

8. Oktober 2026
Start des Stallbrandregisters am 08.10.2026
Stallbrandregister macht erstmals das Ausmaß sichtbar – die Dunkelziffer liegt deutlich höher
Seit 2023 sind in Deutschland bei mindestens 142 Bränden mindestens 145.600 Tiere gestorben. Das zeigt das Stallbrandregister, das ab sofort unter stallbrand.org öffentlich zugänglich ist. Die tatsächliche Zahl liegt deutlich höher, denn eine Meldepflicht für Stallbrände gibt es nicht.
Das Register ist ein journalistisches Datenprojekt von Vegpool.de und SOKO Tierschutz e. V. Es erfasst Brände in landwirtschaftlichen Betrieben und Tierhaltungen in Deutschland – mit Datum, Ort, betroffenen Tierarten, der Zahl getöteter Tiere und den zugrunde liegenden Quellen. Eine Karte zeigt alle Fälle, das Register wird laufend ergänzt.
Allein in den letzten zwölf Monaten starben bei mindestens 66 Bränden mindestens 90.573 Tiere – im Schnitt alle fünfeinhalb Tage ein Brand mit Todesopfern.
Am häufigsten betroffen sind Hühner und Schweine. Seit 2023 forderten 19 Brände jeweils 1.000 oder mehr Tierleben, darunter Sassenberg-Füchtorf (NRW, November 2025) mit 27.000 Hühnern, Düben (Sachsen-Anhalt, Juli 2026) mit 20.000 Schweinen und Wardenburg (Niedersachsen, November 2025) mit 18.000 Hühnern.
Die meisten getöteten Tiere wurden in Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erfasst.
Die Zahlen sind eine Untergrenze. Selbst bei den erfassten Fällen bleibt vieles offen: Bei 188 von 473 Bränden mit Tieren ist nicht bekannt, wie viele Tiere gestorben sind. Sie fehlen in der Summe.
„Jede Woche sterben in deutschen Ställen Tiere im Feuer. Viele sterben, weil sich Tierhalter bis heute den Brandschutz sparen können. Wir fordern einen gesetzlich verankerten Brandschutz und eine amtliche Meldepflicht für Stallbrände.“, so SOKO Tierschutz-Sprecher Friedrich Mülln.
Insgesamt starben im Zeitraum der letzten drei Monate bei mindestens 26 Bränden mindestens 25.329 Tiere. Unsere Auflistung ist nicht vollständig – ein amtliches Register für Stallbrände fehlt.
Redaktionen können die Daten mit der Quellenangabe „Stallbrandregister (stallbrand.org)“ frei verwenden.

15. September 2026
Der Direktvermarkter - Illegale Schlachtungen im Familienbetrieb
Schockierende Zustände bei Schäferei im Landkreis Aichach-Friedberg
SOKO Tierschutz hat massive Tierschutzverstöße in einem regionalen Familienbetrieb aufgedeckt, der sich als vertrauenswürdiger Schlachter von nebenan präsentiert.
In mehr als 30 Fällen sollen Kunden selbst den Kehlschnitt bei Schafen durchgeführt haben – mutmaßlich ohne Sachkundenachweis und unter unhygienischen Bedingungen. Gefährlich, unhygienisch und vor allem grausam gegenüber den Tieren.
Mehrere Tiere zeigten nach dem Entblutungsschnitt Anzeichen von Fehlbetäubung, also Bewusstsein. In über 15 Fällen wurde offenbar mit dem Abtrennen des Kopfes begonnen, bevor die Tiere eindeutig tot waren.
Darüber hinaus müssen die Tiere mitunter die Schlachtung ihrer Artgenossen mitansehen – erwachsene Schafe werden während des Prozesses in den Schlachtraum getrieben, während Lämmer auf dem Arm hineingetragen werden.
An einem einzigen Schlachttag wurden 230 geschlachtete Tiere gezählt.
In zwei Fällen wurden scheinbar sogar Kadaver „geschlachtet“.
Der Betrieb wird angeblich vom Veterinäramt Aichach-Friedberg kontrolliert, das bereits im Rahmen der letzten SOKO Tierschutz-Aufdeckung um eine Kaninchenblutfarm unangenehm aufgefallen war.
SOKO Tierschutz hat die Behörden eingeschaltet und Strafanzeige erstattet.
Wir fordern eine Schließung des Betriebs!
Der Film zur Aufdeckung:

14. Mai 2026
Neues Projekt: Friedensorte statt Tatorte
Bei unserer Aufdeckungsarbeit bemerken wir immer wieder, dass es Grenzen gibt. Wir sehen Tötung, Krankheit, Sadismus und Gewalt. Den Skandal, die nächste Aufdeckung, die nächste Recherche, Prozesse, Verurteilungen, Proteste.
All das hilft den Tieren der Zukunft – aber nur selten können wir den Tieren der Gegenwart wirklich etwas zurückgeben.
Das wollen wir mit unserem neuen Projekt ändern: Orte schaffen, an denen Tiere einfach ihr Leben leben können – ohne Angst, Stress und Nachstellung durch den Menschen. Vom Käfer über den Storch und den Fuchs bis zum Wildschwein. Ein guter Plan. Aber er ist nicht leicht umzusetzen. Denn Jagdinteressen haben vielerorts ihren Fuß in der Tür. Dein Eigentum? Egal – gejagt wird trotzdem.
Doch es gibt Ausnahmen. Deutschland, die Niederlande, Portugal, Irland und Finnland erlauben grundsätzlich genau das, was wir suchen. Allerdings ist in den meisten dieser Länder kaum geeignetes Land verfügbar – und erst recht kaum bezahlbar. Dennoch haben wir gute Nachrichten: Wir stehen kurz vor dem Kauf der ersten 30 Hektar. Damit verhindern wir nicht nur Jagd und Fischerei, sondern auch die Versiegelung durch Beton oder die Verwüstung durch Bergbau auf dieser wunderschönen Wildnisfläche. Wir halten euch auf dem Laufenden.

9. November 2025
Große Mahnwache gegen die Blutfarm am 8. November
Nachdem uns das Landgericht Augsburg untersagt hatte, den Namen, die Stadt und Perspektiven für ein Ende des Leids zu nennen, haben wir mit unserem friedlichen Protest bewiesen, dass wir uns von der Tierversuchsindustrie nicht einschüchtern lassen – diesmal sogar mit noch mehr Menschen als bei der ersten Mahnwache (275 statt 200).
Mit ganz vielen Lichtern haben wir der hunderttausenden Kaninchen gedacht, die für die Pharmaindustrie leiden und sterben müssen. Die vielfältigen, kreativen und teils äußerst aufwendigen Schilder der Teilnehmenden haben uns sehr beeindruckt.
Die nächste Mahnwache in Kissing wird am 20. Dezember um 16:00 Uhr stattfinden.

