Für die Rechte der Tiere.

Tiertransporte

07/08/2020

In den letzten Tagen waren wir 2000 km unterwegs auf Tiertransport Patrouille. Wir stießen auf zahlreiche Schweine und Hühnertransporter, die trotz erbärmlicher Hitze auf langen Strecken unterwegs waren. Im Gegensatz zu Nachbarländern kennt der deutsche Staat keine Gnade. Es spielt keine Rolle, ob es 35 Grad oder -20 Grad hat. Die Transporter dürfen ihre Fahrzeiten von 8h-12h (Geflügel) ausschöpfen. Und das Be- und Entladen wird genauso wenig als Transportzeit gezählt, wie Staus.

Dieser Transportfahrer auf dem Weg zu einem berüchtigten Großschlachthof, mit dem armen Schwein, das in unsere Kamera blickte, bemerkte die Beobachtung und machte mehrfach eine Bremsung, um die Beobachtung selbst während weniger Sekunden zu verhindern. Dass die Schweine dabei das Gleichgewicht verlieren und Stress und Verletzungsrisiko erleiden, war ihm egal. Darum brachen wir die Beobachtung ab.

Ein weiterer Fahrer holte gleich mal polizeiliche Verstärkung, was zu einer längeren Rastplatz Diskussion zwischen dem SOKO Team und zwei Einsatzwagen Teams über den Sinn und Unsinn der Fleischproduktion führte.

Über die Einsätze wird in Kürze ausführlich berichtet.

Schweine sind reinliche Tiere

30/07/2020

Schweine sind sehr reinliche Tiere - in dieser Mega Schweinezucht in Sachsen Anhalt liegen die Tiere in ihren Fäkalien.

Aktuell fordern manche Tierschützer ja die Abschaffung von Vollspaltenböden. Natürlich sind diese grausam, aber was bei der Forderung heraus kommen kann, sieht man hier. Hier steht ein Bereich ohne Spaltenboden pro Bucht zur Verfügung. Das Ergebnis, Tiere leiden im Fäkalschlamm. Deswegen begnügt sich SOKO Tierschutz nicht mit solchen kosmetischen Verbesserungen, die altes Leid durch neues Leid ersetzen.

Wir müssen raus aus der Tierausbeutung.
Schweine sind kluge, reinliche Tiere und sind keine Fleischmaschinen.

SOKO Tierschutz hat die Behörden eingeschaltet. Bei einer vor Ort Kontrolle war in dem Betrieb mit ca.10.000 Tieren alles in bester Ordnung.

Überrascht uns das?

Nachruf auf einen Schlachter

27/07/2020

Viele Helden der Tiere bei SOKO Tierschutz bleiben unbekannt und wirken fern der Würdigung für ihren Mut und Erfolg. Als ich das erste mal mit Karl Maninger zu tun hatte, war es ein Treffen, irgendwo bei Tauberbischofsheim. Er war ein Schlachter, sein Leben lang, hatte viel gesehen und ertragen. Ein harter nüchterner Mensch, zu dessen Alltag das Zerlegen, das Blut und der Tod von Tieren gehörte. Irgendwann bekam dieser Alltag Risse, als er einen Rinderschädel sah, der laut ihm aussah wie ein Seeigel, völlig zerschossen von Fehlschüssen, zur vermeintlichen Betäubung. Da kam vieles hoch: Rinder, die nach der Betäubung aufwachen und panisch durch den Schlachthof rennen, die verdrängte Gewalt, die Elektroschock Orgien, gepaart mit der Ausbeutung der Menschen.

