeinnützigkeit entziehen soll, sind nichts anderes als eine getarnte Zensur und brandgefährlich, nicht nur für Tierschützer, sondern auch für Menschenrechts- und Umweltinitiativen", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz. Die geplanten, neuen Repressionen werden sich gegen die gesamte Zivilgesellschaft richten: Jeder Verein, der zivilen Ungehorsam praktiziert oder sogar lediglich solche Proteste öffentlich gut heißt, kann dann effektiv bekämpft werden. Die AFD hatte im Bundestag bereits Interesse an den neuen Möglichkeiten gegen Menschenrechts-Initiativen verkündet. CDU-Politiker, wie Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und die von dem jüngsten Tierschutzskandal um massive Straftaten in niedersächsischen Schlachthöfen betroffene Barbara Otte-Kinast, unterstützen die Pläne. Forderungen nach harten Strafen für investigative Tierschützer haben es sogar in den Koalitionsvertrag der Regierung geschafft.

SOKO Tierschutz fordert die demokratischen Parteien auf, diese Zündelei an demokratischen Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und dem Tierschutz im Verfassungsrang sofort einzustellen und anstatt die Überbringer der schlechten Nachricht, die echten Probleme zu bekämpfen und endlich hart gegen die Massentierhaltung und das Behördenversagen bei der Kontrolle der Nutztierhaltung vorzugehen.

2018-10-19

Das kriminelle Geschäft mit kranken Milchkühen. Totalversagen von Verwaltung und Politik. SOKO Tierschutz fordert Ministerin Otte Kinast zum Handeln auf.

Die deutsche Milchindustrie produziert am laufenden Band verletzte, kranke und sterbende Tiere. Der Preis der Turbokühe sind gebrochene und zerstörte Tiere nach wenigen Jahren. SOKO Tierschutz Recherchen beweisen, dass diese Tiere nicht wie vorgeschrieben notgetötet, sondern hunderte Km weit zu Schlachthöfen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gebracht werden, die diese Tiere illegal töten.

So hat der Schlachthof Temme in Bad Iburg in der Fleischbranche den Ruf, dass er alle Tiere annehmen würde, die andere Schlachthöfe ablehnen oder direkt entsorgen.

Die Tiere sind so schwach und verletzt, dass sie systematisch mit Seilwinden in den Tod geschleift werden. Es kommt bei den Tieren, die sich mit gebrochenen Beinen noch einige Meter schleppen können, zu Elektroschocker-Exzessen. Winzige Kälber werden die Rampe herunter geworfen und an den Ihren umher geschleift.

Die Betäubung der Tiere versagt regelmäßig. Schlachter sehen tatenlos zu, wie Tiere mit Kopfschuss wieder erwachen.

Bei dem Betrieb in Bad Iburg Niedersachsen wurden sogar regelmäßig Kadaver angeliefert. Diese Tiere wurden nicht unmittelbar entsorgt, sondern direkt in den Zerlegeraum gezogen.

Tierärzte im Auftrag des Staates helfen systematisch bei der Vertuschung. "Die Zustände in deutschen Schlachthöfen sind ein Totalversagen der Regierung. Speziell Otte Kinast sollte anstatt Forderungen nach Repressionen für Tierschützer zu verbreiten, lieber ihren eigenen Laden in Ordnung bringen, der eine tickende Zeitbombe für Tier und Verbraucherschutz ist, denn die systematischen Rechtsbrüche sind Alltag und kein Einzelfall", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Das Fleisch der Schlachthöfe findet national und international Abnehmer. Zum Kundenkreis der zwei von den Behörden geschlossenen Schlachthöfen gehören eine bedeutende bayerische Fleischfirma, ein belgischer und ein polnischer Fleischkonzern, aber auch diverse regionale Metzgereien und Supermärkte.

2018-10-11

Das grausame Geschäft mit kranken Milchkühen. SOKO Tierschutz zerschlägt kriminelles Netzwerk in der Fleischbranche: Zwei Schlachthöfe geschlossen, Strafanzeigen gegen dutzende Beteiligte.

Die deutsche Milchindustrie produziert am laufenden Band verletzte, kranke und sterbende Tiere. Der Preis der Turbokühe sind gebrochene und zerstörte Tiere nach wenigen Jahren. SOKO Tierschutz Recherchen beweisen, dass diese Tiere nicht wie vorgeschrieben notgetötet, sondern hunderte km weit zu Schlachthöfen gebracht werden, die solche Tiere illegal töten.

Diese Schlachthöfe sind in der Branche nur Insidern bekannt und sie haben den Ruf alle Tiere anzunehmen, die an anderen Schlachthöfen abgewiesen oder entsorgt werden.

Die Tiere sind so schwach und verletzt, dass sie systematisch mit Seilwinden in den Tod geschleift werden. Es kommt bei den Tieren, die sich mit gebrochenen Beinen noch einige Meter schleppen können, zu Elektroschocker-Exzessen. Die Gewalt trifft auch neugeborene Kälber: Die Filmaufnahmen zeigen Tiere, die brutal von der Rampe geworfen werden. SOKO Tierschutz arbeitet seit Anfang letzter Woche mit den Behörden an der Zerschlagung des kriminellen Netzwerkes, an dem ein Dutzend nationale Tiertransportfirmen, Tierärzte und Landwirte beteiligt sind. Ein Betrieb in Bad Iburg Niedersachsen und Schönhausen Sachsen Anhalt wurden von den Behörden geschlossen. SOKO Tierschutz liegen mehrere Terrabyte an Beweismaterial vor.

Das Fleisch der Schlachthöfe findet national und international Abnehmer. Zum Kundenkreis der Schlachthöfe gehören eine bedeutende bayerische Fleischfirma, ein belgischer und ein polnischer Fleischkonzern, aber auch diverse regionale Metzgereien und Supermärkte.

Das harte Vorgehen der Behörden sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der Tierschutzskandal seine Wurzel in einem Totalversagen der amtlichen Kontrolle in Schlachthöfen, auf den Transporten sowie auf den Milchbetrieben hat. "Wir fordern Haftstrafen für die Täter, sonst findet sich schnell ein neuer skrupelloser Schlachthof für das lukrative Geschäft mit kranken Tieren", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

2018-10-10

SOKO Tierschutz deckt kriminelles Netzwerk in Fleischbranche auf. Profit und systematische Tierquälerei mit kranken Milchkühen. Zwei Schlachthöfe geschlossen.

