Die Schande von Rottweil - Geldstrafe für freie Meinung

Im Stall des Bauernlobbyisten von Rottweil herrschte das Grauen. Ein vergammelter Stall, ein Massaker, viel zu viele Tiere, zahllose kranke, schwerst verstümmelte und sterbende Tiere.

Eine Bürgerin schrieb entsetzt darüber einen Brief an das Landratsamt.

Sie schrieb: „Es kann doch nicht sein, dass alle Ihre Mitarbeiter, bevorzugt die Veterinäre und die Sachbearbeiter taub, gelangweilt und blind sind. Oder gar korrupt?“

Während in den Strafverfahren gegen den mächtigen Bauern mal wieder nichts passiert, ging bei der Kritik der Bürgerin alles ganz schnell. Strafanzeige durch das Amt, Verurteilung durch das Gericht und Geldstrafe von SIEBENHUNDERT Euro wegen Beleidigung.

Dabei ist die Frage sehr berechtigt. Und ich möchte sie daher noch einmal in aller Deutlichkeit wiederholen.

Friedrich Mülln: „Sind Ihre Veterinäre blind, taub, gelangweilt oder gar korrupt? Sind Sie es Herr Landrat Michel? Sind Sie es Herr Minister Hauk? Sind Sie es Frau Ministerin Klöckner? Sie alle hatten kein Problem mit dem Schweinequäler von Rottweil zu posieren.

Das Veterinäramt wusste seit Monaten von den katastrophalen Zuständen. Solche Zustände entstehen über Jahre. Sie wurden von einem Zeugen Monate davor gewarnt, von SOKO Tierschutz Wochen davor gewarnt und bewegten erst ihren Allerwertesten als das Fernsehen vor der Tür stand. Der Bauer wurde davor vom Veterinäramt telefonisch gewarnt.

Also ist diese Frage berechtigt. Und nein ich glaube nicht, dass Sie Herr Landrat Michel (regiert den Landkreis seit 19 Jahren) körperliche Gebrechen an Augen oder Ohren haben. Sie und ihre Veterinäre haben ein Gebrechen am Herzen und am Verstand. Und es ist nicht körperlich. Ihr Gebrechen ist, dass Ihnen das Leiden, die Schmerzen, das Sterben in den Ställen egal zu sein scheint. Ihr Gebrechen ist, dass Sie kein Herz für Tiere haben.

Ich kann nur sagen, dass wir dieser mutigen Frau helfen, das durchfechten und dass wir die Schande von Rottweil nicht vergessen werden.

Die Schande von Rottweil, das ist das Veterinäramt und seine Chefs.

Für die Tiere, Friedrich Mülln