Dieser Mann hatte alles gesehen, lebenslang geschwiegen und dennoch wurde sein Äußeres immer wieder von einem spitzbübischen Lächeln durchbrochen. Auch er wusste, dass diese zwei Menschen, der Tierrechtler und der Schlachter eigentlich nicht an einem Tisch sitzen dürften. Aber dieses Gespräch eröffnete die Chance den Wahnsinn, die Gewalt und Tierverachtung in dem Mc Donalds Schlachthof zu dokumentieren. Er wollte, dass es endet, das Quälen der Tiere und der zermürbende Druck des amerikanischen Konzerns auf die Menschen, die ihre Flucht im Suff suchen. Dann ging alles schnell, nach wenigen Tagen der versteckten Kameras, an Orten die er für wichtig hielt, kam die Polizei, die Presse und natürlich auch die Jagd auf den Verräter. Wer war der Schatten im Fernsehen? Viele zeigten mit dem Finger auf ihn, den letzten alten Hasen und wir mussten wochenlang sein Haus sichern. Denn die Fleischbranche akzeptiert es nicht, wenn jemand den Mantel des Schweigens zerreißt. Der Schlachthof Tauberbischofsheim ist heute eine Ruine.

Leider konnte Karl Ernst Maninger seinen Ruhestand nicht lange genießen und musste zu früh gehen.

Was in Erinnerung bleibt, ist ein mutiger Mann, das verschmitzte Lächeln und das Wissen, dass jeder die Welt verändern kann, der Mut aufbringt sich gegen den Sturm zu stellen.

Das SOKO Team gedenkt diesem Mann.

Die Staatsanwaltschaft klagt an.

27/07/2020

Folgt jetzt endlich der Prozess um den schlimmsten Schlachthof Deutschlands.Hier herrschte kein Fließbanddruck, hier arbeiteten deutsche, gut bezahlte Schlachter, die Bauern von nebenan kamen mit dem Hänger , das Fleisch lag in den Metzgereien und zwei Tierärzte überwachten zwei Räume. Also das was immer alle fordern. Metzger um die Ecke, Bauern des Vertrauens und das schlimmste Greul was Tierschützer in Deutschland je aufgedeckt haben. Das kriminelle Netzwerk und der Profit mit zerschlagenen Tieren aus der Milchproduktion. Diese Leute müssen ins Gefängnis kommen!

Die Hölle von Bad Iburg kommt vor Gericht

27/07/2020

Anklage gegen zahlreiche Bauern, Schlachter und Viehtransportfahrer.

In der Landschlachterei Temme in Bad Iburg ( Niedersachsen) herrschten Zustände, die man sonst eher bei Tiertransporten im Libanon erwarten würde. Wir machten den Laden dicht.

Mit extremer Brutalität und krimineller Energie wurden systematisch kranke, schwerst verletzte Kühe geschlachtet. Davor Gewalt: Schläge, Tritte, Elektroschocks.

SOKO Tierschutz enttarnte ein Netzwerk aus einem Dutzend Tiertransportfirmen und zahlreichen Landwirten aus 7 Bundesländern.

Die so genannten „Kadaver Taxis“ sammelten die kranken Transport unfähigen Kühe bundesweit ein und die Seilwinde in Bad Iburg schleifte die Kühe teils mit offenen Brüchen aus den Transportern. Kälber wurden die Rampe herunter geworfen und die Metzger lachten und scherzten zu den Straftaten. Amtliche Tierärzte sahen weg oder hielten hilfsbereit den Haken der Seilwinde für die Metzger.

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Anklage erhoben. „Das ist der schlimmste Tierschutzskandal der deutschen Geschichte und Haftstrafen sind hier unumgänglich. Der Staat hat nach all den vertanen Chancen die Möglichkeit zu zeigen, dass Verbrechen gegen Tiere mit dem vollen Maß der Möglichkeiten geahndet wird.“ so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

#BauerumdieEcke

21/07/2020

Kalte Herzen für Kühe in Kaltenkirchen.

Tierhalteerlaubnis entziehen, jetzt!

Vor fünf Wochen erschütterten die Fotos einer Weidekuh mit zwei ins Fleisch eingewachsenen Hörnern die Menschen. Ein Leiden, dass in Jahren entstanden ist und auch über Jahre hätte verhindert werden können.