Hinter der Fassade der Landmetzgerei Matthias Blohm in Schönhausen bei Stendal dokumentierten Tierschützer grausame Vorgänge. Kranke Tiere wurden per Seilwinde in den Tod gezogen, per Gabelstapler umher geschleift, brutal verprügelt und mit Elektroschockern misshandelt. Der Schlachthof ist ein Beispiel für ein Netzwerk, das sich auf "downer"-Tiere aus der Milchindustrie spezialisiert hat. SOKO Tierschutz recherchierte bundesweit und es gelang zwei Schlachtbetriebe und zahlreiche involvierte Viehhändler zu enttarnen.

Das Fleisch wird an einen polnischen Fleischkonzern, eine bayerische Fleischfirma und an Metzgereien der Umgebung verkauft. In der Branche spricht man von Industriefleisch oder dem Fleisch "blauer Kühe". Es landet in Wurst, Burgern, Kebab und verarbeiteten Produkten.

Die deutsche Milchindustrie produziert im Jahr zehntausende sogenannte "downer". Die Turbokühe haben ein Ablaufdatum und schon nach 5 Jahren sind diese Tiere fertig. Sie können kaum noch stehen, brechen zusammen oder fressen nichts mehr. Diese Tiere müssten erlöst werden. Da sowohl die Notschlachtung als auch der Abdecker Geld kosten, wird man kreativ und transportiert die Tiere quer durch Deutschland zu den nur Insidern bekannten Schlachthöfen.

SOKO Tierschutz hat Strafanzeige gegen die Beteiligten erstattet und kooperiert mit den Behörden. Die Behörden sind aber auch Teil des Problems, denn an 16 Tagen des versteckten-Kamera-Einsatzes ließ sich kein Kontrolleur blicken. Die Kontrollen werden gerne angemeldet und man ist mit den Überwachern per Du.

"Unsere Forderung ist ein kompletter Umbau der Überwachung und Konsequenzen der Verbraucher. Denn jeder, der Milch konsumiert, hat Teil am Schicksal der Downer-Kühe." sagt Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

2018-05-09

Grauenhafte Zustände auf Milchfarm für Mega-Molkerei. SOKO Tierschutz fordert Schließung der Kadaver-Farm von Stendal.

SOKO Tierschutz filmte vier Wochen im März und April 2018 auf der großen Milchfarm, der Geven & Rabelink GbR in Demker nahe Stendal. Die Filmaufnahmen beweisen, dass dort Rinder grausam misshandelt wurden und tote Tiere bis auf die blanken Knochen verwesten. Das Veterinäramt übersah die zahlreichen Kadaver zwischen den Lebenden, sogar nach einer Anzeige durch die Tierschützer. Die Milch wird weiter an eine der größten Molkereien Deutschlands, die Milchwerke Mittelelbe, geliefert.

Tag für Tag dokumentierten die Tierschützer verwesende, mumifizierte und skelettierte Tiere. Die Arbeiter putzten einfach um die Toten herum. Ein Gerät zur Gülleentsorgung riss ausgewachsene Kühe mit, und die Arbeiter schleiften ein verletztes Tier hinter dem Trecker her. Eine erschütternde Aufnahme zeigt ein Kalb, dass gerade geboren wurde und dann vom Gülleschaber erfasst, eingequetscht und mitgerissen wird. Auf der Farm herrscht ein ständiges Sterben.

SOKO Tierschutz informierte nach wenigen Tagen die Behörden. Nachdem der Betrieb von den Behörden ohne Auffinden der zahlreichen Kadaver kontrolliert wurde, beweisen die SOKO-Ermittler das Totalversagen: Diverse Kadaver lagen in den Tagen und Wochen nach der Kontrolle immer noch an den altbekannten Stellen auf dem Hof verstreut.

"Das beweist mal wieder das totale Behördenversagen, und dass die Rufe von CDU und SPD nach einem härteren Vorgehen gegen heimliche Stallkontrollen durch Tierschützer nur den Zweck haben, die Menschen zu stoppen, welche die ganze Wahrheit der Tierhaltung an die Öffentlichkeit bringen", so Mülln.

Die Milch wird an die Mega-Molkerei der Milchwerke Mittelelbe geliefert. Die Krüger-Gruppe, der die Molkerei gehört, produziert Babynahrung, Proteindrinks, Schokoladen Produkte. Die Milchprodukte gehen in die ganze Welt.

SOKO Tierschutz fordert ein Tierhalteverbot für die Betreiber. Die Strafanzeige richtet sich aber auch gegen die Behörden. Deren Versagen darf nicht folgenlos bleiben.

2018-04-10

Undercover in der Brüterei für Bio, Freiland und Co. Weibliche Küken illegal vergast, Schnäbel verstümmelt und lange Tiertransporte.

Wenn Supermarktketten wie Rewe mit einem Ende des Kükentötens werben, fällt immer wieder der Name der Brüterei Hölzl, einem Spezialisten für Hühner, für Bio- und Freilandhaltung und so genannte Zweinutzungshühner. Ein SOKO Tierschutz Undercover-Ermittler dokumentierte genau dort illegale Massentötungen sogar völlig gesunder weiblicher Tiere, routiniertes Vergasen der männlichen Küken, extrem lange Tiertransporte und das grausame Schnabelkürzen. In der Brüterei nahe München schlüpfen pro Woche zehntausende Küken. Von der angepriesenen Zweinutzungsrasse der Brüterei Hölzl bleibt nur die Hälfte übrig, denn die männlichen Küken wurden in der Gegenwart des SOKO Ermittlers alle vergast. Am Ende des Tages wurde aber auch befohlen, kistenweise weibliche Tiere zu töten. Die Begründung: Die Tiere sind zu viel, finden nicht sofort einen Abnehmer, müssen deswegen am ersten Lebenstag sterben wie ihre Brüder. Dieser Vorgang ist ein schwerer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

In dem Betrieb werden auch systematisch Tiere am Schnabel verstümmelt. Diese Praxis ist in Deutschland selbst in der Geflügelbranche geächtet und eigentlich nach dem Tierschutzgesetz verboten. "Dennoch bekommt jeder eine Ausnahmegenehmigung", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Die Tiertransporte führen bis zu 1400 km nach Großbritannien, aber auch zu Betrieben nach Deutschland und Österreich. SOKO Tierschutz hat Strafanzeige erstattet, die Staatsanwaltschaft ermittelt. "Besonders das Töten der weiblichen, absolut gesunden Tiere ist ein unfassbarer Skandal und ein dunkles Geheimnis vieler Brüterei Betriebe", sagt Mülln. Viele Menschen denken, dass Bio und Freiland von Grund auf besser wären, die Aufdeckung in der Brüterei Hölzl beweist das Gegenteil. Denn schon der Beginn des Lebens der Tiere bedeutet industrielle Produktion, massenhafter, sinnloser Tod und elende Transporte quer durch Europa.

