Die Bad Iburg Prozesse

„Das war kein Stechen eher ein Piksen“


Achtung: Am 20.04 teilten wir in dem Artikel Bad Iburg Prozesse irrtümlich mit, dass es sich bei der Viehtransportfirma vor Gericht um die Firma Warnke aus Lohne handelte. Das war falsch. Es handelte sich um eine andere Firma mit gleichem Nachnamen in der Region.

Wir entschuldigen uns bei der Firma Warnke und stellen diesen Irrtum hiermit richtig.


Letzten Mittwoch standen zwei weitere Täter der „Bad Iburg Bande“ vor Gericht. Vater und Sohn, beide gebrochene Lebensläufe, er Chef, der Sohn Fahrer, die erfolgreich als Tiertransportfahrer arbeiteten und weiter arbeiten dürfen.


Beide hatten Tiere in Bad Iburg entsetzlich misshandelt. Der Vater warf Kälber die Rampe herunter und stieß mit der Mistgabel zu. Vater und Sohn zogen schwer kranke und verletzte Rinder mit der Seilwinde vom Transporter. Der Sohn quälte die Tiere danach noch mit einem Stromschlag nach dem anderen und traktierte die Tiere mit Schlägen und Fußtritt.Auftraggeber der Transporte war die Viehhandlung Hausner aus Bayern.

Der zuständige Staatsanwalt ließ sich mal wieder nicht blicken und es erschien ein Vertreter der Staatsanwaltschaft Oldenburg, der zugab das Material nicht wirklich zu kennen, aber immerhin den Mut hatte die schwachen Strafbefehle in Zweifel zu ziehen. Eigentlich so meinte er: „Sie spazieren da haarscharf an einer Freiheitsstrafe. Das grenze an Folter.“ Eine goldene Brücke, die der Richter nicht nutzen wollte. Denn es ging dann nur noch um mildernde Umstände: Nicht vorbestraft, reumütig, mit einer Ehefrau gesegnet und man hätte ja schließlich angekündigt bald mit dem Transport von größeren Tieren aufzuhören und dann nur noch kleinere Tiere, sprich Hühner durch das Land zu fahren.

Dazu kamen die Märchen des Rechtsanwalts, der immer wieder betonte, dass es ja darum gegangen wäre den Tieren längere Leiden zu ersparen und das man ja zu anderen Zeitpunkten, als leider keine versteckte Kamera Beweise lieferte, darauf bestanden hätte, dass die Tiere betäubt und notgetötet werden. Zudem hätten beide am entscheidenden Moment ein Nickerchen gemacht und nicht mitbekommen, dass es den Tieren beim Aufladen so schlecht ging.

Das Urteil: Die geforderte Strafe der Staatsanwaltschaft wurde leicht reduziert.

Einmal 9350 und 9750 EUR plus Prozesskosten.

Damit sind beide nun als Tierquäler vorbestraft.

Der Vater fuhr übrigens seit 15 Jahren zum „Spezialschlachter“ nach Bad Iburg...


Ob er jetzt wohl Federtiere für Rotkötter oder einen der anderen Großen fährt? Wir werden es herausfinden.


SOKO Tierschutz e.V.

Bodenehrstraße 20

81373 München

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