Chronologie des Leids:

16.06. Kuh auf der Weide mit beidseitigem Horneinwuchs entdeckt. Am selben Tag enthornt. Strafanzeige von SOKO Tierschutz und Hof Butenland.

16.07. Kuh steht mit Entzündung am Hornstumpf auf der Weide. Veterinäramt durch Zeugin verständigt.

20.07.20 Aus der anfänglichen Entzündung ist eine blutige Fleischwunde geworden

Waren die Tierärzte blind für dieses Drama oder waren sie nicht mehr dort? Wurde es nie bemerkt, dass sich das Horn in Fleisch und Schädel bohren wird?

Die Bilder der aktuellen brutalen Wunde machen sprachlos. Ohrmarken hat das Tier schon mal gar nicht ( beim ersten Bild hat sie eine, beim aktuellen von heute keine mehr)

Wir fragen uns, was geht da vor im Landkreis Segeberg. Wäre es nicht wert gewesen, einen Betrieb der sich so grober Verstöße schuldig macht, im Rahmen einer Nachkontrolle abzusichern? Wir fordern ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot für den Landwirt.

Aber es ist ja nur eine Kuh.

Im Übrigen in der viel gerühmten Mutterkuh- Haltung.

Wir werden nun erneut das Vet Amt zur Verantwortung ziehen. Denn während Gnadenhöfe in Deutschland alle paar Wochen kontrolliert und schikaniert werden,

kommen Kontrollen bei Tierausbeutungsbetrieben oft nur einmal in einer Generation vor und versagen selbst dann auf voller Linie.

#DieMilchmachts #DieHafermilchmachtsnicht

Lebendig zerlegt!

21/07/2020

Dieser Satz unseres Tierschutz Ermittlers im Focus Interview sorgte unter Tierausbeutern für Aufruhr.

Wird ein Tier nicht erst zerlegt, wenn es absolut tot ist und in zwei Teile gesägt wird?

Unsere undercover Einsätze zeigen ein anderes Bild. Nach dem Bolzenschuss (bzw. den Bolzenschüssen, denn häufig geht der erste daneben) wird die Haut des Tieres am Hals zertrennt und die Arterie zerschnitten. Das Tier blutet aus und soll so sterben, um das Fleisch genießbar zu machen.

Bereits einen guten Meter danach hängt schon eine pneumatische Schere mit der die Vorderläufe und Hörner abgeschnitten werden. Was ist das, wenn nicht der Beginn des Zerlegens? Auch die Ohren werden gerne schnell abgetrennt. Dabei sind die Tiere häufig noch nicht ausreichend ausgeblutet, um tot zu sein. Insbesondere, da die Betäubung selten bis gar nicht überprüft wird und auch Tiere, die atmen, versuchen zu brüllen oder sich heftig wehren, ignoriert werden. Man fesselt lieber die Vorderläufe oder trennt sie eben schnell ab, dann kann auch kein Schlachter bei der letzten verzweifelten Lebenskraft der Tiere verletzt werden. Diese Abläufe haben wir nicht nur von Schlachtern immer wieder bestätigt bekommen, sondern auch mehrfach dokumentiert.

Anbei ein Foto aus dem Schlachthof Düren: Das weiße Rind brüllt noch vor Schmerzen. Es ist aus der Betäubung erwacht, während einen Meter weiter schon die Zange für das Abschneiden der Beine und Hörner baumelt.

2. Beispiel: Bio Schlachthof Fürstenfeldbruck: Rind mit abgetrennten Vorderläufen und mutmaßlich abgeschnittenen Hörnern kurz nach dem Entblutungsstich. Dort wurden keine Lidreflextests durchgeführt. Also ist eine Fehlbetäubung auch bei diesem Tier nicht ausgeschlossen.

Darum sprechen wir von lebendig zerlegt!

Denn nichts anderes passiert zehntausenden Tieren.

Hörfunk-Online-Tipp

21/07/2020

Hörfunk/Online Tipp: Montag SWR Leute

Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz zwei Stunden im Talk.