2018-02-20

Äffin Stella erfährt späte Gerechtigkeit. Geldstrafen wegen grausamer Tierversuche in Tübingen. SOKO Tierschutz begrüßt die Entscheidung der Staatsanwaltschaft.

Dreieinhalb Jahre nach der Aufdeckung der katastrophalen Zustände am Max-Planck-Institut in Tübingen durch eine SOKO Tierschutz Undercover-Recherche hat das Leid der Tiere juristische Folgen. Die Staatsanwaltschaft Tübingen wird Strafbefehle gegen führende Personen des Max Plack Instituts erwirken.

Bei den Versuchen waren Affen schwersten Eingriffen ausgesetzt, die nicht, wie vorgeschrieben, freiwillig, sondern unter Zwang, Wasserentzug und Gewalt durchgeführt wurden.

Einige Tiere traf es besonders hart: sie erlitten schwere Infektionen, Lähmungen und Schlaganfälle. Zumindest hier greift nun der Staat ein und stellt den Tatbestand der Tierquälerei durch Unterlassen fest.

"Wir freuen uns, dass man diesen Schritt gewagt hat, denn so etwas hat, trotz der massiven Missstände in der Tierversuchsindustrie, Einmaligkeitscharakter. Wir hätten natürlich eine öffentliche Verhandlung vor Gericht begrüßt, da bei Strafbefehlen die öffentliche Aufarbeitung auf der Strecke bleibt.", so Friedrich Mülln, der für SOKO Tierschutz die Kampagne gegen Tierversuche leitete. Nach mehreren Jahren der friedlichen Proteste und nachdem der nun mit einem Strafbefehl bedachte Chef-Experimentator bemerkt hatte, dass er selbst unter Forschern kaum Rückhalt für seine grausamen Versuche hatte, beendete das MPI im Frühjahr 2017 die Tierversuche an Affen in Tübingen.

Die Versuche sind sinnlos, teuer und grausam. Sie stehen unter dem Verdacht, eher dem Militär als der Medizin zu dienen. "Es wird Zeit, dass man die immensen Forschungsgelder vernünftig nutzt und nicht auf die Effekthascherei und billigen Ausreden der Tierversuchslobby herein fällt. Bestes Beispiel: Immer wieder spricht die Tierversuchslobby davon, das Gehirn würde nichts spüren. Jeder, der sich schon mal den Kopf angeschlagen hat, weiß, dass aber gerade Haut, Fleisch und Knochen sehr schmerzen und jeder kann sich denken, was diese Durchlöcherung der Köpfe für die Affen bedeutet", so Mülln.

2018-02-15

McDonald's, Tönnies und Westfleisch. Elektroschock-Folter und Tierquälerei in OSI Schlachthof.

Das Fleisch für McDonald's stammt von der Firma OSI aus dem bayerischen Gersthofen. SOKO Tierschutz Recherchen beweisen Tierquälerei in dem eigenen Schlachthof des Konzerns in Tauberbischofsheim. Dort im Schlachthof Hynek werden Tiere mit Elektroschockern misshandelt, Rinder bei Bewusstsein aufgeschlitzt, und die amtlichen Tierärzte sehen tatenlos zu.

Erst im Dezember 2017 flog der Schlachthof Düren, ein McDonald´s-Lieferant, mit erschreckenden Zuständen auf.

SOKO Tierschutz dokumentierte jetzt den eigenen Schlachthof des McDonald's Fleischlieferanten. Das Ergebnis ist erschütternd: "Die Tiere werden dort täglich misshandelt, bis zu 170 Stromstöße in wenigen Minuten, selbst ins Gesicht und an den After" beschreibt SOKO Ermittler Mülln. Ein verletztes, laufunfähiges Tier wird ebenfalls elektrogeschockt und geschlagen.

Regelmäßig sind Tiere nicht richtig betäubt, sie bäumen sich auf und kämpfen verzweifelt am Schlachthaken. Das Schockierende: Tierärzte des Staates sind regelmäßig anwesend und bleiben tatenlos.

Die von OSI installierten Kameras im Schlachthof erweisen sich als ebenso sinnlos wie die amtlichen Kontrollen. Wie im Fall Düren fanden während der undercover Recherchen positive Kontrollen von der McDonald's Fleischfabrik OSI statt. "Die aktuelle Strafanzeige von McDonald's ist ein billiges Ablenkungsmanöver und soll über das Totalversagen hinwegtäuschen", kritisiert Mülln, der die Zustände aufdeckte.

Zu den Großkunden des Schlachthofes zählen auch die Konzerne Tönnies und Westfleisch. Der Betrieb ist aber auch bio-zertifiziert.

Die 4. Aufdeckung solcher Zustände in deutschen Schlachthöfen hintereinander beweist das totale Systemversagen. Die Veterinärämter sind unfähig und die interne Videoüberwachung nutzlos. SOKO Tierschutz fordert, den örtlichen Behörden die Kontrolle über Schlachthöfe zu entziehen und öffentliche Videoüberwachung. "Es kann nicht sein, dass Kontrolleure und Schlachter abends am Stammtisch sitzen. Wir brauchen eine Art LKA für Tierschutz, das hart und unabhängig zuschlagen kann und echte Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger", fordert Mülln.

2017-12-14

Strafanzeige gegen Skandal Schlachthof Eschweiler. Undercover bei einer Schlachthof Kontrolle der Behörden.

Nach der schockierenden undercover Dokumentation aus dem Schlachthof Düren, die das Ertrinken im Brühbad, unbetäubte Rinder am Schlachtband und heftige Gewalt gegen Tiere zeigte, fragen sich viele Menschen, warum die Überwachung von Schlachthöfen so kläglich versagt.

SOKO Tierschutz hat im Oktober 2017 einen Arbeiter während einer großen Behördenkontrolle undercover im Schlachthof Eschweiler eingeschleust, ein Betrieb mit einer langen Vorgeschichte an Tierschutzproblemen. Das Resultat: Ähnliche Zustände wie in Düren, obwohl die Mitarbeiter ausdrücklich vorgewarnt wurden und es in dem Betrieb von Kontrolleuren nur so wimmelte. Tiere zeigten trotz Betäubung deutliche Schmerzreaktionen und heftige, koordinierte Abwehrbewegungen. Ein erschöpftes Tier wird brutal und vielfach mit dem Elektroschocker traktiert und das alles unter den Augen der permanenten Videoüberwachung, die extra zur Tierschutz-Überwachung installiert wurde. Und gerade in den kritischen Bereichen bekam man die Kontrolleure kaum zu Gesicht. "Das zeigt, dass weder die angemeldeten Kontrollen, noch die als große Lösung versprochene Videoüberwachung ernsthaft etwas an dem Chaos, dem Rechtsbruch und der Tierquälerei im Schlachthof ändern. Es ist ein Totalversagen des Systems Schlachthof", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

SOKO Tierschutz fordert nach dem erneuten Schlachthofskandal ein hartes Durchgreifen und die Einrichtung von regional unabhängigen Spezialeinheiten mit starken Befugnissen und unangemeldeten Kontrollen. Denn die Landratsämter, haben sich in Sachen Tierschutz und Verbraucherschutz auf ganzer Linie disqualifiziert. "Betriebe wie Düren und Eschweiler müssen als Exempel geschlossen werden. Es kann nicht sein, dass man nach Jahren von Tierschutzproblemen und Schlampereien abwartet, bis beispielhaft eine Ruine wie der Schlachthof Eschweiler pleite geht und die Tiere bis dahin den Preis zahlen müssen", so Mülln. Der Tierschutzverein hat Strafanzeige gestellt.

