Pressemitteilung

SOKO Tierschutz fordert sofortige Schließung von Horror-Schweinezucht

Sterbende Tiere, schreckliche Wunden und illegale Tötungen Landkreis Alb-Donau-Kreis versagt erneut beim Tierschutz


SOKO Tierschutz deckt erschreckende Zustände in einer Schweinezucht in Berghülen nahe Merklingen im Alb-Donau-Kreis auf. In den Ställen dokumentierten Tierschützer in den Monaten Februar bis April 2021 sterbende Tiere, schwerste Verletzungen der Schweine und extrem ekelhafte Hygienebedingungen. „Man musste dort über mehrere Kadaver steigen, um überhaupt zu den Tieren zu kommen und Tiere mit schrecklichen Verstümmelungen wurden zum Sterben im Gang abgelegt. Der Boden wimmelte vor Kakerlaken, vor Dreck und sogar Nagetierkadavern“, berichtet SOKO Sprecher Mülln. Die Tierschützer informierten mehrfach schon während der Ermittlungen das Veterinäramt.


Aber selbst nach einer Kontrolle des Amtes blieb es bei dem Chaos aus Leid und Tod. Es wurde sogar schlimmer. Die Aufnahmen beweisen, dass der Bauer die Tiere nach der Kontrolle durch den Alb-Donau-Kreis grausam an durch einen Schuss zugefügten Kopfwunden sterben ließ. “Dass sich die Zustände trotz Einsatz des Veterinäramts verschlimmerten und es zu neuen Straftaten kam zeigt, dass die Tierhalter die Behörde nicht fürchten müssen. Der Bauer schaffte sogar wenige Minuten vor der Razzia einen Kadaver weg, den Tierschutzermittler eine Woche später noch mäßig versteckt in einem Gang der Anlage fanden“, so Mülln. Dass solche illegalen Tötungen nicht auffallen, erklärt sich durch schlampige Kontrollen. Das Veterinäramt warf während ihrer Kontrolle keinen einzigen Blick in die Kadavertonne des Betriebes.


Die Aufnahmen zeigen auch den brutalen Umgang mit den Tieren. Der Landwirt wirft Tiere auf den Boden und trägt vor Angst schreiende Schweine an den Ohren umher. „Ein entsetzliches Ausmaß an Verrohung und man fühlt sich offenbar so sicher, dass selbst direkt nach einer Kontrolle verwesende Kadaver einfach liegen gelassen wurden“, beschreibt der SOKO Tierschutz Sprecher.


Der Behördeneinsatz wurde von dem Tierarzt angeführt, der bereits mehrfach durch Untätigkeit im Amt aufgefallen war. Er spielte 2016 bei einem der schlimmsten Tierschutzskandale in einer Schweinemast im Nachbarort Merklingen eine sehr unrühmliche Rolle, die ihm sogar eine Anklage einbrachte.


SOKO Tierschutz fordert, dass die Schweinezuchtanlage sofort geschlossen wird und es endlich zu harten Konsequenzen in der Behörde kommt. „Dieser Tierarzt und sein Chef gehören sofort entlassen und die Landwirte müssen ein lebenslanges Tierhalteverbot bekommen“, fordert der SOKO Sprecher.

SOKO Tierschutz fordert einen grundsätzlichen Umbau der Veterinär-Überwachung in Baden-Württemberg. „Die Kontrollen müssen weg von unfähigen, überforderten oder sozial korrumpierten, lokalen Behörden, die gerne wegsehen wie jüngst bei Fällen im Landkreis Rottweil und Alb-Donau-Kreis. Wir brauchen schlagkräftige, überregionale Strukturen und einen Ausstiegsplan aus der Tierausbeutung.


Pressekontakt: SOKO Tierschutz e.V. Bodenehr Str 20 81373 München

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