Montag 20.07.2020 10.00 Uhr gehts los.

Links auf dem Bild gehts zur Wiederholung des Talks.

Das Schicksal der Downerkühe

21/07/2020

Ein Seil das ein Auge zerstört, Ketten die in Wunden schneiden und gammliges Fleisch vom Landschlachter in die Welt.

Politik schlägt, Staatsanwaltschaft mauert, Schlachter Clan plant Neustart. Links auf dem Bild gehts zum Video über die Downerkühe.

Schlachthof Düdenbüttel plant Neustart mit alten Bekannten

21/07/2020

Der grausige Landschlachter von Düdenbüttel war über Jahre und wahrscheinlich Jahrzehnte auf die Schlachtung von schwer verletzten oder kranken Tieren spezialisiert. Illegal, grausam, erbarmungslos. Zwei Familienmitglieder planen, ein Jahr nach der erzwungenen Schließung durch die SOKO Tierschutz-Aufdeckung, einen neuen Schlachthof am alten Ort.

Dabei sind die Strafverfahren noch gar nicht abgeschlossen und es wirkt sonderbar, dass Leute die vorher zum täglichen Leid und Rechtsbruch schwiegen, jetzt besser agieren wollen.

Im Sturm um Tönnies wittern die Landschlachtereien Morgenluft und setzen darauf, dass ihnen Kunden aus Frust über die Großschlachter und in der Hoffnung auf bessere Zustände, in die Arme laufen.

Dabei ist das Geschäftsmodell der kleinen und mittleren Schlachthöfe brutal und manchmal sogar noch grausamer als der Tod am Fließband.

Fürstenfeldbruck, Eschweiler, Hohengöhren, Bad Iburg, Düdenbüttel....

Namen die dafür stehen, dass der Schritt zum Metzger des Vertrauens, zum Schlächter von Nebenan, genau der Falsche ist.

Eindrücke aus unserem Alltag

11/07/2020

Auf unseren letzten Einsätzen hatten wir himmlische Unterstützung.

Neues zum Bad Grönenbach Skandal

07/07/2020

Quellen berichten uns, dass der Massentierhaltungsfleisch-Betrieb um 25% weniger Tiere halten soll und ein permanenter „Tierwohlberater“ eine Art Tierschutzbeauftragten haben muss.

Das sind wohl behördliche Auflagen.

So sehen zahnlose Maßnahmen aus. Denn was ist mit den 75% Kühen und ihren Kälbern, die nach wie vor dem gewalttätigen Personal ausgeliefert sind? Wer ist dieser Tierschutzbeauftragte und ist dessen Dasein nicht genauso sinnlos wie die gleichen Pappnasen im Schlachthof?

Wer garantiert, dass der Betrieb die verlorenen 25% nicht in zugepachteten Betrieben oder anderen Bundesländern aufstockt.

Unsere Forderung ist klar: Betrieb schließen, Haupttäter ins Gefängnis, Tierbetreuungsverbot für Täter-Tierärzte und einen Ausstiegsplan aus der Ausbeutung der Kühe für ein völlig sinnloses Lebensmittel mit verheerenden Folgen für Tier, Umwelt und Mensch.

Alles andere ist nur Kosmetik.

Vorbild kann der Fall Demker (SOKO Aufdeckung 2018) sein. Der Betrieb wurde inzwischen aufgelöst und die Täter dürfen nicht mehr an Tiere ran.

What Sachsen Anhalt can, Bayern can’t?

Bad Grönenbach -Ein Video Fazit von Friedrich Mülln in der Augsburger Allgemeinen.

07/07/2020

Klickt auf das Bild um den Beitrag anzusehen

Ein ganz normaler SOKO Tag

06/07/2020

Es ist nicht immer der Skandal.

4.00 Rückkehr Überprüfung Verdacht auf illegale Schlachtung

10:00 Interview Milchproduktion

10:00 - 13:00 Umzug Büromaterialien

11:20 Anzeige wegen Downer Kuh vorbereiten.