2017-12-12

Tierquälerei und Hygienechaos: Skandal-Schlachthof darf einfach weitermachen. SOKO Tierschutz fordert Veterinärchefin zum Rücktritt auf.

Lebendig verbrüht, Todeskampf am Schlachtband, Gewalt und Hygienechaos im Schlachthof Düren. SOKO Tierschutz kritisiert die Tatenlosigkeit des Landratsamtes. Die Amtsleiterin Frau Bishara-Rizk war sich früher nicht zu schade, den Schlachthof Frenken mit Phrasen wie "top Niveau und gut entwickelten Tierschutz" zu loben. Nun sieht sie keinen Handlungsbedarf und schlägt nur fruchtlose Maßnahmen vor.

"Normalerweise müsste ein solcher Betrieb nicht nur wegen der Tierquälerei, sondern auch wegen der Hygienemängel sofort geschlossen werden. Dass es dazu nicht kommt, kann ich mir nur dadurch erklären, dass man zwar gerne mal einen Bauern opfert, aber einfach nicht den Mut besitzt, an die Großbetriebe heranzugehen. Vermutlich muss erst wie bei anderen Agrarskandalen jemand sterben bis die Behörden aufwachen", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz. Der Schlachthof Chef stimmt in das Vertuschungsmanöver mit ein und behauptet nichts bemerkt zu haben. Verwunderlich, da er auf dem Videomaterial der Undercover-Ermittler immer wieder zu sehen ist. Unterdessen macht Abnehmer McDonald's, was der Konzern am besten kann: Der Fastfood-Konzern zieht weiter und hofft, dass schnell vergessen wird, dass die eigenen Kontrollen nichts von all dem Grauen bemerkt haben wollen und niemand fragt, welche Betriebe mit miserablen Bedingungen für Mensch und Tier schon als Ersatz bereitstehen - Betriebe eines Systems, das McDonald´s mit erschaffen hat und von dessen zahllosen gequälten Tieren dieser Konzern lebt. SOKO Tierschutz fordert harte Konsequenzen für die Verantwortlichen bei Amt und Schlachthof. "Frau Bishara-Rizk ist nicht mehr haltbar und sollte dringend durch eine Person ersetzt werden, die den Mut hat gegen den Schlachtkomplex anzulegen. Ohne Abschreckung wird sich nichts ändern. SOKO Tierschutz setzt nun auf die Polizei, die sowohl die Tierärzte als auch Frenken und seine Handlanger im Fokus hat.

2017-12-06

SOKO Tierschutz deckt erschreckende Zustände in McDonald's Schlachthof auf.
Strafanzeige: Qualvoller Todeskampf am Schlachtband und untätige Behörden.

Im Oktober und November 2017 dokumentierten Ermittler von SOKO Tierschutz die Zustände im Schlachthof Frenken in Düren, einem Großbetrieb, der McDonald's mit Fleisch beliefert. Das Ergebnis: Tierquälerei,Inkompetenz und Hygienechaos. Besonders pikant ist, dass die Aufnahmen direkt vor und nach einer Qualitätskontrolle von McDonald`s aufgenommen wurden.

Bei den Rindern scheitert die Betäubung regelmäßig. Sie erwachen blutend am Schlachtband. Immer wieder versagt das Personal, Falltore werden krachend auf Rinderrücken geschlagen, und Tiere brechen schon vor dem Schuss erschöpft vom Stress und von Elektroschocks zusammen. "Es ist erschütternd zu sehen, wie besonders die absolut zerstörten Milchkühe nach jahrelanger Ausbeutung noch auf den letzten Metern gequält werden. Die Tiere aus Haut und Knochen sind das bevorzugte Burgerfleisch von McDonald's." so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz. Die Schweinebetäubung sorgt für ein grausames Erwachen am Schlachtband. Minutenlange Schnappatmung, blinzelnde Augen und Tiere, die gegen den Einzug in das Brühbad kämpfen. Der traurige Höhepunkt: Mindestens ein Tier wird bei Bewusstsein ins heiße Wasser gezogen und kämpft um sein Leben. Arbeiter sehen bei den Zuständen mitleidslos zu. Diese Zustände sind Alltag, zigfach dokumentiert in wenigen Stunden. Und das, obwohl der Schlachthof sogar die Bio Zulassung hat und über ein bis zu sechsköpfiges Veterinärteam verfügt. Zwei Veterinärstudenten sehen zu, als Rinder aus der Betäubung erwachen, ermerkt wird das in dem Protokoll aber nicht. Stattdessen prahlt einer damit, die Tiere selber mit dem Elektroschocker misshandelt zu haben.

Massive Hygieneprobleme: So wird mit Messern in das Fleisch gestochen, die verkeimt sind und Sterilisation wird vernachlässigt. SOKO Tierschutz erstattet Strafanzeige gegen den Schlachthof Frenken und das untätige Veterinäramt. Leider sind diese Zustände nach zahlreichen Recherchen der Tierschutzorganisation in deutschen Schlachthöfen, ob groß oder klein, immer noch Alltag.

2017-05-09

Erfolg für den Tierschutz.
Bio-Schlachthof muss für immer schließen.

Nach der Aufdeckung von massiven und langfristigen Tierschutzverstößen wird der Brucker Schlachthof, der bis vor kurzem noch als der Musterbetrieb der Branche und speziell der Bioverbände galt, liquidiert.

Ausschlaggebend waren die Undercover-Aufnahmen von SOKO Tierschutz, welche grobe Gewalt, systematische Rechtsbrüche und massive Probleme bei der Betäubung von Schweinen und Rindern zeigten.

SOKO Tierschutz begrüßt diesen Schritt, mahnt aber an, die Täter nun nicht im Schatten der Schlachthofschließung davon kommen zu lassen. Nur harte Strafen wirken abschreckend auf eine Branche, die offensichtlich außer Kontrolle ist. Speziell das Versagen der führenden Bioverbände Naturland und Bioland wiegt schwer und wirft ein bezeichnendes Licht auf eine Branche, der Profit und Stückzahl wichtiger sind als Transparenz und Tierschutz.