23. September 2025
Die Blutfarm des Bio-Bauern
Monatelang arbeitete ein Undercover-Ermittler von SOKO Tierschutz in einer Kaninchenblutfarm in ████ bei Augsburg – die Aufnahmen sind die ersten ihrer Art weltweit. In tristen Käfigbatterien leiden tausende Tiere unter der brutalen Regide der Angestellten: Kaninchen werden mit Wucht in die Käfige geworfen, an den empfindlichen Ohren getragen, zeigen Wunden, abgebissene Ohren und Verhaltensstörungen.
Betrieben wird die Anlage von dem Lokalpolitiker und Bio-Landwirt ████, dessen Firma eigentlich für Erdbeeren, „Unser Land“-Eier und Soja wirbt. Der millionenschwere Handel mit Tierblut, das an Siemens und den Schweizer Pharmakonzern Neovii verkauft wird, bleibt in der Online-Präsenz unerwähnt. Das Geschäft boomt – der Betrieb wurde gerade erst um drei Hallen erweitert.
Die Tiere werden regelmäßig fixiert und mit einer Spritze immunisiert. Nach Wochen wird ihnen das Blut direkt aus dem Herzen gepumpt. Die ordentliche Betäubung der Tiere wird augenscheinlich nicht geprüft. Anschließend werden ihre erschlafften Körper wie Abfall entsorgt. Aus Sicht von SOKO Tierschutz gab es darüber hinaus auch grobe Mängel bei der Kontrolle des Betriebes.
SOKO Tierschutz hat Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und wegen Verdachts auf Verrat von Dienstgeheimnissen gestellt. Wir fordern ein Ende der Geheimhaltung und den Ausstieg von Siemens und Co. aus dieser grausamen Industrie – die Firmen haben die Chance, das Leid zu beenden und statt auf Ausbeutung auf fortschrittliche, innovative Forschung zu setzen.

21. Juli 2025
Brandgefährlich, Verwahrlost, Grausam
Die Aufnahmen, die SOKO Tierschutz zugespielt wurden, sind erschreckend: Schweine, bedeckt von Fäkalien, krank, sterbend und verletzt. Neben SOKO Tierschutz und dem Tierrechtsaktivisten Philipp Hörmann hat auch die staatliche Kontrollbehörde KBLV Strafanzeige gegen den verantwortlichen Landwirt B. aus Hawangen gestellt.
In den Gängen verwesen offenbar tagelang Kadaver, Blutlachen trocknen auf dem Boden ein, Unmengen von Maden, Schweine liegen in über den Spaltenböden stehenden Fäkalien – und verwundete sowie kranke Tiere werden nachweislich nicht versorgt. Die Aufnahmen zeigen große blutige Nabelbrüche, ein Ferkel, das über Tage hinweg unter Schmerzen stirbt, sowie vereiterte Augen. Geprägt von verwahrloster und schrottreifer Elektrik sind die Stallungen zudem eine einzige Feuerfalle.
So ein Stümpertum würde jeden Vermieter vor Gericht bringen – aber bei einem Stall mit 3.000 Schweinen nimmt die Politik und Kontrolle den grauenhaften Feuertod der Tiere billigend in Kauf. Allein in den letzten Wochen wurden in Deutschland über 10.000 sogenannte Nutztiere bei Bränden getötet.

12. März 2025
Neue Aufdeckung: Allgäu undercover - Gier, Gewalt und Emmentaler
Schockierende Aufnahmen zeigen Arbeiter, die Tiere mit Knüppeln schlagen, auf sie mit Teppichmessern einstechen, bewegungsunfähig über den Boden schleifen und brutal treten. Die Folgen sind schwere Verletzungen und ein qualvoller Tod.
Der Betriebsleiter Martin Endres, der noch auf seinen Prozess wegen der Vorfälle von 2019 wartet, beteiligt sich selbst an den Misshandlungen. Zudem kommt es zu kriminellen Umweltvergehen: Giftige Substanzen werden routinemäßig illegal auf Wiesen entsorgt, und die Arbeitsbedingungen werden von Zeugen als „moderne Sklaverei“ beschrieben. Seht unseren Film.