11:30 Telefonberatung Tiermessi Hof

12.00 Auswertung der neu eingetroffenen Informanteninfos

13.00 Datensicherung/Social Media

Anrufe auf Tierschutz Notruf Hotline.

14:00 Technik Vorbereiten für nächste Einsatzfahrt.

15:00 Upload Videomaterial für Presse und Uni Projekt

15:34. Telefonat mit Vetamt wegen Downer Kuh

16.00 Essen :-)

18.00 Eingang Informanten Info/ Telefonberatung Tierschutzfälle

18.00-20.00 Sichten von Bildmaterial

20.00 Nächste Einsatzfahrt.

Danach gehts weiter

Autos reinigen, Ersatzteile bestellen, Reiseplanung.

Bad Grönenbach: Ein Jahr danach - Ein Fazit

05/07/2020

Vor einem Jahr kam die Qual der Rinder in der Mega-Milchviehfarm im Allgäu an die Öffentlichkeit:

Tiere, die umher geschleift, geschlagen und getreten wurden, die mit Kopfwunden langsam starben und Durst, Hunger, Siechtum und Gewalt erlitten.

12 Monate später ist der Betrieb unverändert.

Die Tonnen an Milch täglich gehen in Käse, Trinkmilch oder Joghurt.

Die Tiere sind noch den gleichen Tätern ausgeliefert.

Die Massentierhaltung läuft erfolgreich weiter.

Die neue staatliche Kontrollbehörde KBLV agiert unter dem Mantel der Geheimhaltung und es stellen sich erhebliche Zweifel an deren Effektivität ein.

Die verantwortlichen Tierärzte konnten sich wohl erfolgreich der Strafverfolgung entziehen.

Kleine Höfe mit schlimmen Zuständen wurden zum Teil nach der gefeierten Schließung von den Megabauern übernommen und deren Rinder-Imperien wachsen.

Die strukturellen, flächendeckenden Probleme der Ausbeutung für Kuhmilch, die zu massivem Tierleid führen, sind unangetastet geblieben.

Probleme wie: Spaltenböden, Klauenprobleme, Mastitis ( Euterentzündung), Kälberentsorgung, Anbindehaltung, Überbelegung, räumliche Enge, Verstümmelung der Kühe, Tiertransporte, Tierferntransporte und der Umgang mit haltungsbedingtem Verfall und Downer-Kühen bestehen nach wie vor.

Gut ist, dass noch ermittelt wird und dass die Polizeiaktionen Abschreckung brachten und die Behörden sensibilisiert wurden, wie im Fall von Dietmannsried. Die Hoffnung auf einen öffentlichen Prozess bleibt. Klar ist aber auch, dass nur unser gemeinsames Handeln wirkt, wenn Behörden nicht in der Lage sind, diesem grauenhaften System Herr zu werden.

Das geht nur, wenn wir endlich aufhören als erwachsene, abgestillte Menschen artfremde Milch zu konsumieren. Sonst dreht sich der Kreislauf aus Ausbeutung, Gewalt, Krankheit und Tod einfach weiter.

Klickt auf das Bild um den Report Beitrag dazu anzuschauen. 

Staatsversagen bei der Schlachthofkontrolle

01/01/2020

Wir deckten grausame Gewalt an Tieren im Schlachthof Tauberbischofsheim auf. Es wurde dokumentiert, wie Veterinäre zuschauen, während Tiere im Schlachthof von Mitarbeitern gequält werden. Die Staatsanwaltschaft hat entschieden, dass es okay ist, wenn Tierärzte nichts für die Tiere tun – Ein absolutes Staatsversagen bei der Schlachthofkontrolle.

Hier zum Stern-TV-Beitrag.

Corona-Katastrophe bei Tönnies

16/06/2020

Schulen und Kitas werden geschlossen, der Schlachthof nicht. Ist der Regierung totes Fleisch wichtiger als Bildung?