SOKO Tierschutz bekräftigt angesichts dieser Probleme die Notwendigkeit von überregionalen Kontrollen durch harte, unangemeldete und sachkundige Einsätze von Spezialeinheiten.

Leider sind die Missstände, die nun in Fürstenfeldbruck geballt zum Vorschein kamen, Alltag in vielen Schlachthöfen. Frühere Aufdeckungen beim Schlachthof Aschaffenburg, bei Chiemgauer Naturfleisch und weiteren Betrieben beweisen das überdeutlich.

"Dass der erste in Deutschland aus Tierschutzgründen geschlossene Schlachthof ein Schwerpunkt der Biobranche und viel gelobter Musterbetrieb war, stellt das komplette System dieser Branche in Frage. Nur ein echter Wandel weg von der Tierausbeutung wird die Skandale beenden", sagt Maria Martens von SOKO Tierschutz e.V.

2017-05-07

SOKO Tierschutz fordert harte Strafen und warnt vor Bauernopfern. Undercover Recherche: Systemversagen im Schlachthof.

Zwei Tage nachdem SOKO Tierschutz die Aufnahmen von einer 10 Monate dauernden Undercover-Recherche im Brucker (Bio)Schlachthof nahe München veröffentlicht hat, bröckelt die Verteidigung der Bauern und Metzger Genossenschaft. Die Beweislast der Bilder, die schwere Misshandlungen von Rindern und massive Probleme bei der Betäubung und Versorgung von Tieren zeigt, wiegt zu schwer.

Nach der Leugnung der Vorwürfe, versucht man jetzt mit einer Entlassung und einem Betriebsstopp Oberwasser zu bekommen. Dabei liegen die echten systematischen Probleme in dem Schlachthof tiefer als die der Arbeiter, die ein Rind mit purer Brutalität und einer Starkstromzange maltretierten. Viele Stunden von Bildmaterial zeigen ein Schwein nach dem anderen, das Schnappatmung und massive Erwachens-Reaktionen nach der Betäubung am Schlachthaken zeigen. Biotiere wurden systematisch mit Elektroschockern in den Tod getrieben und immer wieder standen Tiere ohne Futter und Wasser im überfüllten Stall.

Alles in Anwesenheit der Verantwortlichen, niedergeschrieben in verfälschten Selbstkontrolldokumenten und offenbar unbemerkt von den Behörden. Die Mehrheit der Abnehmer des Biofleisches verschweigen die Vorfälle und belassen es dabei, die Spuren zum Schlachthof zu verwischen. Bioland und Alnatura löschten die Lobpreisungen über den Schlachthof auf ihren Homepages.

"Der Fall Fürstenfeldbruck zeigt deutlich, dass die Biobranche, vor allem der Metzger von nebenan und der Hofladen mit Direktvermarktung, genauso mit all der Tierqual verbunden sein können, wie die Großbetriebe. Wenn jetzt ein einziger Arbeiter geopfert werden soll, um ein verottetes System zu verteidigen, geht die Biobranche direkt in den gleichen Abgrund, wie die konventionellen KollegInnen.", so Maria Martens von SOKO Tierschutz e.V.

SOKO Tierschutz fordert echte Transparenz, harte Strafen und Abschreckung. Die schlimmsten Tierschutzfälle kommen seit Jahren nicht einmal vor ein Gericht und damit wird schon die Saat für den nächsten Skandal gelegt, der eigentlich Alltag ist.

2017-05-03

Elektroschocker, Gewalt und mangelnde Betäubung. SOKO Tierschutz deckt Tierquälerei in Vorzeige-(Bio-)Schlachthof auf.

Der Brucker Schlachthof, bekannt durch seine Schlachtung für BIOLAND, Naturland und die Marken "Unser Land", "Hofpfisterei-Landfrau" und "Alnatura", verspricht viel Tierwohl und Bioqualität. Die Realität, aufgedeckt mit versteckter Kamera, beweist: Die Zustände sind verheerend und sprechen von einem Schlachthof außer Kontrolle in dem Tiere schrecklich leiden.

So waren die bei Bioverbänden streng verbotenen und offiziell geleugneten Elektroschocker im exzessiven Einsatz. Doch selbst die schwächeren Vorgaben für konventionelle Tiere wurden nicht eingehalten. Tiere in Panik wurden zudem geschlagen und unnötig unter Stress gesetzt. Besonders schockierend und strafbar sind Vorgänge bei denen der Schwanz eines Rindes gewaltsam umgebogen wird, ein Vorgang, der laut einem früheren Interview des Schlachthofchefs "Höllenqualen" verursacht. Danach wurde noch dazu mehrmals eine 250V Starkstrom-Betäubungszange für Schweine eingesetzt um das Rind unter Schmerzen anzutreiben.

Schon vor 6 Monaten hatte das Landratsamt den Betrieb ermahnt, Tiere im Stall nach spätestens 6 Stunden mit Futter zu versorgen. Das Beweismaterial zeigt, dass Tiere immer wieder bis zu 10 Stunden ohne Futter und teilweise auch Wasser waren. Auch weitere Auflagen bleiben bis heute unerfüllt.

Das Bildmaterial zeigt massive Probleme bei der Betäubung der Schweine. Immer wieder setzen sich Tiere während der Schlachtung massiv zur Wehr, schnappen nach Luft oder bewegen den Kopf. Solche Vorkommnisse werden offenbar ignoriert und verschwiegen.

"Die Tatsache, dass es in der Zeit der schärfsten Kontrollen in einem angeblichen Musterbetrieb und Bioschlachthof solche Zustände gibt, zeugt von einem totalen Systemversagen und zeigt, dass die Kontrollen der Regierung und zahnlose Selbstverpflichtungen wirkungslos sind.", so Maria Martens von SOKO Tierschutz. SOKO Tierschutz fordert ein Umdenken im Umgang mit Tieren und hat Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gegen den Betrieb gestellt.

2017-04-19

Historischer Erfolg gegen Tierversuche.
SOKO Tierschutz Kampagne beendet Affenversuche am MPI in Tübingen.

2014 deckte SOKO Tierschutz nach einer 6-monatigen Undercover-Recherche schwere Missstände am Tübinger Max Planck Institut auf. In dem Labor, das zu den drei größten Primatenversuchseinrichtungen der Republik zählt, wurden schwerwiegende Tierversuche am Hirn von Affen durchgeführt. Diese wurden von schweren Zwischenfällen, Chaos, Verletzungen, Zwang und Gewalt geprägt. Der rigorose Wasserentzug wurde rechtswidrig genutzt um Tiere gefügig zu machen. Zahlreiche Anzeigen, eine Hausdurchsuchung und andauernde Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen das Labor folgten.

