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Leid einer Milchkuh bis zum Tod

Downer Kuh Schicksal – Betreiber behauptet, die Kuh sei nur „ausgerutscht“

Bei einem Milchviehbetrieb im Landkreis Plön Schleswig-Holstein wurde uns gestern Abend eine verletzte Kuh gemeldet. Es bestand der Verdacht, dass es sich um eine Downer Kuh handelt. Das arme Tier lag nur durch einen Strohballen geschützt neben einer Straße. Sie war nicht angebunden, da der Besitzer wohl genau wusste, dass sie nicht mehr aufstehen würde. Es ist nicht wahrscheinlich, dass sich dieses Tier erholt hat. Schon zuvor war an der gleichen Stelle ein verstorbenes Rind gesichtet worden, wie ein Zeuge SOKO Tierschutz berichtete. Der Bauer legt wert darauf, dass dieses Tier nicht am Tag zuvor gestorben ist.

Das Tier hatte bei der Kontrolle aktuell keinen Zugang zu Wasser oder Futter. Das Tier war verletzt und hatte Schmerzen. Die Eimer waren umgestoßen und leer. Wie sie dort hinkam? Sicherlich nicht auf eigenen Beinen und ohne Schmerzen.“

Dann wurde es schwierig. Wir informierten noch in der Nacht die Polizei. Das erste Gespräch mit einer Polizistin war entmutigend. Denn sie meinte, was es denn bringen würde, wenn sie da jetzt rausfährt und Fotos macht? Zudem kenne man sich mit Kühen nicht aus. Beim Veterinäramt würde man jetzt nachts und am Karfreitag niemanden erreichen. Darauf kontaktierten wir den Veterinär Notruf des Landkreises Plön. Auch hier Hilflosigkeit, denn der Veterinär meinte er könne nicht einmal auf das Grundstück und am besten solle man den Eigentümer des Bauernhofes anrufen, dass er sich kümmert. In einem dritten Telefonat appellierten wir an die Polizei mit dem Tierarzt dort hinzufahren, Beweise zu sichern und das Leiden des Tieres zu beenden.

Wir wiesen besonders auf die Gefahr hin, dass das Tier nicht noch mit Gewalt von kriminellen Metzgern abtransportiert wird, was immer wieder vorkommt.

Update: Die Polizei informierte uns, dass man inzwischen mit dem Tierhalter gesprochen habe, dieser hätte versichert, dass alles in Ordnung sei und dass Tier sich nach ausrutschen nur erhole.

Auf unsere Frage, ob es nicht sonderbar wäre, dass ein Tier, das weder aufstehen und laufen könnte, direkt neben einer Strasse gelagert wird, führte zu keinerlei Problembewusstsein.

Das Tier ist ganz und gar von dem Halter und Tierarzt abhängig. Aber beim Veterinäramt ist heute niemand erreichbar.

Geballte Hilflosigkeit der Behörden. Bei welcher Tat sonst wollen die Behörden erst einmal beim Verantwortlichen anrufen, bevor sie ausrücken?

Bei einer zerschlagenen Scheibe rücken sie aus, bei einem zerschlagenen ( erschöpften, schwachen) Tier nicht!

Wir haben Strafanzeige und Strafantrag gestellt und bleiben dran.

Dieser Text enthält Änderungen, die auf Bitten des Tierhalters eingefügt wurden.

Update: Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen den Landwirt eingestellt ohne Zeugen zu vernehmen oder das Vodeomaterial zu sichten. Es reichte aus, dass man begründete, dass Tier befände sich in Behandlung. Auf die Probleme Futter, Wasser, mangelnder Sonnenschutz und fehlende Umfriedung wurde erst gar nicht eingegangen.