Vor einigen Wochen überschlugen sich die Politiker mit markigen Worten gegen die Fleischindustrie. Die Werkssklaverei sollte gestoppt, die Ausbeutung von Mensch und Tier ausgebremst werden. Geschehen ist bisher nichts. Viel zu spät hatten Politiker durch die Coronakrise bemerkt, wie gefährlich die Schlachtindustrie in einer Pandemie-Lage werden kann, obwohl die Missstände seit Jahrzehnten bekannt sind.

Leider ist seit dem nichts passiert. Die Bundesregierung hat zwar in den letzten Monaten das Leben aller EinwohnerInnen auf den Kopf gestellt, Freiheitsrechte massiv eingeschränkt und Existenzen gefährdet, aber die Fleischindustrie unberührt gelassen. Das zeigt, dass der totale Schutz dieser Branche, die in weitem Maße auf Rechtsbruch und Gesetzlosigkeit basiert, in Deutschland unantastbar ist. „Fleisch scheint wichtiger als das Recht auf körperliche Unversehrtheit, Bildung und Freiheit zu sein“, so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Der Tönnies Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück schlachtet bis zu 30.000 Schweine am Tag: Ein System, das nur mit maximaler Ausbeutung funktioniert. Dass dieser Betrieb nicht sofort geschlossen wird, wenn er mit hunderten Corona-Fällen das ganze Land in eine zweite Corona-Welle stürzen kann, sondern „nach und nach heruntergefahren“ wird, ist schlicht ein Skandal. Nach diesem Muster wurde aber schon mehrfach verfahren. Schlachthöfe mit Corona-Ausbrüchen arbeiteten in den letzten Monaten regulär weiter.

SOKO Tierschutz fordert, dass die Politik endlich entschieden gegen diese Branche durchgreift und keine Sonderbehandlungen mehr zulässt. Schlachthöfe, die mehr Corona-Fälle produzieren als ein ganzes Land, gehören permanent geschlossen. Die Abhängigkeit von der Fleischbranche muss enden.

Auch ohne neue Gesetze könnten die Behörden bereits effektiv durchgreifen. Leider werden die bereits existierenden Gesetze und Regeln zum Schutz von Menschen, Umwelt und Tieren in der Fleischindustrie nicht angewendet. Strafanzeigen von Tierschutzorganisationen werden systematisch eingestellt, wie jüngst im Fall des OSI-Schlachthofes Tauberbischofsheim, der auch Tönnies belieferte.

„Es geht ja nicht nur um Corona, es geht auch um unser aller Zukunft, denn die Fleischindustrie ist ein riesen Klimakiller, multiresistente Keime sind die größte gesundheitliche Bedrohung des 21. Jahrhunderts und auch Corona kam wie praktisch jede Pandemie aus der Tierausbeutung. Die Fleischindustrie ist nicht mehr zeitgemäß und bedroht die Zukunft der Menschheit auf diesem Planeten“, betont Mülln. SOKO Tierschutz fordert eine sofortige Einführung einer Steuer auf Tierprodukte, eine massive Steuersenkung für pflanzliche Produkte und einen Ausstiegsplan aus der Tierindustrie.

Foto: Symbolfoto ( Schlachthof Düren)

Downer-Kühe, Downer-Enten, Downer-Schweine, Downer-Puten, Downer-Masthühner...

16/06/2020

Was kann man da tun, fragen viele. Denn ist es immer ein Tierquäler, der sich nicht um die kranken Tiere kümmert? Wie kann man diesen Tierquäler stoppen?

Kaum. Denn das Problem ist nicht das Problem einzelner Bauern, es gibt welche, die geben sich Mühe, es gibt welche die lassen ihre Tiere in der prallen Sonne verrecken. Das Problem ist das System: Ein System der Überzüchtung, ein System maximaler Leistung und Ausbeutung, ein System, in dem die einzelnen Tiere wenig wert sind, ein System der Masse.