An der vollkommen friedlichen 2 ½-jährigen SOKO Tierschutz Kampagne beteiligten sich tausende Menschen. Es kam zu den größten Demonstrationen gegen Tierversuche seit 25 Jahren. Trotz massiver Anfeindungen, Beleidigungen und schmutzigen Tricks durch die einflussreiche Tierversuchslobby, die sogar in der Vortäuschung eines Überfalls durch angebliche Tierversuchsgegner und der Verurteilung einer hohen MPI Mitarbeiterin gipfelten, konnten sich die Tierschützer nach mehr als 50 Protestveranstaltungen durchsetzen. Die Kampagne gilt selbst bei den Behörden als Beispiel für friedlichen rechtmäßigen Widerstand.

Das MPI beendete nun die sinnlosen Tierversuche, die immer wieder unter Verdacht standen, mehr dem Militär als den schon vor Jahrzehnten versprochenen Therapieansätzen zu Nutze zu sein. Informationen über den Nutzen der Versuche blieben die Experimentatoren schuldig.

Das Angebot, die letzten Affen in die sicheren Hände des Tierschutzes zu übergeben, schlug das MPI aus.'Es ist ein historischer Erfolg für den Tierschutz in Deutschland und ein Beweis dafür, dass friedlicher Protest auch diese Milliardenindustrie besiegen kann. Wir trauern dennoch um die Opfer, werden am Montag eine Mahnwache in Stuttgart durchführen und die letzten versteckten MPI Affen im Ausland aufspüren." so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz. SOKO Tierschutz fordert ein Ende aller Tierversuche und eine Förderung echter vernünftiger Forschung für den Menschen.

2016-10-21

Massives Versagen der Überwachungsbehörde machte Tierquälerei möglich. SOKO Tierschutz erstattet Strafanzeige gegen das Landratsamt Alb-Donau Kreis.

Die Videos aus einem Merklinger Maststall sind selbst für die ohnehin unerträglichen Zustände in der Massentierhaltung extrem. Schwerst verletzte Schweine, brutaler Umgang, Kadaver im Stall und ein totales Hygienechaos in Ställen die einem Mitarbeiter der eigenen Behörde gehören und zahlreiche Gütesiegel inne hatten.

Das Landratsamt brüstete sich nach der Strafanzeige von SOKO Tierschutz eines schnellen Durchgreifens nach einer "unangemeldeten Kontrolle". Dass diese nur durch das vehemente Drängen von SOKO Tierschutz zu Stande kam, wird bewusst verschwiegen. Der Amtstierarzt, ignorierte die Tierschützer vor Ort, nahm die Anzeige nicht entgegen und bezeichnete die Zustände in dem Stall als normal. Pikantes Detail: Es besteht der akute Verdacht, dass der Mann vom Amt nur die vordere Halle kontrollierte, aber nicht die nächste Halle daneben.

"Das angebliche Experten hunderte Schweine und eine ganze Halle übersehen, die nicht nur deutlich zu sehen ist, sondern auch deutlich zu riechen und durch die Schreie der Tiere zu hören ist, lässt einen sprachlos zurück" so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Dass der Mastbetrieb selbst nach der Feststellung der Zustände noch mit Samthandschuhen angefasst wird, beweist die Tatsache, dass der Betrieb offenbar nicht einmal gesperrt wurde, weiter Schweine verkaufen darf und nun freiwillig aufhören soll. Eine Steilvorlage für einen späteren Neustart der Mast, wenn das Medieninteresse nachlässt. Denn so umschifft man harte permanente Maßnahmen wie konsequente Tierhaltungs- und Betreuungsverbote für den Landwirt und seine involvierten Verwandten und Mitarbeiter.

SOKO Tierschutz hat nun Strafanzeige gegen das Landratsamt gestellt. "Die wahre Schuld für die Eskalation der Tierschutzprobleme in diesem Landkreis, liegt bei einer Behörde, die entweder gezielt wegsieht oder einen Mangel an Kompetenz und Unabhängigkeit aufweist", so Mülln. SOKO Tierschutz fordert die Einsetzung von regional unabhängigen Spezialeinheiten für ein hartes und spezialisiertes Vorgehen gegen Mastbetriebe.

2016-10-20

SOKO Tierschutz fordert Haftstrafe für Merklinger Schweinequäler. Tierschutzskandal im Gütesiegelstall.

SOKO Tierschutz dokumentierte katastrophale Zustände in einem Merklinger Schweinemastbetrieb, der pikanterweise so ziemlich jedes verfügbare Gütesiegel trägt und noch dazu einem Mitarbeiter der zuständigen Überwachungsbehörde, des verantwortlichen Landratsamts gehört.

15% der Tiere waren teils schwerstverletzt, die Aktivisten dokumentierten ein regelrechtes Massaker in dem Stall. Die Verletzungen an den Schwänzen der Tiere waren so groß wie Essteller und die Gänge mit verwesenden Schweinen blockiert. Das Aufdeckungsvideo zeigt überfüllte Buchten, kiloweise Antibiotika, Schweine im Fäkalienschlamm und illegale Nottötungen.

Vor dem Stall lagerten haufenweise verendete Schweine mit schrecklichen Verletzungen. Gleich dahinter prangten an der Wand die angeblichen Qualitätssiegel der Firma QS und das Qualitätssiegel des Landes Baden Württemberg. Im Stall, der noch dazu an der Initiative Tierwohl teilnahm, herrschte Chaos.

Aufnahmen aus versteckten Kameras zeigen, wie sterbende Tiere stundenlang in ihrem Urin lagen, ohne eine Chance auf Futter und zu Wasser haben. Ein krankes Tiere wurden schreiend vom Bauer über den Boden gezerrt und illegal mit einem Hammer erschlagen. SOKO Tierschutz informierte die Behörden und erstattete Strafanzeige. Der Hauptkunde, die Wurstfirma Dietz (Feneberg Gruppe) brüstete sich in ihrer Werbung mit dem Musterbetrieb aus Merklingen, der laut Mäster über besonders gute Tierhaltung verfügt. Dietz Produkte werden bei Edeka, Rewe und Metzgereien vermarktet. Ein anderer Abnehmer der Schweine ist die Viehzentrale Südwest.

