Pressemitteilung

Wie viele LPT-Mitarbeiter müssen noch auspacken? Das grausige Schweigen der Wissenschaft. SOKO Tierschutz zeigt sich erschüttert über Desinteresse der Wissenschaft an massiven Manipulationen beim LPT. Inzwischen gibt es fünf Zeugen, die im Zeitraum der letzten 20 Jahre von Betrügereien in den LPT Tierlaboren berichten. Laut der Aussagen der Zeugen wurden Studien vom LPT gemäß der Zielsetzung passend gemacht, auf Weisung von oben Daten gelöscht und der Tod von Tieren vertuscht. Die Zeugen sprachen gestern in der ARD Sendung FAKT von Vertuschungen in einer Krebsstudie eines Weltkonzerns. In der Studie wurde laut dem erfahrenen Mitarbeiter ein verstorbener Affe vertuscht. In einer weiteren Studie wurden laut Zeugen Hinweise auf Krebs, in Entzündungen abgemildert. Eine Meldung bei den Hamburger Behörden durch einen der Ex-Mitarbeiter blieb offenbar folgenlos. Selbst in den vier Monaten Undercover-Recherche konnte der SOKO Tierschutz-Ermittler einen Fall einer Vertuschung haargenau dokumentieren. Die Kollegen des Undercover-Ermittlers beim LPT nahmen die Vertuschung und Verfälschung der Studie mit zynischer Routine als etwas wenig außergewöhnliches zur Kenntnis. „Neben der völligen Unzuverlässigkeit von Tierversuchen, sind diese Zeugenaussagen ein Supergau, der zahllosen Studien, Medikamentenentwicklungen und Sicherheitstests an Chemikalien und auch Giften ihre Glaubwürdigkeit raubt. Die Menschen fragen sich nun zu Recht: Wurden bei ohnehin grausamen Tierversuchen Nebenwirkungen vertuscht, Probanden in den klinischen Studien in große Gefahr gebracht und was bedeutet das für mich, wenn ich mich auf den Beipackzettel von Arzneimitteln verlassen möchte?“, so SOKO Sprecher Mülln. Was verwundert ist, dass der Aufschrei der Forschungsgemeinschaft völlig ausfällt. Die Institutionen von Fraunhofer-, Max-Planck-, Helmholtz-Gesellschaft, die Forschenden, Pharmakonzerne, die Fachpresse. Es herrscht bleiernes Schweigen zur Katastrophe LPT. Man erinnere sich an die letzte Aufdeckung von Tierversuchen am Max-Planck-Institut in Tübingen, wo sich sofort zahlreiche Nobelpreisträger für Medizin vor den wegen Tierquälerei angeklagten Professor stellten. Wo bleiben jetzt die Nobelpreisträger für Medizin, die Aufklärung, hartes Durchgreifen und eine Überprüfung aller Sicherheitssysteme fordern? Auch bei den Behörden setzt sich das Schweigen fort. Denn in der Presseerklärung der Polizei zur Großrazzia bei LPT Laboren am Montag findet sich kein Wort über die Strafanzeigen wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug. „Offenbar haben viele Angst vor dem, was zum Vorschein kommt, wenn man anfängt zu graben. Die Behörden vor den Konsequenzen, die man dann zum Schutz des Menschen ergreifen muss, die Konzerne vor den Arznei-Cashcows die dann sofort vom Markt müssten und die Forschungsgemeinschaft, die dann einräumen müsste, dass der Elfenbeinturm der Forschung auf einen Sumpf gebaut wurde“, so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz e.V. . SOKO Tierschutz fordert die Forschungsorganisationen Deutschlands zu einer klaren Stellungnahme zu den Aufdeckungen auf. Vom Staat fordern wir die kompromisslose Schließung des LPT an allen Standorten und eine grundlegende Überarbeitung des gesamten Systems der regulatorischen Sicherheitstests. Diese Überarbeitung muss ein Ende der Tierversuche enthalten. Pressekontakt/kostenloses Bildmaterial: SOKO Tierschutz e.V. Fotos: SOKO Tierschutz/Cruelty Free Int. Foto: Hund bei Wasserapplikation für Urintests durch zwei Tierpflegerhelfer.





SOKO Tierschutz e.V.

Bodenehrstraße 20

81373 München

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