Hier bleibt kein Raum für Fürsorge. Vor diesem System haben Tierärzte und Behörden längst kapituliert und wir werden es auch nicht stoppen, indem wir den tausendsten Downer-Fall aufdecken. Insbesondere da es geduldet wird, dass Tiere keinen Wetterschutz und auch keinen Zugang zu Wasser oder Futter haben.

Jeden Tag passiert dieses Schicksal hunderten Kühen in der Ausbeutung für Milch, zehntausenden Enten für Fleisch und hunderttausenden Puten und Masthühnern. Sie fallen auf den Rücken und können sich aus eigener Kraft nicht mehr aufrichten, denn sie sind auf Brustfleisch gezüchtet, aber das Knochengerüst und die Muskeln sind zu schwach. Schweine stehen auf engstem Raum, brechen zusammen und können nicht mehr aufstehen. Kleine oder schwache Puten werden von der Masse übertrampelt und bleiben mit gebrochenen Knochen liegen. Die meisten Downer bekommt nicht einmal der Tierhalter zu sehen, da sie in der Masse untergehen und am Ende als papierdünne Kadaver aus dem Stall geräumt werden.

Darum setzen wir uns dafür ein, das System als solches zu thematisieren und nicht zu denken, der einzelne Bauer wäre der Täter. Diese Tierhalter sind in einem System der Ausbeutung. Es ist eine Anreizstruktur, die Tierleid belohnt und Fürsorge bestraft. Eine Arbeit, die daraus besteht aus dem Körper eines fühlenden Lebewesens eine profitable Produktionsmaschine zu machen, bedeutet für die Tiere letztlich immer Gewalt – spätestens wenn sie getötet werden, weil sie kein Geld mehr bringen. Einen Ausweg gibt es nur mit dem Ausstieg.

Wir können nicht täglich hunderte Kilometer fahren, um wieder mit anzusehen, dass die Behörden nichts tun und korrupte Tierärzte das System decken. Das Problem ist struktureller Natur und die Lösung heißt: Keine Tiere konsumieren. Sie sind Lebewesen, keine Lebensmittel.

Österreich: AUFGEDECKT - grauenvolle Missstände in Schweinefabrik

16/06/2020

Tierqual im "Vorzeigebetrieb".

Auch in Deutschland liegt dieser Schinken im Supermarkt Regal.

In der Mastfabrik wenige Minuten von der Zentrale des Schinken Herstellers Berger entfernt:Unzählige verletzte Schweine auf Vollspaltenboden, mit abgebissenen Ohren, abgebissenen Schwänzen, schwer verletzten Gelenken und großen Beulen, und dazu verwesende Schweinekörper. Mitten darin tausende Maden und ein skeletierter Schweinetotenkopf.

Danke an VGT Österreich für die Aufdeckung.

Szenen aus dem Alltag der Tierausbeutung

06/06/2020

Wir fuhren zufällig an an diesem wartenden Tiertransporter vorbei. Blind hielten wir eine Kamera in den dunklen Transporter und drückten ab. Überladen ist er nicht, aber der Zustand der Tiere zeigt, was sie hinter sich haben. Wieviele Verletzungen könnt ihr finden?

Morgen entscheidet der Bundesrat über die Käfighaltung von Mutterschweinen

03/06/2020

*** Update: Die Entscheidung wurde vertagt ***

Seit Jahrzehnten ist diese Haltung illegal, Gerichte haben das immer wieder festgestellt, Politiker haben es immer wieder ignoriert, in tausenden Ställen bis heute Alltag. Morgen entscheidet sich ihr Schicksal.

Schweine sind kluge wunderbare Wesen.
Friend not food.

Pressemitteilung: Ein Jahr nach dem Tierschutzskandal Bad Grönenbach:

03/06/2020

Das Leid der Kühe geht weiter und der Staat schwächelt angesichts der Agroindustrie

Vor einem Jahr deckte SOKO Tierschutz katastrophale Zustände in einer monströsen Massentierhaltung für Milch im Allgäu auf. Kühe wurden umhergeschleift, kranke Tiere misshandelt, grausam getötet oder einem langsamen, qualvollen Sterben überlassen.
Bilder von Haufen toter Kälber und Kühe, sowie von Mitarbeitern, die Kühe schlagen und stechen, schockierten die Öffentlichkeit.
Es folgten massive Polizeiaktionen und politische Versprechen, die auf ein Ende des "weiter so" und des Staatsversagens beim Tierschutz hindeuteten.