SOKO Tierschutz fordert ein strenges Tierhalteverbot sowie eine Haftstrafe für die Verantwortlichen. "Es ist leider eine Taktik der Behörden, erst auf Aktionismus setzen und dann alles einschlafen zu lassen. Bisher wurden ähnliche Fälle immer eingestellt, vor einen Richter müssen Tierhalter in Deutschland so gut wie nie", betont Mülln. Nur ein hartes Durchgreifen gegen die Täter, ein Umdenken der Verbraucher im Sinne rein pflanzlicher Ernährung und eine Entflechtung des Filzes auf Behördenseite können diesen Irrsinn stoppen.

2016-08-09

Strafanzeige gegen Max Planck Institut. Tierversuchsleiter wegen Verdacht auf Strafvereitelung. Max-Planck-Forscher Logothetis befahl die Vernichtung von Beweismaterial.

Die Tierversuche am Max-Planck-Institut in Tübingen schockieren die Öffentlichkeit. Tierversuche mit schwer kranken Affen, sorgloser Umgang mit den Versuchstieren und rechtswidrige Forschung - diese Vorwürfe brachten die Staatsanwaltschaft auf die Spur des Tierlabors und führten zu zahlreichen Strafanzeigen.

Der Institutsleiter Nikos Logothetis kam der Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft im Januar 2015 zuvor und befahl die Vernichtung des gesamten Bildmaterials der Tierversuche und drohte mit "ernsten Konsequenzen" bei Zuwiderhandlung. Das belegen E-Mails des Forschers, die SOKO Tierschutz anonym zugespielt wurden. SOKO Tierschutz hat nun Strafanzeige wegen des Verdachts auf Strafvereitelung und Nötigung gegen Logothetis gestellt.

Dabei wären gerade diese Fotos und Videos von hoher Beweislast gewesen, wie von Tierschützern veröffentlichte Originalaufnahmen des Instituts zeigen. Diese Aufnahmen zeigen zum Beispiel den gewaltsamen Umgang mit den Tieren, anstatt der vorgeschriebenen Freiwilligkeit und schwerste Eingriffe, die selbst Behördenvertreter schockierten. "Das MPI behauptet ja regelmäßig, unser Bildmaterial aus der Undercover-Recherche wäre nicht beweiskräftig. Da ist es schon verwunderlich, dass die Forscher ihr eigenes Bildmaterial lieber vernichten, als es den Ermittlern zur Verfügung zu stellen. Wir empfehlen der Staatsanwaltschaft, die beschlagnahmten Festplatten dringend auch nach bereits gelöschten Daten zu durchsuchen.", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Für SOKO Tierschutz ist dieser Fall ein Glied einer langen Kette von Vertuschungen und Versuchen der Tierversuchsforscher, ihre falsche Forschung zu retten. Bis Ende des Jahres sollen fast alle Affen getötet werden und einige Tiere an andere Tierversuchslabore abgegeben werden. SOKO Tierschutz fordert die Abgabe der Tiere an Wildtierauffangstationen und ein echtes Ende der falschen Forschung auf Kosten von Mensch und Tier.

2016-04-18

Tatort Wiesenhof: Entenküken werden bei vollem Bewusstsein massenhaft geschreddert.

Aktuelle SOKO Tierschutz-Recherchen belegen, dass es in Wiesenhof Mastfarmen und Wiesenhof-Brütereien massive Missstände gibt. Ein Undercover-Video zeigt das Töten von Entenküken in einem Reißwolf und schwerstverletzte, kranke und sterbende Tiere in Mastanlagen. Das Tierleid hat System und wird von Wiesenhof bewusst in Kauf genommen, um Billigentenfleisch für deutsche Supermärkte zu produzieren.

In den Wiesenhof-Brütereien in Brandenburg wurden zahllose Entenküken geschreddert. Informanten sprechen von Opfern der Überproduktion und der Selektion nach möglichst perfekten Masttieren. Die Szenen, wie Tiere bis zu eine Stunde am Schredderrand um ihr Leben und gegen das Abrutschen in die Messer kämpfen, sind schwer zu ertragen. Die meisten Menschen denken, diese Kükentötungen gäbe es nur bei den männlichen Küken in der Legehennenproduktion. Dabei gehört diese Tötung in der gesamten Geflügelproduktion zum Alltag, so Friederich Mülln von SOKO Tierschutz.

In drei Mastbetrieben für Wiesenhof, fanden Tierschützer erbärmliche Lebensbedingungen vor. Die Wassertiere leben in stinkenden Massenställen und die Überzüchtung führt dazu, dass zahlreiche Tiere auf den Rücken fallen. Die Tiere sind unfähig sich umzudrehen und werden von Artgenossen zertrampelt, getötet oder drohen zu verdursten. Trotz Einstreu, die nur noch aus Kotmatsch bestand und zahllosen, blutenden und auf dem Rücken liegenden Tieren, wurde ein Mastbetrieb von Wiesenhof Duck Tec-Kontrolleuren als "In Ordnung" auditiert. das Veterinäramt deckt ebenfalls die Zustände.

Die Wiesenhof Enten werden z.B bei Edeka, Aldi, Kaufland und Real verkauft. SOKO Tierschutz wird Strafanzeige gegen Wiesenhof erstatten, denn der Firma ist seit Jahren bewusst, dass die Überzüchtung der Enten unzählige Tiere zu langanhaltenden Schmerzen, Leiden und einem grausamen Tod verurteilt. Zudem ist die Tötung der Entenküken in den Brütereien aus der Sicht von SOKO Tierschutz nicht zulässig. Denn weder Überproduktion noch ein nicht perfektes Federkleid, dürfen Gründe für diesen Tod im Reißwolf sein.

2016-01-27

Null Transparenz, Antibiotikaeinsatz, Massen-Ferkeltod und Sauen im Käfig. SOKO Tierschutz deckt erschreckende Zustände bei Bio-Musterhof Hermannsdorfer auf.

Die Kunden von Herrmannsdorfer glauben an die heile Welt, die für die bezahlten Höchstpreise versprochen wird. Die Realität sieht anders aus und unterscheidet sich in ihren Folgen kaum von der Massentierhaltung.

Sauen sitzen in Käfigen zum angeblichen Schutz der Ferkel, die Schweine erhalten regelmäßig Antibiotika und Hormone und dennoch war die Todesrate der Ferkel 2015 mit bis zu 40% (inkl.Totgeburten) sogar weit höher als in der normalen Massentierhaltung. Aktuelles Bildmaterial und Dokumente der Firma aus dem Zeitraum 2010-2015 belegen die Realität im Bio-Musterstall in Glonn.

Wie in der Intensivtierhaltung kommt es zu Verletzungen, Krankheiten und Kannibalismus. Im Kühlschrank stehen Reserveantibiotika die eingesetzt werden, wenn anderen Antibiotika durch Resistenzen wirkungslos sind. Vor einem TV-Drehtermin wird, auf Anweisung von Chef Schweisfurth, extra gut eingestreut. Ohne TV Team lagen die Schweine oft auf dem blanken Beton und das Einstreu war spärlich.