23. Oktober 2024
Neue Aufdeckung: Undercover bei McDonald’s Best Beef
Mehrere Tage arbeitete eine Aktivistin der SOKO Tierschutz undercover auf einem Milchviehbetrieb nahe Schwäbisch Hall.
Auf dem modernen, subventionierten Betrieb, der zum McDonald’s Best Beef-Gütesiegel-Programm und zu QM++ gehörte, stieß die Ermittlerin auf katastrophale Zustände. Kälber, die tagelang in tiefer, flüssiger Gülle stehen und schlafen müssen. Eine kranke und verletzte Milchkuh, die tagelang leidend rücksichtslos umhergeschleppt wurde, mit den Kopf auf den Boden knallte und mit einem zum Bersten gefüllten Euter schlimme Schmerzen erduldete. Hungrige Tiere versuchen so lange, nicht vorhandenes Futter aus leeren Fressnäpfen zu lecken, bis ihre Zungen bluten. Der Milchviehbetrieb liefert Kühe an den Schlachthof Crailsheim, der wiederum an McDonald’s liefert. McDonald‘s zahlt mehr für solches Best Beef Fleisch.
Besonders schockierend: „Der Betrieb wurde bei der Jobbörse zufällig ausgewählt. Es ist schon erschütternd, dass man dann gleich auf so eine Katastrophe trifft“, berichtet die Ermittlerin.
„Das Leid auf diesem Hof zeigt einmal mehr, was von Firmengütesiegeln wie Best Beef zu halten ist und dass das Schicksal der Tiere egal ist, solange der Profit stimmt. Darum ist ein Umdenken bei Milch und Fleisch unumgänglich“, bekräftigt SOKO Tierschutz-Sprecher Friedrich Mülln.
Fleisch landet auch bei McDonald’s! Tierschützer filmen auf Horror-Hof

13. Oktober 2024
SOKO Tierschutz in der Schule
Gestern waren wir bei der Präsentation der Abschlussarbeit einer Schülerin. Sie hatte Friedrich gebeten, als Mentor für ihre große Arbeit zum Thema Massentierhaltung und Veganismus zu unterstützen. Über mehrere Monate half Friedrich ihr dabei, dieses wichtige Thema auszuarbeiten. Nun konnten die Besucher:innen ihre Arbeit durch einen souveränen Vortrag der Schülerin und einen Informationstisch kennenlernen. Die Blicke der Anwesenden und die Fragen zu den erschütternden Bildern sprachen für sich. Die Schülerin schaffte es, die Besucher für das Thema zu sensibilisieren.
Besonders interessant war zu beobachten, wie viele junge Menschen vor Ort sich bewusst gegen den Fleischkonsum entscheiden würden, aber oft von ihren Eltern auf ihrem Weg zum Veganismus ausgebremst werden. Unser Vorschlag: Lasst euren Kindern die Freiheit, wenn sie nicht mehr Teil des Systems sein wollen, das für Fleisch und Käse tötet – dann lasst sie diesen Weg gehen.
Respekt an die Schülerin, die den Mut hatte, ein schwieriges Thema zu wählen, das nicht so leicht zu lautem Applaus führt wie „Meine eigene Skincare-Linie“ oder „Meine eigene Modelleisenbahnwelt“.
Ein besonderer Dank geht auch an ihre Eltern, die sie unterstützen, anstatt zu versuchen, sie in eine andere Richtung zu drängen.
Das sind genau die SOKO-Arbeiten, die oft unentdeckt stattfinden. Aber es ist so wichtig, jungen Menschen zu helfen – denn sie können alles verändern.

13. Oktober 2024
Missbrauch von Mensch und Tier beim Ernst-Strüngmann-Institut
Es bröckelt am Todesinstitut ESI - Direktor sucht das Weite.
Am Tierversuchslabor ESI in Frankfurt scheinen nicht nur Tierquälerei, sondern auch sexueller Missbrauch tief verankert zu sein. Immer mehr Menschen brechen nun das Schweigen und der Geschäftsführer hat das Weite gesucht. Damit wird immer deutlicher, welcher Unmensch hinter diesem System steckt. Einmal mehr zeigt sich, dass Täter, denen das Leid von Tieren egal ist, auch vor Menschen nicht haltmachen.
Wir werden den Druck mit neuen Aktionsformen verstärken und dafür sorgen, dass an diesem Ort endlich echte Forschung regiert – und nicht Belästigung, Machtmissbrauch und Tierquälerei.
Über den sexuellen Missbrauch am ESI berichtet dieser Artikel von T-Online.