Ein Jahr danach zieht SOKO Tierschutz eine durchmischte, eher pessimistische Bilanz. "Man merkt zwar, dass die Polizeiaktionen Eindruck hinterlassen haben und Tierhalter angesichts zahlreicher, weiterer Razzien inzwischen Zweifel an ihrer Unantastbarkeit haben, aber leider lag der Fokus zu sehr auf dem Allgäu und man hat völlig außer Acht gelassen, dass die Grausamkeiten in Bad Grönenbach ihre Wurzel in der überall wuchernden Massentierhaltung und der Milchproduktion selbst haben. Die Ausbeutung für Milch macht die Tiere krank. Die Probleme sind struktureller Natur. Folgen sind Gewalt und Siechtum, nicht nur in Bad Grönenbach, sondern in ganz Bayern und Deutschland. Wenn man das Leid der Kühe beenden will, muss man an die Kernprobleme ran. Es sind traurige Tatsachen, dass Kühe nach wenigen Jahren der Milchproduktion kaputt sind, dass sie nach wie vor zu Millionen angekettet werden und Kälber nur noch als Abfall angesehen werden.", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz.

Ein wichtiger Punkt, in dem es Fortschritte gibt, war die Ankündigung Bayerns, die Kompetenzen für die Überwachung industrieller Milchbetriebe ebenso wie die der Schlachthöfe einer übergeordneten Landesbehörde zu übertragen und somit den verfilzten, unfähigen und überforderten Veterinärämtern zu entziehen. "Ob das wirklich schon gut funktioniert, können wir nicht beurteilen, da die neue Behörde sehr verschlossen ist und wenig transparent agiert. Aber es ist ein wichtiger Schritt, denn die Landratsämter haben sich nicht nur mit diesem Tierschutzskandal auf ganzer Linie disqualifiziert. Leider herrscht immer noch wenig Erfahrung mit Tierschutzrecht bei Behörden und auch Staatsanwaltschaften schrecken gerne zurück vor dem "unentdeckten Land" Tierschutzgesetz. Das muss sich ändern, denn der Rechtsstaat steht dem Moloch aus organisierter und institutionalisierter Kriminalität in der Landwirtschaft nach wie vor zahnlos gegenüber.", so Mülln.

Die Tierschutzorganisation kritisiert, dass die Täter im Fall Bad Grönenbach immer noch auf Tiere losgelassen werden. Nicht einmal im Fall Bad Grönenbach war man in der Lage, diejenigen Personen mit einem Tierhaltungs- und Betreuungsverbot zu belegen, die z.B. eine Kuh traten, auf sie einstachen und sie herumschleiften. "Das zeugt schon von Ohnmacht oder beweist, dass man bei kleineren Betrieben zwar manchmal gerne Härte zeigt, vor der Agroindustrie, wie im Fall der Milchfarm mit über 3000 Tieren aber zurückschreckt.
SOKO Tierschutz fordert, dass der Fall Bad Grönenbach öffentlich und transparent aufgearbeitet wird und das geht nur vor Gericht. Eine Einstellung und Deals hinter den Kulissen wären fatal und ein schlimmes Zeichen für das ohnehin geschädigte Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat. "Das ewige Pardon gegen Tierquäler auf Kosten von Mensch und Tier muss endlich ein Ende haben. Wo der Staat versagt, können zumindest die VerbraucherInnen handeln und mit dem Kauf von Pflanzenmilch ein Zeichen gegen Tierqual setzen", so Mülln.

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SOKO Tierschutz e.V.

Bodenehrstraße 20

81373 München

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