In Sachen Transparenz fällt Herrmannsdorfer komplett durch. In den Geschäften und auf der Homepage erhält man kaum Informationen über die zahlreichen Zulieferer. In Bezug auf andere wichtige Tierschutzprobleme, wie das Töten der männlichen Küken für die Herrmannsdorfer Eierzulieferer wurden die SOKO Tierschutz Testkäufer genauso belogen, wie bei Antibiotika, Kastenständen und Hormoneinsatz.

"SOKO Tierschutz möchte daran erinnern, dass es den Traum von der einvernehmlichen Tierausbeutung nicht gibt. Die bei Herrmannsdorfer dokumentierten Zustände sind die direkte Folge der Betrachtung von Tieren als Ware. Würde Herr Schweisfurth seine Ideologie ernst nehmen, dann würde er auf wirklich nachhaltigen und tierleid-freien bio veganen Landbau setzen und nicht auf ein neues Geschäftsmodell auf Kosten der Tiere", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

2015-12-03

Max Planck Institut: Mitarbeiterin der Geschäftsleitung täuschte Straftaten vor.
Rechtskräftig verurteilt, hohe Geldstrafe, Vorfall sollte vertuscht werden.

Gequälte Affen, Verhaltensstörungen, rechtswidrige Versuche und tagelanger Wasserentzug. Die Bilder der SOKO Tierschutz Undercover-Recherche schockierten die Menschen. Das Tierlabor sprach von Gewalt und Angriffen seitens der Tierschützer gegen Mitarbeiter mit großem Echo in den Medien. Nun wird klar: Es wurde inszeniert und frei erfunden. Eine Mitarbeiterin der Geschäftsführung wurde verurteilt.

Auch andere Vorwürfe und Taktiken gegen die Tierschützer zeichnen ein erschütterndes Bild im Umgang mit der Wahrheit der Tierversuchsforscher.

Die Mitarbeiterin der Geschäftsleitung wurde durch eine Telefonüberwachung der Polizei überführt. An die Öffentlichkeit kamen diese erschütternden Vorgänge nicht. Die Staatsanwaltschaft Tübingen bestätigt die Verurteilung. Über Monate stellten Medien wie Die Zeit, Der Spiegel und FAZ die tausenden friedlichen Tierschützer unter Generalverdacht: Die Forscher erreichten ihr Ziel, die Ablenkung vom Kernthema Tierversuch. Die Straftat war kein Kündigungsgrund.

Die Max-Planck-Institut-Tierschutzbeauftragten nutzten zudem illegale Inhalte von Kriminellen im Internet, um SOKO Tierschutz zu diffamieren. Bis heute ist unbekannt, wer hinter der massiven Schmutzkampagne gegen SOKO Tierschutz steckt. Dem MPI kamen diese Straftaten wie Verleumdung, Urheberrechtsverletzungen offenbar passend. Die Max-Planck-Gesellschaft verlinkt bis heute zu den Kriminellen.

Alle Proteste waren friedlich und vorbildlich, das bestätigt die Polizei. Das störte auch einen Sicherheitsmann des Max-Planck-Institutes, denn sein Job war in Gefahr. Dieser versuchte SOKO Tierschutz zu einem Anschlag auf das Labor zu überreden und lockte mit neuen Bildern gequälter Affen.

Die MPG-Pressesprecherin setzte auf schwere Anschuldigungen, für die jeder Beweis fehlte. SOKO Tierschutz bereitet eine Klage gegen das Tierlabor vor.

"Alle Taktiken zeigen ein erschütterndes Bild einer Tierversuchsindustrie, die anstatt auf Aufklärung und Transparenz, auf Verleumdung, Desinformation und Vertuschung setzt. Das Max- Planck-Institut sollte endlich Konsequenzen ziehen und die sinnlosen Tierversuche sofort beenden." So Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

2014-05-12

Illegal geschächtet, flatternd in den Müll geworfen und totgeprügelt. SOKO Tierschutz deckt Skandal in der Putenmast auf.

SOKO Tierschutz-Ermittler dokumentierten die Zustände bei Lieferanten von Hubers Landhendl. Flatternde Tiere werden weggeworfen, brutal niedergeknüppelt und für den Verkauf ab Hof illegal geschächtet. Schwerstverletzte Puten leiden Tag für Tag in den Tierfabriken. Kunden von Hubers Landhendl sind Rewe, Edeka, Netto, Penny Höhenrainer, Vinzenzmurr, viele Metzgereien und das Oktoberfest. Von den Skandalen um Wiesenhof hat besonders ein Konzern profitiert: Der österreichische Konzern Hubers Landhendl und dessen Schlachthof in Deutschland, die Süddeutsche Truthahn AG.

SOKO Tierschutz liegen Aufnahmen von sechs Farmen vor, die den Konzern beliefern. Vom Image idyllischer/traditioneller Bäuerlichkeit und Tierwohl bleibt nichts übrig. Die Aufnahmen der Recherche zeigen den Antibiotikaeinsatz und das brutale Verladen der Tiere. In den Farmen fanden sich teils kistenweise Antibiotika, Puten wurden beim Verladen aus mehreren Metern Entfernung in die Transportboxen geschmettert. In den Stallungen der Farmen vegetierten schwache, kranke und schwerstverletzte Tiere vor sich hin.

Die aktuellen Aufnahmen aus einem Betrieb im Landkreis Dillingen übertreffen alles bisher da gewesene. Wahllos drischt ein Arbeiter mit einem Knüppel auf die Puten ein, Tiere mit deutlichen Lebenszeichen werden zu den Kadavern in die Mülltonne geworfen. Vor der Tür schlitzt der Arbeiter schwer verletzte systematisch bei vollem Bewusstsein auf. Einem SOKO Tierschutz Ermittler wurde frisch geschlachtetes Fleisch ab Hof angeboten.

Der Betrieb ist Teil eines Programms für "besonders tierfreundliche Stallhaltung" und expandierte in den letzten Jahren massiv. SOKO Tierschutz hat Anzeige erstattet. Das Veterinäramt verweigerte eine sofortige Kontrolle. SOKO Tierschutz fordert ein Ende dieser Tierquälerei und endlich wirklich harte Strafen für Rechtsbrüche in der Tierhaltung. "Offenbar hat das lächerliche Vorgehen der Behörden bei dem von SOKO Tierschutz aufgedeckten Wiesenhof-Skandal im September 2013 erst recht Nachahmer geschaffen." - so Friedrich Mülln, 1. Vorsitzender von SOKO Tierschutz.

PRESSEMITTEILUNGEN

TRANSPARENZ IST UNS WICHTIG